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Nebenwirkungen

Ibuprofen Nebenwirkungen: ein umfassender Ueberblick fuer Patienten

|5 Min. Lesezeit|Medizinisch geprüft

Zusammenfassung

Ibuprofen kann Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden, Sodbrennen und Kopfschmerzen verursachen. Bei laengerer Einnahme steigen die Risiken fuer Magen-Darm-Geschwuere und Herz-Kreislauf-Probleme. Die Einnahme sollte so kurz und niedrig dosiert wie moeglich erfolgen.

Haeufige Nebenwirkungen von Ibuprofen

Ibuprofen gehoert zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und wird zur Behandlung von Schmerzen, Fieber und Entzuendungen eingesetzt.

Wie alle Medikamente kann auch Ibuprofen Nebenwirkungen hervorrufen.

Die haeufigsten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt, da Ibuprofen die schuetzende Schleimhaut des Magens beeintraechtigen kann.

Magen-Darm-Beschwerden:

  • Sodbrennen und saures Aufstossen: zu den am haeufigsten berichteten Nebenwirkungen gehoerend
  • Magenschmerzen und Bauchschmerzen: treten bei vielen Anwendern auf, besonders bei Einnahme auf nuechternen Magen
  • Uebelkeit und Erbrechen: koennen insbesondere bei hoeheren Dosen auftreten
  • Durchfall oder Verstopfung: betreffen einen Teil der Anwender
  • Blaehungen und Voellegefuehl: haeufige Begleiterscheinungen

Weitere haeufige Nebenwirkungen:

  • Kopfschmerzen und Schwindel: obwohl Ibuprofen gegen Kopfschmerzen eingesetzt wird, kann es paradoxerweise auch Kopfschmerzen ausloesen
  • Muedigkeit: tritt gelegentlich auf
  • Leicht erhoehter Blutdruck: NSAR koennen die Blutdruckregulation beeinflussen

Diese Nebenwirkungen treten haeufiger auf, wenn Ibuprofen in hoeheren Dosen oder ueber laengere Zeitraeume eingenommen wird. Die Einnahme mit einer Mahlzeit kann Magenbeschwerden verringern.

Magen-Darm-Risiken im Detail

Die schwerwiegendsten Magen-Darm-Risiken von Ibuprofen sind Geschwuere und Blutungen, die potenziell lebensbedrohlich sein koennen.

Magengeschwuere und Magenblutungen:

Ibuprofen hemmt die Produktion von Prostaglandinen, die normalerweise die Magenschleimhaut schuetzen. Ohne diesen Schutz kann die Magensaeure die Schleimhaut angreifen und Geschwuere verursachen.

Das Risiko steigt mit der Dosis, der Behandlungsdauer und dem Alter des Patienten.

Risikofaktoren fuer Magen-Darm-Komplikationen:

  • Alter ueber 65 Jahre
  • Vorgeschichte von Magen- oder Zwoelffingerdarmgeschwueren
  • Gleichzeitige Einnahme von Blutverdueennern (Antikoagulanzien)
  • Gleichzeitige Einnahme von Kortikosteroiden
  • Gleichzeitige Einnahme anderer NSAR
  • Hohe Ibuprofen-Dosen ueber laengere Zeitraeume
  • Alkoholkonsum waehrend der Einnahme

Warnsignale fuer Magen-Darm-Blutungen:

  • Schwarzer, teerartiger Stuhl
  • Blut im Stuhl oder Erbrochenen
  • Starke Magenschmerzen, die ploetzlich auftreten
  • Unerklaarliche Blaesse und Muedigkeit

Bei diesen Symptomen muessen Sie sofort aerztliche Hilfe suchen. Das BASG empfiehlt bei erhoehtem Risiko die gleichzeitige Einnahme eines Magenschutzpraeparates wie Omeprazol oder Pantoprazol.

Herz-Kreislauf-Risiken von Ibuprofen

Bei laengerer Einnahme und hoeheren Dosen kann Ibuprofen das Risiko fuer Herz-Kreislauf-Ereignisse erhoehen. Diese Risiken sollten bei der Therapieentscheidung beruecksichtigt werden.

Erhoehtes Risiko fuer:

  • Herzinfarkt: Das Risiko kann bei taeglicher Einnahme ueber laengere Zeitraeume ansteigen, insbesondere bei Patienten mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Schlaganfall: Aehnlich wie beim Herzinfarkt steigt das Risiko bei Langzeiteinnahme
  • Blutdruckerhoehung: Ibuprofen kann den Blutdruck erhoehen und die Wirksamkeit von Blutdruckmedikamenten verringern
  • Wassereinlagerungen (Oedeme): NSAR koennen die Natriumausscheidung der Nieren verringern, was zu Wassereinlagerungen fuehrt

Besonders gefaehrdete Patienten:

  • Personen mit bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Patienten mit Bluthochdruck
  • Personen mit Diabetes
  • Raucher
  • Patienten mit erhoehtem Cholesterinspiegel

Empfehlung des BASG:

Die EMA und das BASG empfehlen, Ibuprofen in der niedrigsten wirksamen Dosis und fuer die kuerzest moegliche Zeit einzunehmen.

Bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte die Einnahme nur nach ausdruecklicher aerztlicher Empfehlung erfolgen.

Bei ploetzlichen Brustschmerzen, Atemnot, Sprachstoerungen oder einseitiger Schwaeche rufen Sie sofort den Notruf 144.

Risiken fuer Nieren und Leber

Ibuprofen kann die Nieren- und Leberfunktion beeintraechtigen, insbesondere bei laengerer Einnahme oder bei Patienten mit bestehenden Organschaeden.

Nierenfunktion:

  • Ibuprofen reduziert die Durchblutung der Nieren, indem es die Prostaglandinsynthese hemmt. Dies kann bei vorgeschaedigten Nieren zu einer Verschlechterung der Funktion fuehren
  • Bei Dehydratation (Fluessigkeitsmangel) ist das Risiko fuer Nierenschaeden erhoeht
  • Eine langfristige Einnahme kann zu einer chronischen Nierenschaedigung beitragen
  • Symptome wie verminderte Urinproduktion, Schwellungen oder unerklaarliche Gewichtszunahme koennen auf Nierenprobleme hindeuten

Leberfunktion:

  • Leberenzyme koennen ansteigen, was bei Blutuntersuchungen festgestellt wird
  • In seltenen Faellen kann eine schwere Leberschaedigung auftreten
  • Gelbfaerbung von Haut oder Augen, dunkler Urin oder anhaltende Uebelkeit sind Warnsignale

Schutzmaassnahmen:

  • Trinken Sie waehrend der Ibuprofen-Einnahme ausreichend Fluessigkeit
  • Vermeiden Sie die Kombination mit anderen nierenschaedigenden Medikamenten
  • Lassen Sie bei Langzeiteinnahme regelmaessig Nieren- und Leberwerte kontrollieren
  • Informieren Sie Ihren Arzt ueber bestehende Nieren- oder Lebererkrankungen

Patienten mit bestehender Niereninsuffizienz sollten Ibuprofen nur nach ausdruecklicher aerztlicher Anordnung einnehmen.

Oft koennen alternative Schmerzmittel wie Paracetamol eine sicherere Option darstellen.

Tipps fuer eine sichere Ibuprofen-Einnahme

Mit den folgenden Massnahmen koennen Sie das Risiko fuer Nebenwirkungen deutlich verringern.

Grundregeln:

  • Nehmen Sie die niedrigste wirksame Dosis und nur so lange wie noetig
  • Die maximale Tagesdosis fuer Erwachsene betraegt 1.200 mg bei rezeptfreier Anwendung (3 x 400 mg)
  • Nehmen Sie Ibuprofen moeglichst mit einer Mahlzeit oder nach dem Essen ein
  • Trinken Sie ein volles Glas Wasser zur Tablette

Vermeiden Sie:

  • Alkohol waehrend der Einnahme (erhoeht das Risiko fuer Magenblutungen)
  • Die gleichzeitige Einnahme anderer NSAR (z. B. Diclofenac, Naproxen)
  • Die Kombination mit Blutverdueennern ohne aerztliche Ruecksprache
  • Die Einnahme bei leerem Magen, wenn Sie zu Magenbeschwerden neigen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie:

  • Ibuprofen laenger als drei Tage gegen Fieber oder laenger als vier Tage gegen Schmerzen einnehmen muessen
  • Aelter als 65 Jahre sind
  • An Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenproblemen oder Magengeschwueren leiden oder gelitten haben
  • Schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen (Ibuprofen ist besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel kontraindiziert)

In Oesterreich ist Ibuprofen in Dosierungen bis 400 mg rezeptfrei in Apotheken erhaeltlich. Der Austria-Codex enthaelt ausfuehrliche Hinweise zu allen zugelassenen Praeparaten.

FAQ

Welche Nebenwirkungen hat Ibuprofen am haeufigsten?

Die haeufigsten Nebenwirkungen sind Magenschmerzen, Sodbrennen, Uebelkeit und Durchfall. Diese betreffen den Magen-Darm-Trakt und lassen sich durch Einnahme mit einer Mahlzeit oft verringern.

Ist Ibuprofen schlecht fuer den Magen?

Ibuprofen kann die schuetzende Magenschleimhaut beeintraechtigen und bei laengerer Einnahme zu Geschwueren oder Blutungen fuehren.

Die Einnahme mit Nahrung und in der niedrigsten wirksamen Dosis reduziert das Risiko.

Wie lange darf man Ibuprofen einnehmen?

Bei rezeptfreier Anwendung sollte Ibuprofen nicht laenger als drei Tage gegen Fieber oder vier Tage gegen Schmerzen eingenommen werden. Eine laengere Einnahme erfordert aerztliche Ueberwachung.

Kann Ibuprofen das Herz schaedigen?

Bei laengerer Einnahme und hoeheren Dosen kann Ibuprofen das Risiko fuer Herzinfarkt und Schlaganfall erhoehen.

Patienten mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten Ibuprofen nur nach aerztlicher Ruecksprache einnehmen.

Ist Ibuprofen oder Paracetamol vertraeglicher?

Paracetamol ist in der Regel magenvertraeglicher als Ibuprofen, da es die Magenschleimhaut nicht angreift.

Ibuprofen hat jedoch zusaetzlich eine entzuendungshemmende Wirkung, die Paracetamol nicht bietet.

Quellen

  1. BASG. Arzneispezialitaetenregister: Ibuprofen
  2. Austria-Codex. Fachinformation Ibuprofen

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Dr. Ross Elledge

Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte