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Tamsulosin

Tamsulosin

Wirkstoff: Tamsulosinhydrochlorid
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Die medizinischen Informationen auf dieser Website wurden von Dr. Ross Elledge (approbierter Arzt) geprüft und dienen ausschließlich Bildungszwecken. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch mit Ihrem Arzt oder Facharzt. Befolgen Sie stets die Anweisungen Ihres verschreibenden Arztes und lesen Sie die Packungsbeilage Ihres Medikaments.

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Tamsulosin ist ein selektiver Alpha-1A-Adrenozeptor-Antagonist, der zur symptomatischen Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) bei erwachsenen Männern eingesetzt wird.

Dieser Wirkstoff entspannt die glatte Muskulatur der Prostata und des Blasenhalses, wodurch der Harnfluss verbessert und typische Beschwerden wie abgeschwächter Harnstrahl, häufiges Wasserlassen, nächtlicher Harndrang (Nykturie) und das Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung gelindert werden.

Tamsulosin wirkt bevorzugt auf die Alpha-1A-Rezeptoren, die in der Prostata, im Blasenhals und in der Harnröhre dominieren.

Diese Selektivität minimiert blutdrucksenkende Effekte im Vergleich zu unselektiven Alpha-Blockern. Die Prostata wird durch Tamsulosin nicht verkleinert, und es beeinflusst auch nicht die PSA-Werte.

Die Wirkung setzt in der Regel innerhalb weniger Tage bis Wochen ein, wobei die volle Symptomlinderung nach 2 bis 4 Wochen erreicht wird.

Tamsulosin kann auch off-label zur Erleichterung des spontanen Abgangs von Harnleitersteinen angewendet werden.

Anwendung & Dosierung

Nehmen Sie eine Tamsulosin-Retardkapsel einmal täglich nach dem Frühstück oder der ersten Mahlzeit des Tages ein. Schlucken Sie die Kapsel unzerkaut und ungeteilt mit einem Glas Wasser.

Zerkleinern, kauen oder öffnen Sie die Kapsel nicht, da dies den Retardmechanismus zerstört und zu einem schnellen Anstieg des Wirkstoffspiegels führen kann.

Um eine gleichmäßige Wirkstofffreisetzung und optimale Wirkung zu gewährleisten, nehmen Sie Tamsulosin jeden Tag zur gleichen Zeit nach derselben Mahlzeit ein.

Sollten Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie die nächste Dosis zur gewohnten Zeit ein und verdoppeln Sie die Dosis nicht.

Bei den ersten Anwendungen kann es zu Schwindel beim schnellen Aufstehen kommen. Stehen Sie daher langsam auf, um Stürze zu vermeiden.

Informieren Sie immer Ihren Augenarzt über die Einnahme von Tamsulosin, falls eine Kataraktoperation geplant ist.

Die empfohlene Dosis für erwachsene Männer beträgt 0,4 mg Tamsulosinhydrochlorid einmal täglich als Retardkapsel oder -tablette.

Diese Dosis wird nach dem Frühstück oder einer anderen Hauptmahlzeit eingenommen. Eine Dosissteigerung ist in der Regel nicht vorgesehen, da es sich um eine feste Standarddosis handelt.

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich, es sei denn, die Kreatinin-Clearance liegt unter 10 ml/min.

Bei schwerer Leberfunktionsstörung liegen keine ausreichenden Daten vor, daher sollte Tamsulosin mit Vorsicht angewendet oder vermieden werden.

Bei älteren Patienten ist im Allgemeinen keine spezielle Dosisreduktion erforderlich, jedoch ist aufgrund des erhöhten Risikos für orthostatische Hypotonie, insbesondere zu Behandlungsbeginn, Vorsicht geboten.

Tamsulosin ist nicht für die Anwendung bei Kindern indiziert.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Tamsulosin Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Häufig (betrifft bis zu 1 von 10 Behandelten):

* Schwindel, besonders beim schnellen Aufstehen (orthostatische Hypotonie).

* Abnormale Ejakulation (retrograde Ejakulation, bei der der Samenerguss in die Blase statt nach außen gelangt, oder vermindertes Ejakulatvolumen).

Dies ist harmlos, kann aber die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

* Kopfschmerzen.

* Rhinitis (verstopfte oder laufende Nase).

Gelegentlich (betrifft bis zu 1 von 100 Behandelten):

* Herzklopfen (Palpitationen).

* Übelkeit, Durchfall, Verstopfung.

* Hautausschlag, Juckreiz (Pruritus).

* Asthenie (Schwächegefühl).

Selten (betrifft bis zu 1 von 1.000 Behandelten):

* Synkope (Ohnmacht).

* Angioödem (Schwellung von Haut und Schleimhäuten, z.B. im Gesicht).

* Priapismus (schmerzhafte Dauererektion des Penis).

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10.000 Behandelten):

* Intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom (IFIS) während einer Kataraktoperation.

* Stevens-Johnson-Syndrom (schwere Hautreaktion).

* Erythema multiforme (Hauterkrankung mit roten Flecken).

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Vor Beginn der Therapie sollte ein Prostatakarzinom ausgeschlossen werden, da BPH und Prostatakrebs gleichzeitig bestehen können.

Tamsulosin behandelt nur die Symptome und ersetzt keine Krebsvorsorgeuntersuchungen wie PSA-Tests und digitale rektale Untersuchungen.

Besondere Vorsicht ist zu Beginn der Behandlung geboten, da Tamsulosin, obwohl selektiver als andere Alpha-Blocker, immer noch orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen) verursachen kann.

Stehen Sie langsam auf, um Schwindel oder Ohnmacht zu vermeiden, besonders in den ersten Tagen der Behandlung und bei älteren Patienten.

Informieren Sie Ihren Augenarzt unbedingt, wenn Sie Tamsulosin einnehmen oder eingenommen haben, bevor eine Kataraktoperation (Grauer Star) geplant ist.

Tamsulosin kann das intraoperative Floppy-Iris-Syndrom (IFIS) verursachen, das die Operation erschweren kann. Dies kann auch auftreten, wenn Tamsulosin bereits abgesetzt wurde.

Brechen Sie die Einnahme von Tamsulosin vor einer Operation nicht ohne ärztlichen Rat ab.

Die gleichzeitige Anwendung von Tamsulosin mit PDE5-Inhibitoren (wie Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil) kann den blutdrucksenkenden Effekt verstärken.

Beginnen Sie in solchen Fällen mit der niedrigsten Dosis des PDE5-Inhibitors. Vermeiden Sie die Kombination mit anderen Alpha-Blockern.

Gegenanzeigen

Tamsulosin darf nicht eingenommen werden, wenn Sie:

* Eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Tamsulosinhydrochlorid, andere Alpha-Adrenorezeptor-Antagonisten oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels haben.

Schwere allergische Reaktionen wie Angioödeme oder schwere Hautausschläge sind absolute Kontraindikationen.

* Eine Vorgeschichte von orthostatischer Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen, der zu Schwindel oder Ohnmacht führt) haben.

* Eine schwere Leberfunktionsstörung haben, da Tamsulosin hauptsächlich in der Leber metabolisiert wird und ein erhöhtes Toxizitätsrisiko besteht.

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min) und bei Patienten, die sich einer Kataraktoperation unterziehen müssen.

Tamsulosin ist nicht für Frauen oder Kinder geeignet.

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell verbessert Tamsulosin die Harnwegssymptome?
Viele Patienten bemerken eine Verbesserung des Harnflusses und eine Linderung der Symptome innerhalb weniger Tage bis einer Woche. Die volle symptomatische Wirkung wird üblicherweise nach 2 bis 4 Wochen regelmäßiger Einnahme erreicht. Setzen Sie die Einnahme konsequent fort, auch bei rascher Besserung.
Verkleinert Tamsulosin die Prostata?
Nein, Tamsulosin verkleinert die Prostata nicht. Es entspannt die Muskulatur in der Prostata und im Blasenhals, um den Harnfluss zu verbessern und die Symptome zu lindern. Zur Verkleinerung der Prostata werden andere Medikamente, sogenannte 5-Alpha-Reduktase-Hemmer (z.B. Finasterid), eingesetzt, manchmal in Kombination mit Tamsulosin.
Warum kann Tamsulosin die Ejakulation beeinflussen?
Tamsulosin kann eine retrograde Ejakulation verursachen, bei der der Samenerguss in die Blase statt nach außen gelangt. Dies ist harmlos und schmerzfrei, kann aber für manche Männer störend sein und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Der Effekt ist nach Absetzen des Medikaments reversibel. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn dies ein Problem für Sie darstellt.
Muss ich meinem Augenarzt von Tamsulosin berichten, wenn ich eine Kataraktoperation habe?
Ja, unbedingt. Tamsulosin kann das intraoperative Floppy-Iris-Syndrom (IFIS) verursachen, das Komplikationen bei Kataraktoperationen begünstigt. Ihr Augenarzt muss dies wissen, auch wenn Sie das Medikament bereits abgesetzt haben, da die Wirkung anhalten kann. Dies ermöglicht dem Chirurgen, sich entsprechend vorzubereiten.
Kann Tamsulosin zusammen mit Finasterid eingenommen werden?
Ja, die Kombinationstherapie mit Tamsulosin und einem 5-Alpha-Reduktase-Hemmer wie Finasterid ist eine etablierte Behandlungsoption bei moderater bis schwerer BPH. Tamsulosin sorgt für eine schnelle Symptomlinderung, während Finasterid die Prostata langfristig verkleinert und das Risiko für Harnverhalt oder Operationen reduziert.
Warum soll ich Tamsulosin nach dem Frühstück einnehmen?
Die Einnahme nach einer Mahlzeit, insbesondere nach dem Frühstück, verbessert die Aufnahme des Wirkstoffs und sorgt für gleichmäßigere Blutspiegel. Dies kann auch das Risiko von Nebenwirkungen wie Schwindel durch Blutdruckabfall minimieren. Eine nüchterne Einnahme könnte zu unregelmäßiger Resorption und verstärkten Nebenwirkungen führen.
Wie lange muss ich Tamsulosin einnehmen?
BPH ist eine chronische Erkrankung, und die meisten Patienten benötigen eine langfristige Behandlung mit Tamsulosin, um die Symptome zu kontrollieren. Wenn Sie die Einnahme beenden, kehren die Symptome in der Regel zurück. Ihr Arzt wird regelmäßig beurteilen, ob die Behandlung weiterhin geeignet ist und gegebenenfalls Alternativen besprechen.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte