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Männergesundheit – ärztlich begleitete Therapie online

Männer in Österreich gehen deutlich seltener zum Arzt als Frauen, obwohl viele Gesundheitsprobleme bei frühzeitiger Behandlung gut beherrschbar sind. Als verschreibender Arzt sehe ich täglich Patienten, die Prostatabeschwerden oder Testosteronmangel jahrelang verdrängt haben. Evidenzbasierte Therapien verbessern die Lebensqualität erheblich, wenn sie rechtzeitig eingeleitet werden. Von der gutartigen Prostatavergrösserung bis zum altersbedingten Hormonmangel gibt es wirksame Behandlungsoptionen.

Alphablocker wie Tamsulosin verbessern Harnflussbeschwerden bei BPH innerhalb von 1–2 Wochen bei über 70 Prozent der Männer

Testosteronersatztherapie bei nachgewiesenem Hypogonadismus verbessert Energie, Stimmung und Sexualfunktion

Die Ärztekammer empfiehlt ab dem 45. Lebensjahr eine jährliche Prostata-Vorsorgeuntersuchung

Finasterid 5 mg reduziert das Prostatavolumen um 20–30 Prozent und senkt das Risiko einer Harnverhaltung

Über Männergesundheit

Klinischer Überblick zur Männergesundheit

Die Männergesundheit umfasst spezifische Erkrankungen des männlichen Urogenitaltrakts und hormonelle Veränderungen, die mit dem Alter zunehmen.

In Österreich berichten gemäss urologischen Erhebungen rund 50 Prozent der Männer über 50 Jahre über Symptome des unteren Harntrakts (LUTS), die häufig durch eine gutartige Prostatavergrösserung (BPH) verursacht werden.

Benigne Prostatahyperplasie ist die häufigste gutartige Erkrankung älterer Männer. Die Prostata wächst unter dem Einfluss von Dihydrotestosteron ab dem 40.

Lebensjahr kontinuierlich und engt die Harnröhre ein. Typische Symptome umfassen häufigen Harndrang, abgeschwächten Harnstrahl, Nachtröpfeln, Nykturie und das Gefühl unvollständiger Blasenentleerung.

Der internationale Prostatasymptom-Score (IPSS) quantifiziert den Schweregrad und leitet die Therapiewahl.

Testosteronmangel (Hypogonadismus) betrifft rund 2–5 Prozent der Männer zwischen 40 und 79 Jahren. Der Testosteronspiegel sinkt ab dem 30. Lebensjahr jährlich um etwa 1–2 Prozent.

Symptome umfassen verminderte Libido, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Abnahme der Muskelmasse und Zunahme des viszeralen Fetts.

Die Diagnose erfordert niedrige Serumtestosteronwerte bei gleichzeitig bestehenden klinischen Symptomen.

Häufige Gesundheitsthemen bei Männern:

  • Gutartige Prostatavergrösserung mit Harntraktbeschwerden ab dem 50. Lebensjahr
  • Testosteronmangel mit Auswirkungen auf Energie, Stimmung und Sexualfunktion
  • Prostatakrebsvorsorge als lebenswichtige Routineuntersuchung
  • Kardiovaskuläre Risikoprävention, da Männer früher betroffen sind als Frauen
  • Psychische Gesundheit, da Depressionen bei Männern häufig unterdiagnostiziert sind

Verschreibungspflichtige Behandlungsoptionen

Die Therapie männerspezifischer Erkrankungen folgt den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie und den Empfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für Urologie.

Alphablocker bei gutartiger Prostatavergrösserung sind die Erstlinientherapie bei mittelschweren bis schweren LUTS.

Tamsulosin 0,4 mg täglich ist das am häufigsten verschriebene Präparat in Österreich und entspannt die glatte Muskulatur der Prostata und des Blasenhalses.

Die Wirkung setzt innerhalb von 1–2 Wochen ein. Alfuzosin 10 mg retard bietet ein ähnliches Wirkprofil.

Häufige Nebenwirkungen umfassen orthostatische Hypotonie, retrograde Ejakulation und verstopfte Nase.

5-Alpha-Reduktase-Hemmer wie Finasterid 5 mg und Dutasterid 0,5 mg reduzieren das Prostatavolumen um 20–30 Prozent über 6–12 Monate.

Sie sind besonders bei grösseren Drüsen über 40 ml wirksam und senken das Risiko einer akuten Harnverhaltung und einer Prostata-Operation.

Die BASG-Fachinformation weist auf sexuelle Nebenwirkungen bei 3–5 Prozent der Patienten hin.

Kombinationstherapie aus Alphablocker und 5-Alpha-Reduktase-Hemmer zeigt in der CombAT-Studie eine überlegene Wirksamkeit gegenüber der Monotherapie bei Männern mit grosser Prostata und moderaten bis schweren Symptomen.

Testosteronersatztherapie bei diagnostiziertem Hypogonadismus umfasst transdermales Testosteron-Gel (Androgel, Testogel) als bevorzugte Applikationsform und intramuskuläre Depotinjektionen (Testosteronundecanoat alle 10–14 Wochen).

Die Ärztekammer betont, dass vor Therapiebeginn Prostatakarzinom und Polyglobulie ausgeschlossen werden müssen.

Behandlungsentscheidung nach IPSS-Score:

  • IPSS 0–7 (leicht): Watchful Waiting mit jährlicher Kontrolle
  • IPSS 8–19 (moderat): Medikamentöse Therapie als Erstlinie
  • IPSS 20–35 (schwer): Medikamentöse Therapie oder operative Evaluation
  • Bei Komplikationen wie rezidivierender Harnverhaltung sofortige urologische Überweisung

Diagnostik und ärztliche Abklärung

Die Abklärung männerspezifischer Beschwerden erfordert eine systematische Erfassung von Symptomen, Vorerkrankungen und Risikofaktoren.

Gemäss der Ärztekammer sollte jeder Mann über 50 mit Harntraktbeschwerden eine strukturierte Beurteilung erhalten.

Prostataabklärung umfasst den IPSS-Fragebogen zur Schweregradbestimmung, die Uroflowmetrie zur Messung des Harnflusses und den Restharnultraschall.

Der PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) dient als Marker für Prostatakarzinom, wobei ein Grenzwert von 4 ng/ml als obere Normgrenze gilt.

Die digitale rektale Untersuchung durch den Urologen ergänzt die PSA-Bestimmung.

Laboruntersuchungen bei Männergesundheit:

  • Gesamttestosteron im Serum, morgens vor 10 Uhr abgenommen
  • SHBG und freies Testosteron bei grenzwertigen Gesamtwerten
  • PSA vor Beginn einer Testosterontherapie zum Ausschluss von Prostatakarzinom
  • Hämatokrit zur Erkennung einer Polyglobulie unter Testosterontherapie
  • Lipidprofil und HbA1c wegen des metabolischen Syndroms als häufige Begleiterkrankung

Bei Dr. Presc beantworten Sie einen validierten Fragebogen zu Harntraktsymptomen, sexueller Funktion, Energieniveau und bestehender Medikation. Der zugelassene Arzt beurteilt den Fall individuell.

Bei Verdacht auf Prostatakarzinom oder der Notwendigkeit einer urologischen Untersuchung wird die Vorstellung beim Facharzt dringend empfohlen.

Kontraindikationen für Testosterontherapie:

  • Prostatakarzinom oder Verdacht darauf (PSA-Erhöhung oder auffälliger Tastbefund)
  • Männliches Mammakarzinom
  • Schwere unbehandelte Schlafapnoe
  • Hämatokrit über 54 Prozent
  • Unbehandelter Kinderwunsch, da exogenes Testosteron die Spermatogenese unterdrückt

Lebensstilmassnahmen und Prävention

Die medikamentöse Therapie wird durch evidenzbasierte Lebensstilmassnahmen wirkungsvoll ergänzt.

Die Österreichische Gesellschaft für Urologie betont, dass Lebensstilmodifikation bei leichten Symptomen als Erstmassnahme ausreichen kann.

Bewegung und Sport haben einen messbaren positiven Effekt auf Prostatabeschwerden und Testosteronspiegel.

Krafttraining zwei- bis dreimal wöchentlich steigert den Serumtestosteron um 10–15 Prozent bei hypogonadalen Männern.

Ausdauertraining von 150 Minuten pro Woche verbessert die Harntrakt-Symptome unabhängig von der medikamentösen Therapie.

Eine Studie im European Urology zeigte, dass körperlich aktive Männer ein um 25 Prozent niedrigeres BPH-Progressionsrisiko haben.

Ernährung beeinflusst die Prostata- und Hormongesundheit. Lycopin aus Tomaten und Tomatenprodukten zeigt in epidemiologischen Studien eine Assoziation mit verringertem Prostatakrebsrisiko.

Zinkhaltige Lebensmittel wie Kürbiskerne und Meeresfrüchte unterstützen die Testosteronproduktion. Übermässiger Alkoholkonsum senkt den Testosteronspiegel und verschlechtert Harntraktsymptome.

Weitere evidenzbasierte Empfehlungen:

  • Gewichtsreduktion bei BMI über 30 verbessert den Testosteronspiegel um 2–5 nmol/L
  • Begrenzung der Flüssigkeitszufuhr am Abend reduziert Nykturie
  • Blasentraining mit Miktionsprotokoll verbessert die Speicherfunktion
  • Rauchstopp senkt das Risiko für Prostatakarzinom und verbessert die Gefässfunktion
  • 7–8 Stunden Schlaf pro Nacht erhalten den Testosteron-Tagesrhythmus

Die Ärztekammer empfiehlt allen Männern ab 45 Jahren eine jährliche Vorsorgeuntersuchung mit PSA-Bestimmung und rektaler Untersuchung.

Bei familiärer Belastung mit Prostatakarzinom wird der Beginn bereits ab 40 Jahren empfohlen. Die Früherkennung kann die Heilungsrate bei Prostatakarzinom auf über 90 Prozent steigern.

Frequently Asked Questions

Ab wann sollte ich bei Prostatabeschwerden zum Arzt gehen?
Bei häufigem nächtlichem Harndrang, abgeschwächtem Harnstrahl oder dem Gefühl unvollständiger Blasenentleerung ist eine ärztliche Abklärung empfohlen. Besonders bei plötzlicher Verschlechterung, Blut im Urin oder vollständiger Harnverhaltung ist eine sofortige Vorstellung beim Urologen nötig.
Muss ich Prostatamedikamente dauerhaft nehmen?
Alphablocker wie Tamsulosin müssen bei anhaltenden Symptomen dauerhaft eingenommen werden, da die Wirkung nach Absetzen nachlässt. 5-Alpha-Reduktase-Hemmer benötigen 6–12 Monate bis zur vollen Wirkung und werden langfristig verschrieben. Regelmässige Kontrollen bestimmen die Therapiedauer.
Senkt Finasterid den PSA-Wert?
Ja, Finasterid und Dutasterid senken den PSA-Wert um etwa 50 Prozent nach 6–12 Monaten Einnahme. Bei der Interpretation des PSA-Werts muss der Arzt diesen Effekt berücksichtigen und den gemessenen Wert verdoppeln. Ein Anstieg unter Therapie erfordert weitere urologische Abklärung.
Ist Testosterontherapie sicher für die Prostata?
Aktuelle Studien zeigen kein erhöhtes Prostatakrebsrisiko unter Testosteronersatztherapie bei normalen PSA-Ausgangswerten. Dennoch empfiehlt die Ärztekammer vor Therapiebeginn einen PSA-Test und eine rektale Untersuchung sowie halbjährliche Kontrollen unter Therapie.
Kann ich Alphablocker und PDE-5-Hemmer gleichzeitig nehmen?
Ja, diese Kombination ist möglich, erfordert aber Vorsicht wegen additiver Blutdrucksenkung. Der PDE-5-Hemmer sollte erst eingeleitet werden, wenn der Alphablocker stabil eingestellt ist. Tadalafil 5 mg täglich ist als einziger PDE-5-Hemmer für BPH und ED zugleich zugelassen.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte

Die medizinischen Informationen auf dieser Website wurden von Dr. Ross Elledge (approbierter Arzt) geprüft und dienen ausschließlich Bildungszwecken. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch mit Ihrem Arzt oder Facharzt. Befolgen Sie stets die Anweisungen Ihres verschreibenden Arztes und lesen Sie die Packungsbeilage Ihres Medikaments.