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Dosierung

Omeprazol Dosierung: der richtige Umgang mit dem Magenschutz

|5 Min. Lesezeit|Medizinisch geprüft

Zusammenfassung

Omeprazol wird in Dosen von 10 bis 40 mg taeglich eingesetzt. Die Dosierung haengt von der Erkrankung ab. Die Einnahme erfolgt am besten morgens vor dem Fruehstueck. Eine langfristige Anwendung sollte aerztlich ueberwacht werden.

Omeprazol Dosierung nach Erkrankung

Die richtige Dosierung von Omeprazol richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. In Oesterreich ist Omeprazol als Protonenpumpenhemmer (PPI) fuer verschiedene Indikationen zugelassen.

Sodbrennen und gastroesophageale Refluxkrankheit (GERD):

  • Leichte Beschwerden: 10 mg oder 20 mg taeglich
  • Maessige bis schwere Refluxkrankheit: 20 mg bis 40 mg taeglich
  • Erhaltungstherapie: 10 mg bis 20 mg taeglich

Magen- und Zwoelffingerdarmgeschwuere:

  • Zwoelffingerdarmgeschwuer: 20 mg taeglich fuer 2 bis 4 Wochen
  • Magengeschwuer: 20 mg bis 40 mg taeglich fuer 4 bis 8 Wochen

Eradikation von Helicobacter pylori:

  • 20 mg zweimal taeglich in Kombination mit Antibiotika fuer 7 bis 14 Tage

Zollinger-Ellison-Syndrom:

  • Anfangsdosis 60 mg taeglich, Anpassung je nach Saeursekretion. Dosen ueber 80 mg taeglich werden auf zwei Einzeldosen aufgeteilt

Magenschutz bei NSAR-Einnahme:

  • 20 mg taeglich zur Vorbeugung von Magengeschwueren bei langfristiger Einnahme nichtsteroidaler Antirheumatika

Die genaue Dosierung sollte immer vom behandelnden Arzt festgelegt werden, basierend auf Ihrer individuellen Erkrankung und Vorgeschichte.

Richtige Einnahme von Omeprazol

Die korrekte Einnahme von Omeprazol ist entscheidend fuer die optimale Wirkung des Medikaments.

Einnahmezeitpunkt:

Omeprazol sollte vorzugsweise morgens vor dem Fruehstueck eingenommen werden, idealerweise 30 bis 60 Minuten vor der ersten Mahlzeit.

Der Wirkstoff hemmt die Protonenpumpen in den Belegzellen des Magens am effektivsten, wenn diese durch die Nahrungsaufnahme aktiviert werden.

Art der Einnahme:

  • Schlucken Sie die Kapsel oder Tablette im Ganzen mit einem Glas Wasser
  • Zerkauen oder zermahlen Sie die Kapseln nicht, da die magensaftresistente Beschichtung die Freisetzung im Darm sicherstellt
  • Wenn Sie Schwierigkeiten beim Schlucken haben, koennen die Kapseln geoeffnet und die Pellets in etwas Wasser oder Joghurt eingeruehrt werden. Kauen Sie die Pellets dabei nicht

Bei zweimal taeglicher Einnahme:

Nehmen Sie die erste Dosis morgens vor dem Fruehstueck und die zweite Dosis abends vor dem Abendessen ein.

Vergessene Dosis:

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie diese nach, sobald Sie daran denken. Wenn es fast Zeit fuer die naechste Dosis ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus.

Nehmen Sie niemals eine doppelte Dosis ein.

Omeprazol beginnt innerhalb einer Stunde zu wirken, die volle Wirkung wird jedoch erst nach einigen Tagen regelmaessiger Einnahme erreicht.

Wie lange sollte Omeprazol eingenommen werden?

Die empfohlene Behandlungsdauer haengt von der Indikation ab und sollte immer aerztlich festgelegt werden.

Kurzfristige Anwendung (2 bis 8 Wochen):

  • Magen- und Zwoelffingerdarmgeschwuere: in der Regel 2 bis 8 Wochen, je nach Schwere
  • Akute Refluxbeschwerden: oft reichen 4 bis 8 Wochen
  • Helicobacter-pylori-Eradikation: 7 bis 14 Tage in Kombination mit Antibiotika

Langfristige Anwendung:

  • Chronische Refluxkrankheit: Erhaltungstherapie mit der niedrigsten wirksamen Dosis
  • NSAR-Magenschutz: solange die NSAR-Therapie andauert
  • Zollinger-Ellison-Syndrom: Langzeittherapie, die regelmaessig ueberprueft wird

Wichtig:

Omeprazol sollte nicht ueber laengere Zeitraeume ohne aerztliche Kontrolle eingenommen werden.

Eine langfristige Anwendung ueber mehr als acht Wochen ist nur bei klarer Indikation und regelmaessiger aerztlicher Ueberwachung gerechtfertigt.

Beim Absetzen von Omeprazol nach laengerer Einnahme kann ein sogenannter Rebound-Effekt auftreten. Das bedeutet, dass die Saeurproduktion voruebergehend ueber das urspruengliche Niveau ansteigt.

Daher empfehlen viele Aerzte ein schrittweises Ausschleichen der Dosis statt eines abrupten Absetzens.

Nebenwirkungen in Bezug auf die Dosierung

Die Nebenwirkungen von Omeprazol koennen dosisabhaengig sein. Hoehere Dosen und laengere Einnahme erhoehen das Risiko fuer bestimmte Nebenwirkungen.

Haeufige Nebenwirkungen (alle Dosierungen):

  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Magen-Darm-Beschwerden: Durchfall, Verstopfung, Blaehungen, Bauchschmerzen, Uebelkeit

Risiken bei Langzeitanwendung:

  • Magnesiummangel: Bei Einnahme ueber mehr als drei Monate kann der Magnesiumspiegel im Blut sinken. Symptome sind Muskelkraempfe, Muedigkeit und Herzrhythmusstoerungen
  • Vitamin-B12-Mangel: Langfristige Saeurehemmung kann die Aufnahme von Vitamin B12 beeintraechtigen
  • Kalziumaufnahme: Moegliche Beeintraechtigung der Kalziumresorption, was langfristig das Risiko fuer Knochenbrueche erhoehen kann
  • Clostridium-difficile-Infektionen: Ein erhoehtes Risiko fuer Darminfektionen wurde beobachtet
  • Magenpolypen: Bei sehr langfristiger Einnahme koennen gutartige Magenpolypen auftreten

Das BASG und der Austria-Codex empfehlen, die niedrigste wirksame Dosis fuer die kuerzest moegliche Dauer einzusetzen.

Bei laengerer Einnahme sollten regelmaessige Blutkontrollen (Magnesium, Vitamin B12) durchgefuehrt werden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Omeprazol laenger als acht Wochen einnehmen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Omeprazol kann mit verschiedenen Medikamenten wechselwirken, was bei der Dosierung beruecksichtigt werden muss.

Wichtige Wechselwirkungen:

  • Clopidogrel (Plavix): Omeprazol kann die Wirksamkeit von Clopidogrel verringern. Bei gleichzeitiger Einnahme sollte ein Wechsel auf einen anderen Protonenpumpenhemmer (z. B. Pantoprazol) erwaogen werden
  • Methotrexat: Omeprazol kann den Methotrexat-Spiegel erhoehen, was zu verstaerkten Nebenwirkungen fuehren kann
  • Diazepam und Phenytoin: Omeprazol hemmt bestimmte Leberenzyme (CYP2C19) und kann den Abbau dieser Medikamente verlangsamen
  • Eisenpraeparate und Kalzium: Die Aufnahme von Eisen und Kalzium kann durch die verringerte Magensaeure vermindert sein
  • Johanniskraut und Rifampicin: Diese Substanzen koennen den Abbau von Omeprazol beschleunigen und seine Wirksamkeit verringern

HIV-Medikamente:

Omeprazol kann die Aufnahme von bestimmten HIV-Medikamenten (z. B. Atazanavir) erheblich verringern. Die gleichzeitige Einnahme ist in vielen Faellen kontraindiziert.

Informieren Sie Ihren Arzt immer ueber alle Medikamente und Nahrungsergaenzungsmittel, die Sie einnehmen. Dies schliesst auch rezeptfreie Mittel und pflanzliche Praeparate ein.

Ihr Apotheker kann Sie ebenfalls ueber moegliche Wechselwirkungen beraten.

FAQ

Wieviel mg Omeprazol darf man taeglich nehmen?

Die uebliche Tagesdosis liegt bei 20 mg. Je nach Erkrankung sind Dosen von 10 bis 40 mg ueblich. Bei Zollinger-Ellison-Syndrom koennen hoehere Dosen erforderlich sein.

Die Dosierung legt Ihr Arzt fest.

Wann nehme ich Omeprazol am besten ein?

Nehmen Sie Omeprazol morgens 30 bis 60 Minuten vor dem Fruehstueck ein. Schlucken Sie die Kapsel im Ganzen mit Wasser. Bei zweimal taeglicher Einnahme erfolgt die zweite Dosis vor dem Abendessen.

Wie lange darf man Omeprazol einnehmen?

Die Dauer haengt von der Erkrankung ab. Fuer akute Beschwerden sind 2 bis 8 Wochen ueblich.

Eine laengere Einnahme erfordert regelmaessige aerztliche Kontrollen wegen moeglicher Langzeitnebenwirkungen.

Was passiert, wenn ich Omeprazol einfach absetze?

Nach laengerer Einnahme kann ein Rebound-Effekt auftreten, bei dem die Magensaeureproduktion voruebergehend ansteigt. Es wird empfohlen, die Dosis schrittweise zu reduzieren statt abrupt abzusetzen.

Kann ich Omeprazol ohne Rezept kaufen?

In Oesterreich ist Omeprazol in niedrigen Dosierungen (10 mg und 20 mg) rezeptfrei in der Apotheke erhaeltlich. Hoehere Dosierungen und die Langzeitanwendung erfordern ein aerztliches Rezept.

Quellen

  1. BASG. Arzneispezialitaetenregister: Omeprazol
  2. Austria-Codex. Fachinformation Omeprazol

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