Asthma und COPD – Atemwegstherapie ärztlich verordnet
Rund 5 Prozent der Erwachsenen in Österreich leiden an Asthma, und COPD betrifft vor allem Raucher und ehemalige Raucher ab dem 40. Lebensjahr. Als verschreibender Arzt ist mir bewusst, dass eine konsequente Therapie Anfälle verhindert und die Lungenfunktion schützt. Inhalative Kortikoide und Bronchodilatatoren bilden gemäss GINA-Leitlinien das Rückgrat der Behandlung. Eine individuelle Stufentherapie sichert die bestmögliche Kontrolle.
Inhalative Kortikosteroide reduzieren Atemwegsentzündungen und senken das Anfallsrisiko bei Asthma um bis zu 70 Prozent
Salbutamol als Bedarfsmedikament wirkt innerhalb von 3–5 Minuten und hält 4–6 Stunden an
Die Ärztekammer empfiehlt bei Asthma ab Stufe 2 eine regelmässige Dauertherapie mit inhalativen Kortikoiden
COPD-Patienten profitieren von LABA/LAMA-Kombinationen zur Verbesserung der Lungenfunktion und Reduktion von Exazerbationen

Seretide

Salbutamol

Pulmicort Turbohaler

Montelukast

Flixotide

Serevent

Relvar Ellipta

Eklira Genuair

Seebri Breezhaler

Onbrez Breezhaler

Spiriva Respimat

Spiriva

Anoro
Über Asthma & COPD
Asthma und COPD im klinischen Überblick
Asthma bronchiale und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sind die beiden häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen in Österreich.
Obwohl beide mit Atemnot, Husten und Engegefühl in der Brust einhergehen, unterscheiden sie sich grundlegend in Ursache, Verlauf und Therapie.
Asthma ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, die durch eine bronchiale Hyperreagibilität gekennzeichnet ist.
Typisch sind anfallsartige Atemnot, pfeifende Atemgeräusche und Husten, die durch Allergene, Infekte, kalte Luft oder körperliche Belastung ausgelöst werden.
Die Atemwegsobstruktion ist bei Asthma prinzipiell reversibel.
In Österreich sind laut Daten der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie rund 5 Prozent der Erwachsenen und bis zu 10 Prozent der Kinder betroffen.
COPD ist durch eine fortschreitende, nicht vollständig reversible Atemwegsobstruktion gekennzeichnet.
Hauptursache ist langjähriges Zigarettenrauchen, das bei etwa 20 Prozent der Raucher zu einer klinisch relevanten COPD führt.
Weitere Risikofaktoren umfassen berufliche Staubexposition, Biomasse-Rauch und den genetischen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel.
Die Erkrankung verläuft schleichend und wird häufig erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.
Wichtige Unterscheidungsmerkmale:
- Asthma beginnt meist in der Kindheit oder im jungen Erwachsenenalter, COPD selten vor dem 40. Lebensjahr
- Asthma zeigt typischerweise eine gute Reversibilität nach Bronchodilatatoren, COPD nur eine teilweise
- Allergische Komponente bei Asthma häufig, bei COPD eher selten
- Raucheranamnese bei COPD fast immer positiv, bei Asthma nicht zwingend
- Ein Asthma-COPD-Overlap-Syndrom betrifft rund 10–20 Prozent der Patienten und erfordert eine angepasste Therapie
Medikamentöse Behandlung von Asthma und COPD
Die medikamentöse Therapie beider Erkrankungen folgt einem Stufenschema, das sich nach Schweregrad und Symptomkontrolle richtet.
Die GINA-Leitlinien (Asthma) und GOLD-Leitlinien (COPD) bilden die internationale Grundlage, die von der Ärztekammer und der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie übernommen werden.
Asthma-Stufentherapie:
- Stufe 1: Bedarfsweise niedrig dosiertes ICS/Formoterol oder Salbutamol als Notfallspray
- Stufe 2: Niedrig dosiertes inhalatives Kortikosteroid (ICS) wie Budesonid oder Beclometason als Dauertherapie
- Stufe 3: Niedrig dosiertes ICS plus langwirksamer Beta-2-Agonist (LABA) wie Formoterol oder Salmeterol
- Stufe 4: Mittleres bis hohes ICS plus LABA, eventuell ergänzt durch Tiotropium
- Stufe 5: Biologika wie Omalizumab bei schwerem allergischem Asthma oder Mepolizumab bei eosinophilem Asthma
COPD-Therapie nach GOLD:
- Kurzwirksame Bronchodilatatoren (Salbutamol, Ipratropium) als Bedarfsmedikation
- Langwirksame Muscarinantagonisten (LAMA) wie Tiotropium als Basistherapie bei moderater COPD
- LAMA/LABA-Kombinationen bei stärkeren Symptomen oder häufigen Exazerbationen
- Ergänzung durch ICS nur bei häufigen Exazerbationen und erhöhten Eosinophilen
Die korrekte Inhalationstechnik ist entscheidend für den Therapieerfolg. Studien zeigen, dass bis zu 70 Prozent der Patienten ihren Inhalator fehlerhaft anwenden.
Die BASG-Fachinformation empfiehlt eine regelmässige Überprüfung der Technik bei jedem Arztbesuch.
Häufige Nebenwirkungen inhalativer Kortikoide:
- Mundsoor bei unzureichender Mundspülung nach Inhalation
- Heiserkeit durch lokale Wirkung auf die Stimmbänder
- Systemische Effekte bei hohen Dosen sind selten und deutlich geringer als bei oralen Kortikoiden
Diagnose und Überwachung der Atemwegserkrankung
Die Diagnose von Asthma und COPD stützt sich auf Anamnese, körperliche Untersuchung und Lungenfunktionsprüfung.
Die Spirometrie ist gemäss den Leitlinien der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie der Goldstandard für die Diagnosestellung und Verlaufskontrolle.
Diagnostische Spirometrie-Kriterien:
- Bei Asthma: Nachweis einer reversiblen Obstruktion mit FEV1-Verbesserung um mindestens 12 Prozent und 200 ml nach Bronchodilatation
- Bei COPD: Persistierende Obstruktion mit FEV1/FVC unter 0,70 nach Bronchodilatation
- Peak-Flow-Messungen zur häuslichen Überwachung bei Asthma, um Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen
Zusätzliche Untersuchungen können je nach klinischer Fragestellung umfassen:
- FeNO-Messung (fraktioniertes exhaliertes Stickstoffmonoxid) zur Beurteilung der eosinophilen Atemwegsentzündung bei Asthma
- Allergiediagnostik mit Pricktest und spezifischem IgE bei Verdacht auf allergisches Asthma
- Blutbild mit Differenzierung zur Bestimmung der Eosinophilen
- Röntgen oder CT des Thorax zum Ausschluss anderer Ursachen und zur Beurteilung bei COPD
- Bodyplethysmografie und Diffusionskapazität bei fortgeschrittener COPD
Bei der Online-Konsultation über Dr. Presc wird ein strukturierter Fragebogen zur Symptomhäufigkeit, zu Auslösern, zur aktuellen Medikation und zum bisherigen Krankheitsverlauf ausgefüllt.
Der Arzt prüft, ob eine Anpassung der Therapie angezeigt ist, und verordnet bei Bedarf Nachfüllrezepte für bereits etablierte Dauertherapien.
Patienten mit neu aufgetretenen Symptomen oder instabilem Verlauf werden zur persönlichen Vorstellung beim Pneumologen überwiesen.
Die regelmässige Kontrolle umfasst mindestens vierteljährliche Überprüfung der Symptomkontrolle, jährliche Spirometrie und Anpassung der Therapiestufe bei Unter- oder Überkontrolle.
Lebensstil und Selbstmanagement bei Atemwegserkrankungen
Neben der medikamentösen Therapie spielen Lebensstilmassnahmen und Selbstmanagement eine entscheidende Rolle bei der langfristigen Kontrolle von Asthma und COPD.
Die ÖGK empfiehlt jedem Patienten die Erstellung eines individuellen Aktionsplans.
Triggervermeidung bei Asthma:
- Allergenreduktion in der Wohnung durch milbendichte Überzüge, regelmässiges Lüften und Verzicht auf Teppichböden
- Pollenvermeidung durch Fenster geschlossen halten bei hoher Pollenbelastung und Duschen nach Aufenthalt im Freien
- Schimmelprävention durch kontrollierte Raumfeuchtigkeit unter 50 Prozent
- Verzicht auf Tabakrauch, auch Passivrauchen, als wichtigster einzelner Schritt
Rauchstopp bei COPD ist die wirksamste Massnahme, um den Lungenfunktionsverlust zu verlangsamen.
Die AGES bietet Informationen zu Entwöhnungsprogrammen und medikamentöser Unterstützung mit Nikotinersatztherapie oder Vareniclin.
Körperliche Aktivität verbessert die Belastbarkeit bei beiden Erkrankungen. Für COPD-Patienten sind pulmonale Rehabilitationsprogramme evidenzbasiert und werden von der ÖGK erstattet.
Ausdauertraining in Kombination mit Atemübungen stärkt die Atemmuskulatur und verbessert die Lebensqualität.
Weitere Massnahmen:
- Jährliche Grippeimpfung und Pneumokokkenimpfung gemäss dem österreichischen Impfplan
- Atemtechniken wie die Lippenbremse bei COPD zur Erleichterung der Ausatmung
- Selbstmanagement-Schulung mit einem schriftlichen Aktionsplan für Asthma-Verschlechterungen
- Regelmässige Kontrolle der Inhalationstechnik durch den Arzt oder Apotheker
- Gewichtskontrolle, da sowohl Über- als auch Untergewicht die Atemfunktion negativ beeinflussen
Frequently Asked Questions
Darf ich Salbutamol bei Bedarf immer verwenden?
Macht inhalatives Kortison abhängig?
Was tun bei einem schweren Asthmaanfall?
Kann ich mit COPD Sport treiben?
Wie erkenne ich eine Asthma- oder COPD-Verschlechterung?
Dr. Ross Elledge
Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie
Verifizierter Gesundheitsexperte
Die medizinischen Informationen auf dieser Website wurden von Dr. Ross Elledge (approbierter Arzt) geprüft und dienen ausschließlich Bildungszwecken. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch mit Ihrem Arzt oder Facharzt. Befolgen Sie stets die Anweisungen Ihres verschreibenden Arztes und lesen Sie die Packungsbeilage Ihres Medikaments.
