Losartan Nebenwirkungen: was Sie als Patient wissen sollten
Zusammenfassung
Losartan wird gut vertragen, kann aber Nebenwirkungen wie Schwindel, Müdigkeit und erhöhte Kaliumwerte verursachen. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind selten. Regelmäßige Blutkontrollen sind bei der Langzeiteinnahme wichtig.
Häufige Nebenwirkungen von Losartan
Losartan gehört zur Gruppe der Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB, auch Sartane genannt) und wird zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und zum Nierenschutz bei Diabetes eingesetzt.
Es gilt als gut verträgliches Medikament mit einem günstigen Nebenwirkungsprofil.
Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen etwa 1 bis 10 von 100 Anwendern und sind in der Regel leicht ausgeprägt.
Häufige Nebenwirkungen:
- Schwindel: insbesondere zu Beginn der Behandlung oder bei Dosissteigerung. Entsteht durch die Blutdrucksenkung, an die sich der Körper erst gewöhnen muss
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit: treten bei manchen Patienten auf, besonders in den ersten Behandlungswochen
- Hypotonie (zu niedriger Blutdruck): kann Schwindel beim Aufstehen verursachen
- Erhöhte Kaliumwerte (Hyperkaliaaemie): Losartan kann den Kaliumspiegel im Blut erhöhen, was bei regelmäßigen Blutkontrollen überwacht wird
Weitere häufige Beschwerden:
- Kopfschmerzen
- Infektionen der oberen Atemwege
- Rückenschmerzen und Muskelkrämpfe
- Durchfall und Bauchschmerzen
Diese Nebenwirkungen klingen häufig nach den ersten Wochen der Behandlung ab, sobald sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat.
Im Vergleich zu ACE-Hemmern verursacht Losartan deutlich seltener einen trockenen Reizhusten.
Gelegentliche und seltene Nebenwirkungen
Neben den häufigen Beschwerden gibt es gelegentliche und seltene Nebenwirkungen, die bei einem kleineren Anteil der Patienten auftreten können.
Gelegentlich (1 bis 10 von 1.000 Anwendern):
- Schlafstoerugen und Schlaflosigkeit
- Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen
- Hautausschlag und Juckreiz
- Verdauungsbeschwerden, Uebelkeit
- Erhöhte Leberenzyme
- Brustschmerzen (nicht kardial bedingt)
Selten (1 bis 10 von 10.000 Anwendern):
- Angioödem (Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen). Obwohl Angioödem bei ARB seltener auftritt als bei ACE-Hemmern, ist es dennoch möglich
- Vaskulitis (Gefäßentzündung)
- Hepatitis (Leberentzündung)
- Nierenfunktionsstörungen, insbesondere bei Patienten mit vorbestehender Nierenerkrankung
- Anämie (Blutarmut)
Sehr selten:
- Schwere allergische Reaktionen
- Rhabdomyolyse (Zerfall von Skelettmuskelgewebe)
Das Austria-Codex listet alle bekannten Nebenwirkungen ausführlich auf.
Bei ungewöhnlichen Symptomen während der Losartan-Einnahme sollten Sie umgehend Ihren Arzt kontaktieren, insbesondere bei Schwellungen im Gesicht oder Rachenbereich.
Kaliumwerte und Nierenfunktion überwachen
Einer der wichtigsten Aspekte bei der Losartan-Therapie ist die Ueberwachung der Kaliumwerte und der Nierenfunktion.
Losartan beeinflusst das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS), was direkte Auswirkungen auf den Elektrolythaushalt hat.
Hyperkaliaaemie (erhöhte Kaliumwerte):
- Losartan kann die Kaliumausscheidung der Nieren verringern, was zu erhöhten Kaliumspiegeln im Blut führt
- Symptome einer Hyperkaliaaemie können Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, Kribbeln und Taubheitsgefühle sein
- Das Risiko ist erhöht bei gleichzeitiger Einnahme von kaliumsparenden Diuretika, ACE-Hemmern, Kaliumpräparaten oder bei eingeschränkter Nierenfunktion
Nierenfunktion:
- Losartan kann den Blutfluss in den Nieren verändern, was bei Patienten mit vorbestehender Nierenerkrankung zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen kann
- Bei Patienten mit Nierenarterienstenose (Verengung der Nierenarterien) ist besondere Vorsicht geboten
- Die Nierenfunktionswerte (Kreatinin, eGFR) sollten regelmäßig kontrolliert werden
Empfohlene Kontrollen:
- Kalium- und Kreatininwerte vor Therapiebeginn
- Kontrolle nach 1 bis 2 Wochen und nach jeder Dosisserhoehung
- Regelmäßige Kontrollen alle 3 bis 6 Monate bei stabiler Therapie
Das BASG empfiehlt, die Laborwerte laufend zu überwachen, besonders bei älteren Patienten und bei Patienten mit Diabetes oder Nierenerkrankungen.
Wichtige Wechselwirkungen von Losartan
Losartan kann mit verschiedenen Medikamenten wechselwirken, was die Nebenwirkungen verstärken oder die Wirksamkeit beeinflussen kann.
Erhöhtes Risiko für Hyperkaliaaemie bei Kombination mit:
- Kaliumsparenden Diuretika (Spironolacton, Eplerenon)
- ACE-Hemmern (duale RAAS-Blockade wird generell nicht empfohlen)
- Kaliumpräparaten oder kaliumreichen Salzersatzmitteln
- Trimethoprim (Antibiotikum)
- Heparin
Verstärkte Blutdrucksenkung bei Kombination mit:
- Anderen Blutdruckmedikamenten
- Diuretika (Wassertabletten)
- Trizyklischen Antidepressiva
- Alkohol
Verringerte Wirksamkeit von Losartan durch:
- NSAR wie Ibuprofen und Diclofenac (können die blutdrucksenkende Wirkung von Losartan abschwächen und gleichzeitig die Nierenfunktion beeinträchtigen)
Erhöhte Lithiumspiegel:
Losartan kann die Ausscheidung von Lithium verringern, was zu einer Lithiumvergiftung führen kann. Bei gleichzeitiger Einnahme sind engmaschige Lithiumspiegelkontrollen erforderlich.
Informieren Sie Ihren Arzt immer über alle Medikamente, die Sie einnehmen, einschließlich rezeptfreier Präparate und Nahrungsergänzungsmittel.
Ihr Apotheker kann Sie ebenfalls über mögliche Wechselwirkungen aufklären.
Wann Sie ärztliche Hilfe suchen sollten
Obwohl Losartan insgesamt gut vertragen wird, gibt es Situationen, in denen Sie umgehend ärztlichen Rat einholen sollten.
Kontaktieren Sie Ihren Arzt bei:
- Anhaltendem starkem Schwindel oder Ohnmachtsanfällen, da dies auf einen zu stark gesenkten Blutdruck hindeuten kann
- Muskelschwäche oder Herzstolpern, was Anzeichen erhöhter Kaliumwerte sein kann
- Stark verminderte Urinmenge oder dunklem Urin als möglicher Hinweis auf Nierenprobleme
- Gelbfärbung von Haut oder Augen, die auf eine Leberreaktion hindeuten könnte
- Anhaltendem trockenem Husten, obwohl dieser bei ARB selten ist
Sofort den Notruf 144 wählen bei:
- Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen (Angioödem), die zu Atemnot führen kann
- Schwerer allergischer Reaktion mit Hautausschlag, Atemnot und Kreislaufproblemen
- Starken Brustschmerzen oder Atemnot
Setzen Sie Losartan nicht eigenmaechttig ab, auch wenn Sie Nebenwirkungen bemerken. Ein plötzliches Absetzen von Blutdruckmedikamenten kann zu einem gefährlichen Blutdruckanstieg führen.
Besprechen Sie eventuelle Medikamentenwechsel immer mit Ihrem Arzt.
Das BASG bietet über sein Meldeportal die Möglichkeit, vermutete Nebenwirkungen zu berichten. Regelmäßige Kontrolltermine bei Ihrem Arzt sind ein wichtiger Bestandteil der Losartan-Therapie.
FAQ
Welche Nebenwirkungen hat Losartan am häufigsten?
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Schwindel, Müdigkeit, erhöhte Kaliumwerte und Kopfschmerzen. Diese sind meist leicht und bessern sich in den ersten Behandlungswochen.
Verursacht Losartan Husten wie ACE-Hemmer?
Nein, trockener Reizhusten tritt bei Losartan deutlich seltener auf als bei ACE-Hemmern. Das ist einer der Gründe, warum viele Patienten von einem ACE-Hemmer auf ein Sartan umgestellt werden.
Muss ich bei Losartan regelmäßig Blut abnehmen lassen?
Ja, regelmäßige Kontrollen von Kalium, Kreatinin und Nierenfunktionswerten sind empfehlenswert, besonders zu Beginn der Therapie und bei Dosisänderungen.
Bei stabiler Therapie genügen Kontrollen alle 3 bis 6 Monate.
Kann ich Ibuprofen zusammen mit Losartan nehmen?
Die Kombination sollte vermieden oder nur kurzfristig und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. NSAR wie Ibuprofen können die Wirksamkeit von Losartan verringern und die Nierenfunktion beeinträchtigen.
Macht Losartan müde?
Ja, Müdigkeit und Abgeschlagenheit können vor allem in den ersten Wochen auftreten, da sich der Körper an den niedrigeren Blutdruck anpasst. Dieses Symptom bessert sich in der Regel mit der Zeit.
Quellen
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Dr. Ross Elledge
Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie
Verifizierter Gesundheitsexperte
