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Dosierung

Naproxen Dosierung: richtige Einnahme und Höchstdosis

|6 Min. Lesezeit|Medizinisch geprüft

Zusammenfassung

Erwachsene nehmen üblicherweise 250 bis 500 mg Naproxen zweimal täglich ein. Die Tageshöchstdosis liegt je nach Indikation bei etwa 1000 bis 1250 mg. Naproxen sollte zum Essen eingenommen und nie mit anderen NSAR kombiniert werden. Ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion benötigen niedrigere Dosen und ärztliche Kontrolle.

Übliche Dosierung für Erwachsene

Naproxen ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) mit entzündungshemmender, schmerzlindernder und fiebersenkender Wirkung.

In Österreich ist es rezeptpflichtig - die Dosierung legt daher grundsätzlich Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Die Angaben in diesem Artikel beschreiben übliche Standarddosierungen und ersetzen weder die ärztliche Verordnung noch die Gebrauchsinformation Ihres Präparats.

Für Erwachsene gilt als Standard:

  • 250 bis 500 mg zweimal täglich, also morgens und abends im Abstand von etwa 12 Stunden
  • Tageshöchstdosis: etwa 1000 mg bei längerer Anwendung; kurzfristig kann ärztlich bis zu 1250 mg pro Tag verordnet werden, etwa am ersten Tag eines Gichtanfalls oder bei starken Regelschmerzen

Eine Besonderheit von Naproxen ist seine lange Wirkdauer von rund 12 Stunden - deutlich länger als bei Ibuprofen.

Dadurch genügt die zweimal tägliche Einnahme, um Schmerzen über den ganzen Tag zu kontrollieren. Das macht Naproxen besonders geeignet bei Beschwerden, die über viele Stunden anhalten.

Wie bei allen NSAR gilt der Grundsatz: die niedrigste wirksame Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum.

Wenn 250 mg zweimal täglich ausreichen, gibt es keinen Grund, mehr einzunehmen - jede Dosiserhöhung steigert auch das Risiko für Magen-, Nieren- und Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen.

So nehmen Sie Naproxen richtig ein

Mit ein paar einfachen Regeln verbessern Sie Verträglichkeit und Wirkung von Naproxen:

  • Zum Essen einnehmen. Eine Mahlzeit oder zumindest ein kleiner Imbiss schützt die Magenschleimhaut vor direkter Reizung. Die Wirkung setzt dadurch etwas langsamer ein, die Verträglichkeit ist aber deutlich besser.
  • Mit einem großen Glas Wasser schlucken. Nehmen Sie die Tablette aufrecht sitzend oder stehend ein, nicht im Liegen.
  • Feste Einnahmezeiten. Bei zweimal täglicher Einnahme haben sich Frühstück und Abendessen bewährt - so halten Sie den 12-Stunden-Abstand automatisch ein.
  • Tabletten nicht teilen, wenn sie keine Bruchrille haben; magensaftresistente Tabletten dürfen grundsätzlich nicht zerteilt oder zerkaut werden.
  • Nicht auf Vorrat oder vorbeugend einnehmen. Naproxen wirkt gegen bestehende Schmerzen und Entzündungen; eine Einnahme „für alle Fälle“ ist sinnlos und belastet den Körper unnötig.

Beachten Sie außerdem die Anwendungsdauer: Akute Schmerzen sollten sich innerhalb weniger Tage deutlich bessern.

Wenn Sie Naproxen länger als eine Woche regelmäßig benötigen oder die Beschwerden trotz Einnahme zunehmen, gehört die Ursache ärztlich abgeklärt.

Bei einer verordneten Dauertherapie - etwa bei Arthrose oder rheumatischen Erkrankungen - kontrolliert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt in regelmäßigen Abständen Blutdruck, Nierenwerte und Blutbild.

Dosierung nach Anwendungsgebiet

Die optimale Dosierung hängt vom Anwendungsgebiet ab. Übliche ärztlich verordnete Schemata sind:

Regelschmerzen (Dysmenorrhoe): Zu Beginn 500 mg, danach bei Bedarf 250 mg alle 6 bis 8 Stunden. Am ersten Tag sind kurzfristig bis zu 1250 mg möglich.

Der frühe Beginn - bei den ersten Anzeichen der Beschwerden - verbessert die Wirkung deutlich.

Migräne: 500 mg möglichst früh zu Beginn der Attacke.

Naproxen kann auch in Kombination mit einem Triptan verordnet werden; Studien zeigen, dass diese Kombination wirksamer ist als die jeweiligen Einzelsubstanzen.

Akuter Gichtanfall: Zu Beginn 750 mg, anschließend 250 mg alle 8 Stunden, bis der Anfall abgeklungen ist. Der rasche Therapiebeginn ist hier entscheidend.

Arthrose und rheumatische Erkrankungen: 250 bis 500 mg zweimal täglich als längerfristige Therapie unter ärztlicher Kontrolle.

Hier wird die Dosis individuell auf die niedrigste wirksame Menge eingestellt.

Fieber und leichte bis mäßige Schmerzen: Häufig genügen 250 mg zweimal täglich.

Diese Schemata gelten für gesunde Erwachsene. Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist Naproxen nur eingeschränkt und ausschließlich nach ärztlicher Verordnung geeignet.

In der Schwangerschaft ist Naproxen im dritten Trimenon kontraindiziert und sollte auch davor nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.

Ältere Menschen und eingeschränkte Nierenfunktion

Ältere Menschen reagieren empfindlicher auf NSAR: Magen-Darm-Blutungen, Nierenfunktionsstörungen und Blutdruckanstiege treten ab etwa 65 Jahren deutlich häufiger auf.

  • möglichst niedrige Dosen, zum Beispiel 250 mg zweimal täglich
  • möglichst kurze Anwendungsdauer
  • ärztliche Prüfung, ob ein Magenschutz (PPI) mitverordnet werden soll
  • Kontrolle der Nierenwerte, vor allem bei Dauertherapie

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist besondere Vorsicht geboten, denn Naproxen kann die Nierendurchblutung weiter verschlechtern.

Bei leichter bis mittlerer Einschränkung wird die Dosis reduziert und die Nierenfunktion überwacht; bei schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) ist Naproxen kontraindiziert.

Riskant ist insbesondere die Kombination von Naproxen mit ACE-Hemmern oder Sartanen plus Diuretika - diese Dreierkombination kann ein akutes Nierenversagen auslösen, vor allem bei Flüssigkeitsmangel durch Hitze, Durchfall oder Erbrechen.

Wer diese Medikamente einnimmt, sollte Naproxen nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden.

Auch bei Lebererkrankungen und Herzinsuffizienz ist eine Dosisanpassung oder ein Verzicht auf NSAR nötig.

Sprechen Sie in diesen Fällen mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt über Alternativen wie Paracetamol (z. B. Mexalen).

Vergessene Dosis und Überdosierung

Vergessene Dosis: Nehmen Sie die vergessene Tablette ein, sobald Sie sich daran erinnern - außer es ist fast Zeit für die nächste Dosis.

In diesem Fall lassen Sie die vergessene Einnahme einfach aus und setzen das gewohnte Schema fort. Nehmen Sie niemals die doppelte Menge ein, um eine vergessene Dosis auszugleichen.

Da Naproxen rund 12 Stunden wirkt, bleibt die Schmerzlinderung auch bei einer leicht verspäteten Einnahme meist ausreichend.

Überdosierung: Wer einmalig versehentlich eine zusätzliche Tablette eingenommen hat, muss in der Regel nichts befürchten - Magenbeschwerden, Übelkeit oder Schläfrigkeit sind möglich.

  • starke Magenschmerzen, Erbrechen (eventuell mit Blut)
  • Schwindel, Ohrensausen, Verwirrtheit
  • verminderte Harnmenge als Zeichen einer Nierenschädigung
  • in schweren Fällen Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen

Bei Verdacht auf eine relevante Überdosierung - besonders bei Kindern - kontaktieren Sie die Vergiftungsinformationszentrale (+43 1 406 43 43) oder den ärztlichen Notdienst.

Nehmen Sie die Medikamentenpackung mit, wenn Sie ärztliche Hilfe aufsuchen.

Bewahren Sie Naproxen wie alle Medikamente außerhalb der Reichweite von Kindern auf und verwenden Sie keine Tabletten nach Ablauf des Verfallsdatums.

Nie mit anderen NSAR kombinieren

Ein häufiger und vermeidbarer Fehler ist die gleichzeitige Einnahme mehrerer NSAR - zum Beispiel Naproxen zusammen mit Ibuprofen (Nurofen, Brufen), Diclofenac oder Acetylsalicylsäure in schmerzstillender Dosis.

Da Ibuprofen in Österreich rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist, passiert diese Doppeleinnahme oft unbeabsichtigt.

Warum die Kombination keinen Sinn ergibt:

  • Alle NSAR wirken über denselben Mechanismus, die Hemmung der COX-Enzyme. Eine zweite Substanz bringt keinen zusätzlichen schmerzlindernden Nutzen.
  • Die Risiken addieren sich jedoch: Magen-Darm-Blutungen, Nierenschäden und Herz-Kreislauf-Komplikationen werden deutlich wahrscheinlicher.

Wenn die Wirkung von Naproxen nicht ausreicht, gibt es bessere Strategien:

  • Paracetamol (z. B. Mexalen) als Kombinationspartner: Es wirkt über einen anderen Mechanismus und kann mit Naproxen kombiniert werden - bis maximal 3 g Paracetamol pro Tag in der Selbstmedikation.
  • Ärztliche Neubewertung: Reicht die Schmerzlinderung trotz korrekter Dosierung nicht aus, sollte die Diagnose überprüft und die Therapie angepasst werden.

Prüfen Sie auch Kombinationspräparate gegen Erkältung oder Schmerzen auf ihre Inhaltsstoffe - manche enthalten bereits ein NSAR.

Ihre Apotheke kann über die e-Medikation kontrollieren, ob sich Ihre Medikamente überschneiden.

Beim Wechsel von einem NSAR auf ein anderes sollte ein zeitlicher Abstand eingehalten werden - bei Naproxen wegen der langen Wirkdauer idealerweise rund 12 Stunden.

FAQ

Wie viel Naproxen darf ich maximal pro Tag einnehmen?

Für längere Anwendungen gilt eine Tageshöchstdosis von etwa 1000 mg.

Kurzfristig - etwa am ersten Tag eines Gichtanfalls oder bei starken Regelschmerzen - kann ärztlich bis zu 1250 mg pro Tag verordnet werden.

Mehr erhöht nur die Risiken, nicht die schmerzlindernde Wirkung.

Muss ich Naproxen zum Essen einnehmen?

Ja, das wird empfohlen. Die Einnahme zu einer Mahlzeit mit einem großen Glas Wasser verbessert die Magenverträglichkeit deutlich.

Die Wirkung setzt dadurch etwas langsamer ein, dafür sinkt das Risiko für Sodbrennen, Übelkeit und Magenschmerzen erheblich.

Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?

Nehmen Sie die Dosis nach, sobald Sie es bemerken - außer die nächste Einnahme steht kurz bevor. Dann lassen Sie die vergessene Dosis aus und folgen dem normalen Schema.

Nehmen Sie nie die doppelte Menge ein, um eine vergessene Tablette auszugleichen.

Wie schnell und wie lange wirkt Naproxen?

Die schmerzlindernde Wirkung beginnt meist innerhalb von 30 bis 60 Minuten, bei Einnahme zum Essen etwas später.

Mit rund 12 Stunden hält die Wirkung deutlich länger an als bei Ibuprofen - deshalb genügt in der Regel die zweimal tägliche Einnahme.

Darf ich Naproxen zusammen mit Ibuprofen einnehmen?

Nein.

Beide sind NSAR und wirken über denselben Mechanismus - die Kombination bringt keinen zusätzlichen Nutzen, erhöht aber das Risiko für Magenblutungen, Nieren- und Herz-Kreislauf-Probleme deutlich.

Als Kombinationspartner eignet sich stattdessen Paracetamol (z. B. Mexalen).

Quellen

  1. Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) – Arzneimittelinformation
  2. Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs – gesundheit.gv.at

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Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte