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Valaciclovir

Valaciclovir

Wirkstoff: Valaciclovir (als Valaciclovirhydrochlorid)
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Die medizinischen Informationen auf dieser Website wurden von Dr. Ross Elledge (approbierter Arzt) geprüft und dienen ausschließlich Bildungszwecken. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch mit Ihrem Arzt oder Facharzt. Befolgen Sie stets die Anweisungen Ihres verschreibenden Arztes und lesen Sie die Packungsbeilage Ihres Medikaments.

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Valaciclovir ist ein verschreibungspflichtiges antivirales Medikament, das zur Behandlung von Infektionen durch Herpes-Viren eingesetzt wird.

Als sogenannte Prodrug von Aciclovir wird es im Körper schnell in den eigentlichen Wirkstoff Aciclovir umgewandelt, der die Vermehrung der Viren hemmt.

Anwendungsgebiete und Wirkungsweise

Valaciclovir wird bei Herpes labialis (Lippenherpes), Herpes genitalis (Genitalherpes) sowie Herpes zoster (Gürtelrose) eingesetzt.

Darüber hinaus dient es der Langzeitprophylaxe, um Rückfälle von Genitalherpes zu verhindern.

Der entscheidende Vorteil gegenüber dem älteren Aciclovir liegt in der deutlich besseren Aufnahme im Dünndarm: Valaciclovir erreicht eine fünfmal höhere Bioverfügbarkeit, sodass die tägliche Tablettenzahl erheblich geringer ist.

Wirkungseintritt und Behandlungsdauer

Je früher die Einnahme nach dem Auftreten erster Symptome wie Kribbeln, Brennen oder Bläschen beginnt, desto wirksamer ist die Behandlung.

Idealerweise sollte Valaciclovir innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach den ersten Anzeichen eingenommen werden.

Die Behandlungsdauer variiert je nach Indikation und beträgt zwischen 3 Tagen bei Lippenherpes und bis zu 10 Tagen bei einer Erstinfektion mit Genitalherpes.

Bei der Suppressionstherapie zur Vorbeugung wird Valaciclovir dauerhaft täglich eingenommen.

Wichtige Hinweise zur Sicherheit

Valaciclovir heilt die Herpesinfektion nicht vollständig, da das Virus lebenslang im Nervensystem verbleibt und bei geschwächtem Immunsystem oder bestimmten Auslösern erneut aktiv werden kann.

Während der Behandlung ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, um die Nieren zu schützen.

Anwendung & Dosierung

Einnahme und allgemeine Hinweise

Valaciclovir wird oral als Tablette mit reichlich Wasser eingenommen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Nehmen Sie die Tabletten in regelmäßigen Abständen ein und führen Sie die Behandlung über den gesamten verordneten Zeitraum fort, auch wenn die Symptome bereits abklingen.

Behandlungsbeginn und Flüssigkeitszufuhr

Beginnen Sie die Behandlung so früh wie möglich nach den ersten Symptomen - idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden.

Trinken Sie während der Behandlung ausreichend Flüssigkeit, um die Nieren zu schützen und eine mögliche Anreicherung des Wirkstoffs zu vermeiden.

Was Valaciclovir leistet

Valaciclovir heilt die Herpes-Infektion nicht, sondern unterdrückt die Virusvermehrung und verkürzt den Krankheitsverlauf.

Das Virus verbleibt im Körper und kann bei geschwächtem Immunsystem oder bestimmten Auslösern erneut aktiv werden.

Bei der Suppressionstherapie zur Vorbeugung von Rückfällen wird das Medikament täglich über einen längeren Zeitraum eingenommen.

Herpes zoster (Gürtelrose):

  • 1000 mg dreimal täglich über 7 Tage

Herpes genitalis (Erstinfektion):

  • 500 mg zweimal täglich über 5 bis 10 Tage

Herpes genitalis (Rückfall):

  • 500 mg zweimal täglich über 3 bis 5 Tage

Vorbeugung von Herpes genitalis:

  • 500 mg einmal täglich (bei weniger als 10 Rückfällen pro Jahr)
  • 500 mg zweimal täglich (bei 10 oder mehr Rückfällen pro Jahr)

Lippenherpeis:

  • 2000 mg zweimal am selben Tag im Abstand von 12 Stunden

Bei Niereninsuffizienz ist eine Dosisanpassung erforderlich.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Kopfschmerzen und Übelkeit treten bei einem Teil der Patienten auf, sind in der Regel mild und klingen im Verlauf der Behandlung ab.

Gelegentlich können Schwindel, Verwirrtheit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen sowie Hautausschlag oder Juckreiz auftreten.

Seltene, aber ernste Nebenwirkungen

Nierenfunktionsstörungen können auftreten, insbesondere bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr oder bei Patienten mit vorbestehender Nierenerkrankung.

Neurologische Symptome wie Verwirrtheit, Halluzinationen oder Krampfanfälle sind bei hoher Dosierung oder Niereninsuffizienz möglich.

In sehr seltenen Fällen wurde bei stark immungeschwächten Patienten eine thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP) beschrieben.

Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn Sie schwere neurologische Symptome oder Zeichen einer Nierenproblematik bemerken.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

  • Ausreichend Flüssigkeit trinken, um die Nieren zu schützen
  • Bei Niereninsuffizienz ist eine Dosisreduktion erforderlich
  • Vorsicht bei älteren Patienten (höheres Risiko für Nierenfunktionsstörungen)
  • Bei Auftreten neurologischer Symptome (Verwirrtheit, Halluzinationen) sofort den Arzt aufsuchen
  • In Schwangerschaft und Stillzeit nur nach ärztlicher Abwägung anwenden
  • Valaciclovir verhindert nicht die Übertragung von Herpes auf andere Personen

Gegenanzeigen

Valaciclovir (Prodrug von Aciclovir) ist kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Valaciclovir, Aciclovir oder einen der sonstigen Bestandteile.

Da Valaciclovir nach der Resorption vollständig zu Aciclovir umgewandelt wird, sind alle Kontraindikationen von Aciclovir auch für Valaciclovir relevant.

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (GFR unter 30 ml/min) muss Valaciclovir in reduzierten Dosen und mit verlängerten Dosierungsintervallen angewendet werden.

Bei immungeschwächten Patienten und insbesondere bei Nierentransplantierten sind hohe Valaciclovir-Dosen mit Fällen von thrombotischer Mikroangiopathie in Verbindung gebracht worden.

**Während der Schwangerschaft sollte Valaciclovir nur bei zwingender Indikation unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Valaciclovir und Aciclovir?
Valaciclovir ist eine Vorstufe von Aciclovir mit besserer Aufnahme im Darm. Dadurch müssen Sie weniger Tabletten pro Tag einnehmen, da höhere Wirkstoffspiegel im Blut erreicht werden. Im Körper wird Valaciclovir vollständig zu Aciclovir umgewandelt, das die eigentliche antivirale Wirkung entfaltet.
Kann Valaciclovir Herpes heilen?
Nein. Valaciclovir kann die Virusvermehrung hemmen und den Krankheitsverlauf deutlich verkürzen, aber das Herpes-Virus verbleibt lebenslang im Körper. Bei geschwächtem Immunsystem oder bestimmten Auslösern wie Stress oder Sonneneinstrahlung kann es erneut aktiv werden.
Wie schnell sollte ich mit der Einnahme beginnen?
So früh wie möglich - idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach den ersten Symptomen wie Kribbeln, Brennen oder Rötung. Bei Lippenherpes kann eine schnelle Behandlung das Auftreten von Bläschen sogar vollständig verhindern.
Verhindert Valaciclovir die Ansteckung anderer?
Valaciclovir kann das Übertragungsrisiko verringern, aber nicht vollständig eliminieren. Während eines aktiven Ausbruchs sollten Sie engen Hautkontakt mit der betroffenen Stelle vermeiden und bei Genitalherpes zusätzlich Kondome verwenden.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte