
Aciclovir
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Die medizinischen Informationen auf dieser Website wurden von Dr. Ross Elledge (approbierter Arzt) geprüft und dienen ausschließlich Bildungszwecken. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch mit Ihrem Arzt oder Facharzt. Befolgen Sie stets die Anweisungen Ihres verschreibenden Arztes und lesen Sie die Packungsbeilage Ihres Medikaments.
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Aciclovir ist ein bewährtes antivirales Arzneimittel, das gezielt gegen Herpesviren wirkt.
Es wird zur Behandlung und Vorbeugung von Infektionen eingesetzt, die durch Herpes-simplex-Viren (HSV Typ 1 und 2) und Varizella-Zoster-Viren (VZV) verursacht werden.
Dazu gehören Lippenherpes, Genitalherpes, Gürtelrose (Herpes Zoster) und Windpocken.
Aciclovir ist ein Nukleosidanalogon, das die Vermehrung der Viren stoppt, indem es die virale DNA-Polymerase hemmt.
Das Besondere an Aciclovir ist seine selektive Wirkweise: Es wird nur in virusinfizierten Zellen durch ein virusspezifisches Enzym, die Thymidinkinase, aktiviert.
Dadurch werden gesunde, nicht infizierte Zellen weitgehend geschont, was Aciclovir ein günstiges Sicherheitsprofil verleiht.
Es verkürzt die Dauer und Schwere der Symptome, beschleunigt die Abheilung und reduziert die Virusausscheidung.
Aciclovir heilt Herpesinfektionen nicht dauerhaft, da das Virus latent in den Nervenganglien verbleibt, aber es kontrolliert die Symptome effektiv und vermindert die Häufigkeit von Ausbrüchen.
Aciclovir ist in Österreich in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: als Tabletten für die orale Therapie, als Infusionslösung für schwere oder lebensbedrohliche Infektionen (wie Herpesenzephalitis oder Varizellen bei immungeschwächten Patienten) und als topische Creme bei Lippenherpes.
Die Creme wirkt am besten, wenn sie bei den ersten Anzeichen wie Kribbeln oder Juckreiz angewendet wird.
Bei häufig wiederkehrendem Herpes kann auch eine langfristige vorbeugende Therapie in Betracht gezogen werden.
Anwendung & Dosierung
Aciclovir-Tabletten sollten mit ausreichend Wasser, idealerweise mindestens 250 ml pro Dosis, eingenommen werden, um die Nierenfunktion zu unterstützen und das Risiko von Nierenkomplikationen zu minimieren.
Sie können die Tabletten unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen.
Es ist entscheidend, während der gesamten Behandlungsdauer, besonders bei höheren Dosierungen, täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu trinken.
Beginnen Sie die Behandlung so früh wie möglich nach dem Auftreten der ersten Symptome, idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach den ersten Anzeichen wie Kribbeln oder Juckreiz.
Bei Gürtelrose sollte die Therapie innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags begonnen werden, um die Wirksamkeit zu maximieren.
Halten Sie die verordnete Behandlungsdauer unbedingt ein, auch wenn sich Ihre Symptome vorzeitig bessern.
Die Dosen sollten gleichmäßig über den Tag verteilt werden, mit einem Abstand von etwa vier Stunden während der Wachzeit.
Für die topische Anwendung bei Lippenherpes tragen Sie die Aciclovir-Creme fünfmal täglich, etwa alle vier Stunden während der Wachzeit, über fünf Tage auf die betroffene Stelle auf.
Waschen Sie Ihre Hände gründlich vor und nach jeder Anwendung, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Die Dosierung von Aciclovir variiert je nach Art und Schwere der Infektion sowie dem Alter des Patienten. Aciclovir ist als Tabletten in Stärken von 200 mg, 400 mg und 800 mg erhältlich.
Genitalherpes (Erstinfektion): Nehmen Sie 200 mg fünfmal täglich (etwa alle 4 Stunden, mit Nachtpause) über 5 bis 10 Tage oder 400 mg dreimal täglich über 5 Tage ein.
Genitalherpes (Rezidiv): Nehmen Sie 200 mg fünfmal täglich über 5 Tage ein. Beginnen Sie die Behandlung so früh wie möglich.
Genitalherpes (Suppressionstherapie bei häufigen Rezidiven): Nehmen Sie 400 mg zweimal täglich kontinuierlich ein.
Die Notwendigkeit einer fortgesetzten Suppressionstherapie sollte mindestens einmal jährlich überprüft werden.
Herpes Zoster (Gürtelrose): Nehmen Sie 800 mg fünfmal täglich über 7 Tage ein. Die Behandlung sollte innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags begonnen werden.
Windpocken (Erwachsene): Nehmen Sie 800 mg fünfmal täglich über 7 Tage ein. Für Kinder erfolgt die Dosierung gewichtsabhängig nach ärztlicher Anweisung.
Lippenherpes (Erstinfektion): Nehmen Sie 200 mg fünfmal täglich über 5 Tage ein.
Eingeschränkte Nierenfunktion: Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich.
Bei einer Kreatinin-Clearance von 10-25 ml/min wird beispielsweise bei Gürtelrose 800 mg alle acht Stunden empfohlen, bei einer Clearance unter 10 ml/min 200 mg einmal täglich.
Bitte konsultieren Sie Ihren Arzt bezüglich der genauen Dosisanpassung. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist in diesen Fällen besonders wichtig.
Nebenwirkungen
Aciclovir wird im Allgemeinen gut vertragen. Die meisten Nebenwirkungen sind mild und vorübergehend.
Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Behandelten): Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen.
Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1.000 Behandelten): Schwindel, Müdigkeit, Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht (Urtikaria), Photosensitivität (erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht).
**Selten (betrifft 1 bis 10 von 10.
000 Behandelten):** Reversible Nierenfunktionsstörungen (insbesondere bei Dehydration oder schneller intravenöser Gabe), Anstieg der Leberenzyme oder des Bilirubins, Anstieg von Harnstoff und Kreatinin im Blut, Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie.
**Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10.
000 Behandelten):** Akutes Nierenversagen (meist durch Kristallurie bei dehydrierten Patienten oder schneller intravenöser Infusion), neurologische Effekte wie Tremor, Verwirrtheit, Halluzinationen, Krampfanfälle (hauptsächlich bei intravenöser Anwendung oder bei eingeschränkter Nierenfunktion), Anaphylaxie (schwere allergische Reaktion).
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr während der Behandlung reduziert das Risiko von Nierenkomplikationen erheblich.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Während der Behandlung mit Aciclovir ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von entscheidender Bedeutung.
Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit, besonders bei höheren Dosierungen und bei älteren Patienten.
Dies hilft, die Nieren zu schützen und das Risiko einer kristallinen Nephropathie zu vermeiden, bei der Aciclovir-Kristalle in den Nierentubuli ausfallen könnten.
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisreduktion unerlässlich.
Wenn die Dosis nicht angepasst wird, kann dies zu einer Anreicherung des Medikaments und neurologischer Toxizität führen.
Neurologische Nebenwirkungen treten bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion häufiger auf.
Ihr Arzt wird die Dosis entsprechend Ihrer Nierenfunktion anpassen und diese gegebenenfalls überwachen.
Aciclovir ist am wirksamsten, wenn die Behandlung so früh wie möglich begonnen wird. Bei Gürtelrose sollte die Therapie innerhalb von 72 Stunden nach dem Auftreten des Ausschlags einsetzen.
Bei Lippenherpes sollte die Creme bereits beim ersten Kribbeln oder Jucken aufgetragen werden, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Obwohl Aciclovir in der Schwangerschaft nicht formal zugelassen ist, liegen umfangreiche Sicherheitsdaten aus Registern vor, die kein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler zeigen.
Es wird häufig bei Genitalherpes kurz vor der Entbindung eingesetzt, um eine Übertragung auf das Neugeborene zu verhindern.
Besprechen Sie die Anwendung in der Schwangerschaft immer mit Ihrem behandelnden Arzt oder Gynäkologen, um Nutzen und Risiken abzuwägen.
Gegenanzeigen
Aciclovir darf nicht angewendet werden, wenn Sie eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Aciclovir, Valaciclovir (ein Prodrug von Aciclovir) oder einen der sonstigen Bestandteile des Präparats haben.
Eine Überempfindlichkeitsreaktion kann sich als schwerer Hautausschlag oder systemische Symptome wie Anaphylaxie äußern.
Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Niereninsuffizienz ist eine engmaschige Überwachung und eine Dosisanpassung zwingend erforderlich, da Aciclovir hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden wird.
Eine unzureichende Dosisanpassung kann zur Akkumulation des Wirkstoffs im Blut führen und das Risiko für Nierentoxizität (Aciclovir-Kristalle in den Nierentubuli) und Neurotoxizität (Verwirrtheit, Halluzinationen, Krampfanfälle) erhöhen.
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist vor und während der Behandlung, insbesondere bei hohen Dosen, unerlässlich, um Nierenprobleme zu vermeiden.
Aciclovir-Creme ist ausschließlich zur äußerlichen Anwendung bestimmt und darf nicht auf die Augen, in den Mund oder auf die Genitalien aufgetragen werden (für Genitalherpes werden orale Tabletten verwendet).
Vermeiden Sie die gleichzeitige Anwendung von Aciclovir mit anderen nierenschädigenden Medikamenten (nephrotoxische Substanzen), wie zum Beispiel Aminoglykosiden oder Cisplatin, da dies das Risiko einer Nierenschädigung erhöhen kann.
Häufig gestellte Fragen
Kann Aciclovir Herpes vollständig heilen?
Wie schnell sollte ich mit der Einnahme beginnen?
Kann ich Aciclovir langfristig zur Herpes-Suppression einnehmen?
Warum muss ich während der Behandlung so viel Wasser trinken?
Ist Aciclovir in der Schwangerschaft sicher?
Warum ist die Dosis für Gürtelrose viel höher als für Genitalherpes?
Kann ich Aciclovir ohne Rezept kaufen?
Was soll ich tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
Dr. Ross Elledge
Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie
Verifizierter Gesundheitsexperte


