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Nebenwirkungen

Nebenwirkungen von Omeprazol: was Sie wissen sollten

|8 Min. Lesezeit|Medizinisch geprüft

Zusammenfassung

Omeprazol ist in der Regel gut verträglich. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Durchfall. Bei Langzeitanwendung können Magnesiummangel, Vitamin-B12-Mangel und ein erhöhtes Knochenbruchrisiko auftreten.

Häufige Nebenwirkungen von Omeprazol

Die häufigsten Nebenwirkungen von Omeprazol treten bei etwa 1 bis 10 % der Anwender auf und sind in der Regel leicht ausgeprägt.

Magen-Darm-Beschwerden:

  • Bauchschmerzen: die am häufigsten gemeldete Nebenwirkung
  • Durchfall: tritt bei einigen Patienten auf, vor allem zu Beginn der Behandlung
  • Verstopfung: weniger häufig, aber möglich
  • Uebelkeit und Erbrechen: können gelegentlich vorkommen
  • Blähungen: durch veränderte Magen-Darm-Funktion

Weitere häufige Nebenwirkungen:

  • Kopfschmerzen: betreffen mehrere Prozent der Anwender
  • Schwindel: gelegentlich berichtet
  • Schlafstörungen: selten, aber möglich

Diese Nebenwirkungen sind meist vorübergehend und verschwinden häufig von selbst, wenn der Körper sich an das Medikament gewöhnt hat.

Sollten die Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten, ist eine ärztliche Rücksprache sinnvoll.

Langzeitnebenwirkungen bei Daueranwendung

Bei längerer Einnahme von Omeprazol (über mehrere Monate oder Jahre) können zusätzliche Nebenwirkungen auftreten, die besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Magnesiummangel (Hypomagnesiaaemie):

Bei Langzeitanwendung (in der Regel über ein Jahr) kann Omeprazol den Magnesiumspiegel im Blut senken. Symptome umfassen Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen und Müdigkeit.

Regelmäßige Blutkontrollen sind bei Langzeiteinnahme empfehlenswert.

Vitamin-B12-Mangel:

Die verminderte Magensäureproduktion kann die Aufnahme von Vitamin B12 beeinträchtigen. Bei längerer Einnahme sollte der B12-Spiegel kontrolliert werden.

Erhöhtes Knochenbruchrisiko:

Studien weisen auf ein leicht erhöhtes Risiko für Huefte-, Handgelenk- und Wirbelsäulenfrakturen bei Langzeitanwendung hin, insbesondere bei älteren Patienten.

Clostridium-difficile-Infektionen:

Die verminderte Magensäure kann die Anfälligkeit für bestimmte Darminfektionen erhöhen.

Rebound-Effekt:

Beim abrupten Absetzen nach längerer Einnahme kann es zu einer vorübergehenden Uebersaeuerung kommen. Ein schrittweises Ausschleichen wird daher empfohlen.

Das BASG empfiehlt, Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol in der niedrigsten wirksamen Dosis und für die kürzeste notwendige Dauer einzusetzen.

Seltene und sehr seltene Nebenwirkungen

Seltene Nebenwirkungen (weniger als 1 von 1.000 Patienten) und sehr seltene Nebenwirkungen (weniger als 1 von 10.000) umfassen:

  • Hautreaktionen: Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht. In sehr seltenen Fällen schwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom
  • Leberentzündung (Hepatitis): äußert sich durch Gelbsucht, dunklen Urin und Müdigkeit
  • Nierenentzündung (interstitielle Nephritis): kann zu veränderter Urinmenge und Nierenfunktionsstörung führen
  • Blutbildveränderungen: Verminderung weißer Blutkörperchen oder Blutplättchen in sehr seltenen Fällen
  • Sehstörungen: verschwommenes Sehen wurde vereinzelt berichtet
  • Gelenkschmerzen und Muskelschwaече: treten selten auf

Bei Auftreten schwerwiegender Symptome sollte die Einnahme von Omeprazol unterbrochen und umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Omeprazol kann die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen, da es über das Cytochrom-P450-Enzymsystem in der Leber abgebaut wird.

Wichtige Wechselwirkungen:

  • Clopidogrel: Omeprazol kann die Wirksamkeit von Clopidogrel verringern. Eine gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen
  • Methotrexat: Bei hoher Dosierung kann Omeprazol den Methotrexat-Spiegel erhöhen
  • Ketoconazol und Itraconazol: Deren Aufnahme kann durch die verminderte Magensäure verringert werden
  • Diazepam und Phenytoin: Omeprazol kann deren Abbau verlangsamen
  • Eisenpräparate: Die Aufnahme kann durch den erhöhten Magen-pH vermindert sein

Teilen Sie Ihrem Arzt stets alle Medikamente mit, die Sie einnehmen, einschließlich rezeptfreier Präparate und Nahrungsergänzungsmittel.

Die Austria-Codex Fachinformation enthält eine vollständige Liste aller bekannten Wechselwirkungen.

FAQ

Welche Nebenwirkungen hat Omeprazol am häufigsten?

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Blähungen. Diese Beschwerden sind in der Regel leicht und vorübergehend.

Ist Omeprazol für die Langzeiteinnahme geeignet?

Omeprazol kann bei Bedarf auch länger eingenommen werden, allerdings sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden.

Bei Langzeitanwendung sind regelmäßige Kontrollen von Magnesium, Vitamin B12 und Knochendichte ratsam.

Kann man Omeprazol einfach absetzen?

Nach längerer Einnahme sollte Omeprazol schrittweise ausgeschlichen werden, um einen Rebound-Effekt (vorübergehende Uebersaeuerung) zu vermeiden. Besprechen Sie das Vorgehen mit Ihrem Arzt.

Quellen

  1. BASG. Arzneispezialitaetenregister: Omeprazol
  2. Austria-Codex. Fachinformation Omeprazol

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Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte