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Nebenwirkungen

Losartan Nebenwirkungen: was Sie als Patient wissen sollten

|5 Min. Lesezeit|Medizinisch geprüft

Zusammenfassung

Losartan wird gut vertragen, kann aber Nebenwirkungen wie Schwindel, Muedigkeit und erhoehte Kaliumwerte verursachen. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind selten. Regelmaessige Blutkontrollen sind bei der Langzeiteinnahme wichtig.

Haeufige Nebenwirkungen von Losartan

Losartan gehoert zur Gruppe der Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB, auch Sartane genannt) und wird zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und zum Nierenschutz bei Diabetes eingesetzt.

Es gilt als gut vertraegliches Medikament mit einem guenstigen Nebenwirkungsprofil.

Die haeufigsten Nebenwirkungen betreffen etwa 1 bis 10 von 100 Anwendern und sind in der Regel leicht ausgepraegt.

Haeufige Nebenwirkungen:

  • Schwindel: insbesondere zu Beginn der Behandlung oder bei Dosissteigerung. Entsteht durch die Blutdrucksenkung, an die sich der Koerper erst gewoehnen muss
  • Muedigkeit und Abgeschlagenheit: treten bei manchen Patienten auf, besonders in den ersten Behandlungswochen
  • Hypotonie (zu niedriger Blutdruck): kann Schwindel beim Aufstehen verursachen
  • Erhoehte Kaliumwerte (Hyperkaliaaemie): Losartan kann den Kaliumspiegel im Blut erhoehen, was bei regelmaessigen Blutkontrollen ueberwacht wird

Weitere haeufige Beschwerden:

  • Kopfschmerzen
  • Infektionen der oberen Atemwege
  • Rueckenschmerzen und Muskelkraempfe
  • Durchfall und Bauchschmerzen

Diese Nebenwirkungen klingen haeufig nach den ersten Wochen der Behandlung ab, sobald sich der Koerper an das Medikament gewoehnt hat.

Im Vergleich zu ACE-Hemmern verursacht Losartan deutlich seltener einen trockenen Reizhusten.

Gelegentliche und seltene Nebenwirkungen

Neben den haeufigen Beschwerden gibt es gelegentliche und seltene Nebenwirkungen, die bei einem kleineren Anteil der Patienten auftreten koennen.

Gelegentlich (1 bis 10 von 1.000 Anwendern):

  • Schlafstoerugen und Schlaflosigkeit
  • Herzklopfen und Herzrhythmusstoerungen
  • Hautausschlag und Juckreiz
  • Verdauungsbeschwerden, Uebelkeit
  • Erhoehte Leberenzyme
  • Brustschmerzen (nicht kardial bedingt)

Selten (1 bis 10 von 10.000 Anwendern):

  • Angiooedem (Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen). Obwohl Angiooedem bei ARB seltener auftritt als bei ACE-Hemmern, ist es dennoch moeglich
  • Vaskulitis (Gefaessentzuendung)
  • Hepatitis (Leberentzuendung)
  • Nierenfunktionsstoerungen, insbesondere bei Patienten mit vorbestehender Nierenerkrankung
  • Anaemie (Blutarmut)

Sehr selten:

  • Schwere allergische Reaktionen
  • Rhabdomyolyse (Zerfall von Skelettmuskelgewebe)

Das Austria-Codex listet alle bekannten Nebenwirkungen ausfuehrlich auf.

Bei ungewoehnlichen Symptomen waehrend der Losartan-Einnahme sollten Sie umgehend Ihren Arzt kontaktieren, insbesondere bei Schwellungen im Gesicht oder Rachenbereich.

Kaliumwerte und Nierenfunktion ueberwachen

Einer der wichtigsten Aspekte bei der Losartan-Therapie ist die Ueberwachung der Kaliumwerte und der Nierenfunktion.

Losartan beeinflusst das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS), was direkte Auswirkungen auf den Elektrolythaushalt hat.

Hyperkaliaaemie (erhoehte Kaliumwerte):

  • Losartan kann die Kaliumausscheidung der Nieren verringern, was zu erhoehten Kaliumspiegeln im Blut fuehrt
  • Symptome einer Hyperkaliaaemie koennen Muskelschwaeche, Herzrhythmusstoerungen, Kribbeln und Taubheitsgefuehle sein
  • Das Risiko ist erhoeht bei gleichzeitiger Einnahme von kaliumsparenden Diuretika, ACE-Hemmern, Kaliumpraeparaten oder bei eingeschraenkter Nierenfunktion

Nierenfunktion:

  • Losartan kann den Blutfluss in den Nieren veraendern, was bei Patienten mit vorbestehender Nierenerkrankung zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion fuehren kann
  • Bei Patienten mit Nierenarterienstenose (Verengung der Nierenarterien) ist besondere Vorsicht geboten
  • Die Nierenfunktionswerte (Kreatinin, eGFR) sollten regelmaessig kontrolliert werden

Empfohlene Kontrollen:

  • Kalium- und Kreatininwerte vor Therapiebeginn
  • Kontrolle nach 1 bis 2 Wochen und nach jeder Dosisserhoehung
  • Regelmaessige Kontrollen alle 3 bis 6 Monate bei stabiler Therapie

Das BASG empfiehlt, die Laborwerte laufend zu ueberwachen, besonders bei aelteren Patienten und bei Patienten mit Diabetes oder Nierenerkrankungen.

Wichtige Wechselwirkungen von Losartan

Losartan kann mit verschiedenen Medikamenten wechselwirken, was die Nebenwirkungen verstaerken oder die Wirksamkeit beeinflussen kann.

Erhoehtes Risiko fuer Hyperkaliaaemie bei Kombination mit:

  • Kaliumsparenden Diuretika (Spironolacton, Eplerenon)
  • ACE-Hemmern (duale RAAS-Blockade wird generell nicht empfohlen)
  • Kaliumpraeparaten oder kaliumreichen Salzersatzmitteln
  • Trimethoprim (Antibiotikum)
  • Heparin

Verstaerkte Blutdrucksenkung bei Kombination mit:

  • Anderen Blutdruckmedikamenten
  • Diuretika (Wassertabletten)
  • Trizyklischen Antidepressiva
  • Alkohol

Verringerte Wirksamkeit von Losartan durch:

  • NSAR wie Ibuprofen und Diclofenac (koennen die blutdrucksenkende Wirkung von Losartan abschwaechen und gleichzeitig die Nierenfunktion beeintraechtigen)

Erhoehte Lithiumspiegel:

Losartan kann die Ausscheidung von Lithium verringern, was zu einer Lithiumvergiftung fuehren kann. Bei gleichzeitiger Einnahme sind engmaschige Lithiumspiegelkontrollen erforderlich.

Informieren Sie Ihren Arzt immer ueber alle Medikamente, die Sie einnehmen, einschliesslich rezeptfreier Praeparate und Nahrungsergaenzungsmittel.

Ihr Apotheker kann Sie ebenfalls ueber moegliche Wechselwirkungen aufklaeren.

Wann Sie aerztliche Hilfe suchen sollten

Obwohl Losartan insgesamt gut vertragen wird, gibt es Situationen, in denen Sie umgehend aerztlichen Rat einholen sollten.

Kontaktieren Sie Ihren Arzt bei:

  • Anhaltendem starkem Schwindel oder Ohnmachtsanfaellen, da dies auf einen zu stark gesenkten Blutdruck hindeuten kann
  • Muskelschwaeche oder Herzstolpern, was Anzeichen erhoehter Kaliumwerte sein kann
  • Stark verminderte Urinmenge oder dunklem Urin als moeglicher Hinweis auf Nierenprobleme
  • Gelbfaerbung von Haut oder Augen, die auf eine Leberreaktion hindeuten koennte
  • Anhaltendem trockenem Husten, obwohl dieser bei ARB selten ist

Sofort den Notruf 144 waehlen bei:

  • Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen (Angiooedem), die zu Atemnot fuehren kann
  • Schwerer allergischer Reaktion mit Hautausschlag, Atemnot und Kreislaufproblemen
  • Starken Brustschmerzen oder Atemnot

Setzen Sie Losartan nicht eigenmaechttig ab, auch wenn Sie Nebenwirkungen bemerken. Ein ploetzliches Absetzen von Blutdruckmedikamenten kann zu einem gefaehrlichen Blutdruckanstieg fuehren.

Besprechen Sie eventuelle Medikamentenwechsel immer mit Ihrem Arzt.

Das BASG bietet ueber sein Meldeportal die Moeglichkeit, vermutete Nebenwirkungen zu berichten. Regelmaessige Kontrolltermine bei Ihrem Arzt sind ein wichtiger Bestandteil der Losartan-Therapie.

FAQ

Welche Nebenwirkungen hat Losartan am haeufigsten?

Die haeufigsten Nebenwirkungen sind Schwindel, Muedigkeit, erhoehte Kaliumwerte und Kopfschmerzen. Diese sind meist leicht und bessern sich in den ersten Behandlungswochen.

Verursacht Losartan Husten wie ACE-Hemmer?

Nein, trockener Reizhusten tritt bei Losartan deutlich seltener auf als bei ACE-Hemmern. Das ist einer der Gruende, warum viele Patienten von einem ACE-Hemmer auf ein Sartan umgestellt werden.

Muss ich bei Losartan regelmaessig Blut abnehmen lassen?

Ja, regelmaessige Kontrollen von Kalium, Kreatinin und Nierenfunktionswerten sind empfehlenswert, besonders zu Beginn der Therapie und bei Dosisaenderungen.

Bei stabiler Therapie genuegen Kontrollen alle 3 bis 6 Monate.

Kann ich Ibuprofen zusammen mit Losartan nehmen?

Die Kombination sollte vermieden oder nur kurzfristig und unter aerztlicher Aufsicht erfolgen.

NSAR wie Ibuprofen koennen die Wirksamkeit von Losartan verringern und die Nierenfunktion beeintraechtigen.

Macht Losartan muede?

Ja, Muedigkeit und Abgeschlagenheit koennen vor allem in den ersten Wochen auftreten, da sich der Koerper an den niedrigeren Blutdruck anpasst. Dieses Symptom bessert sich in der Regel mit der Zeit.

Quellen

  1. BASG. Arzneispezialitaetenregister: Losartan
  2. Austria-Codex. Fachinformation Losartan

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Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte