EU-lizenziert4.7/5
Nebenwirkungen

Valsartan Nebenwirkungen: was Sie wissen muessen

|5 Min. Lesezeit|Medizinisch geprüft

Zusammenfassung

Valsartan ist ein gut vertraeglicher Blutdrucksenker aus der Gruppe der Sartane. Haeufige Nebenwirkungen sind Schwindel und Muedigkeit. Erhoehte Kaliumwerte und Nierenfunktionsstoerungen erfordern regelmaessige Blutkontrollen.

Haeufige Nebenwirkungen von Valsartan

Valsartan gehoert zur Gruppe der Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB) und wird zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und nach Herzinfarkt eingesetzt.

Es zeichnet sich durch eine insgesamt gute Vertraeglichkeit aus.

Die haeufigsten Nebenwirkungen betreffen etwa 1 bis 10 von 100 Anwendern und sind in den meisten Faellen leicht ausgepraegt.

Bei Bluthochdruck:

  • Kopfschmerzen: eine der am haeufigsten berichteten Nebenwirkungen, besonders zu Beginn der Therapie
  • Schwindel: tritt vor allem bei den ersten Dosen oder bei Dosissteigerung auf
  • Infektionen der oberen Atemwege: wie Erkaeltungen und Nasennebenhoehlenentzuendung

Bei Herzinsuffizienz (zusaetzliche haeufige Nebenwirkungen):

  • Orthostatische Hypotonie: Schwindel beim Aufstehen durch Blutdruckabfall
  • Erhoehte Kaliumwerte: kommen bei herzinsuffizienten Patienten haeufiger vor
  • Nierenfunktionsstoerungen: muessen regelmaessig ueberwacht werden
  • Muedigkeit und Abgeschlagenheit: treten bei einem nennenswerten Anteil der Patienten auf

Im Vergleich zu ACE-Hemmern wie Enalapril oder Ramipril verursacht Valsartan deutlich seltener einen trockenen Reizhusten.

Dies ist einer der Hauptgruende, warum Patienten auf ein Sartan umgestellt werden.

Gelegentliche und seltene Nebenwirkungen

Neben den haeufigen Nebenwirkungen gibt es eine Reihe weniger haeufiger Beschwerden, die bei Valsartan auftreten koennen.

Gelegentlich (1 bis 10 von 1.000 Anwendern):

  • Durchfall und Bauchschmerzen
  • Uebelkeit
  • Gelenkschmerzen und Rueckenschmerzen
  • Schlafstoerugen
  • Hautausschlag und Juckreiz
  • Husten (seltener als bei ACE-Hemmern)
  • Erhoehte Leberenzyme

Selten (1 bis 10 von 10.000 Anwendern):

  • Angiooedem: Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen. Obwohl bei Sartanen seltener als bei ACE-Hemmern, erfordert diese Nebenwirkung sofortige aerztliche Behandlung
  • Nierenfunktionsverschlechterung
  • Blutbildveraenderungen
  • Schwere Hautreaktionen

Sehr selten:

  • Leberschaeden
  • Schwere allergische Reaktionen
  • Rhabdomyolyse

Hinweis zum Valsartan-Rueckruf:

In der Vergangenheit wurden bestimmte Valsartan-Praeparate aufgrund von Verunreinigungen mit Nitrosaminen (NDMA) zurueckgerufen.

Das BASG hat die betroffenen Chargen identifiziert und vom Markt genommen. Aktuelle Praeparate auf dem oesterreichischen Markt erfuellen die strengen Qualitaetsanforderungen.

Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.

Valsartan in der Langzeittherapie

Valsartan wird in der Regel als Langzeittherapie eingesetzt. Bestimmte Aspekte muessen bei der dauerhaften Einnahme besonders beachtet werden.

Kaliumwerte:

Eine Erhoehung des Kaliumspiegels im Blut ist eine der wichtigsten Nebenwirkungen bei Langzeittherapie.

Besonders gefaehrdet sind Patienten mit eingeschraenkter Nierenfunktion, Diabetes oder gleichzeitiger Einnahme kaliumsparender Diuretika. Regelmaessige Blutkontrollen sind unverzichtbar.

Nierenfunktion:

Bei Patienten mit vorbestehender Nierenerkrankung kann Valsartan die Nierenfunktion beeinflussen.

Die Kreatinin- und eGFR-Werte sollten regelmaessig kontrolliert werden, besonders in den ersten Wochen und nach Dosisaenderungen.

Blutdruckueberwachung:

Regelmaessige Blutdruckmessungen zu Hause koennen helfen, die Wirksamkeit der Therapie zu ueberwachen.

Ein zu starker Blutdruckabfall aeussert sich in Schwindel, Muedigkeit und Konzentrationsstoerungen.

Empfohlene Kontrollintervalle:

  • Blutdruck: regelmaessig zu Hause und bei jedem Arztbesuch
  • Kalium und Kreatinin: nach 1 bis 2 Wochen, dann alle 3 bis 6 Monate
  • Leberwerte: einmal jaehrlich oder bei Verdacht auf Leberprobleme

Das BASG und der Austria-Codex betonen die Bedeutung der regelmaessigen aerztlichen Kontrolle bei der Langzeiteinnahme von Sartanen.

Besondere Patientengruppen und Vorsichtsmassnahmen

Bestimmte Patientengruppen erfordern besondere Aufmerksamkeit bei der Valsartan-Therapie.

Aeltere Patienten:

Aeltere Patienten sind anfaelliger fuer orthostatische Hypotonie (Schwindel beim Aufstehen) und Nierenfunktionsstoerungen. Die Anfangsdosis sollte niedrig gewaehlt und langsam gesteigert werden.

Sturzprophylaxe ist besonders wichtig.

Patienten mit Nierenerkrankung:

Bei leicht bis maessig eingeschraenkter Nierenfunktion kann Valsartan unter engmaschiger Kontrolle eingesetzt werden.

Bei schwerer Niereninsuffizienz ist Vorsicht geboten und die Dosierung muss angepasst werden.

Patienten mit Lebererkrankung:

Bei Leberfunktionsstoerungen kann die Ausscheidung von Valsartan verlangsamt sein. Die Tagesdosis sollte 80 mg in der Regel nicht ueberschreiten.

Schwangerschaft und Stillzeit:

Valsartan ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, da es schwere Schaeden beim ungeborenen Kind verursachen kann.

Bei Kinderwunsch oder eingetretener Schwangerschaft muss Valsartan sofort abgesetzt und durch ein sicheres Alternativmedikament ersetzt werden.

Auch waehrend der Stillzeit wird die Einnahme nicht empfohlen.

Diabetes:

Patienten mit Diabetes haben ein erhoehtes Risiko fuer Hyperkaliaaemie.

Die Kombination von Valsartan mit einem ACE-Hemmer und/oder Aliskiren (Tripelblockade des RAAS) ist bei Diabetikern kontraindiziert.

Besprechen Sie Ihre individuelle Situation mit Ihrem Arzt, damit die Therapie optimal auf Sie abgestimmt werden kann.

Wann Sie aerztliche Hilfe suchen sollten

Die meisten Nebenwirkungen von Valsartan sind harmlos und voruebergehend. In bestimmten Situationen ist jedoch rasches Handeln erforderlich.

Kontaktieren Sie Ihren Arzt bei:

  • Anhaltendem Schwindel oder Ohnmachtsanfaellen: koennte auf einen zu stark gesenkten Blutdruck hinweisen
  • Muskelschwaeche, Herzstolpern oder Taubheitsgefuehle: moegliche Anzeichen erhoehter Kaliumwerte
  • Deutlich verminderte Urinmenge: kann auf Nierenprobleme hindeuten
  • Gelbfaerbung von Haut oder Augen: erfordert sofortige Abklaerung der Leberfunktion
  • Anhaltenden Hautausschlag oder Juckreiz: kann eine allergische Reaktion anzeigen

Sofort den Notruf 144 waehlen bei:

  • Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen (Angiooedem) mit Atemnot
  • Schwerer allergischer Reaktion mit Kreislaufkollaps
  • Starken Brustschmerzen oder ploetzlicher Atemnot

Wichtig:

Setzen Sie Valsartan niemals eigenmaechttig ab. Ein abruptes Absetzen kann zu einem gefaehrlichen Blutdruckanstieg fuehren.

Wenn Sie die Therapie beenden moechten oder Nebenwirkungen auftreten, besprechen Sie dies immer mit Ihrem Arzt.

Regelmaessige Kontrolltermine sind ein wichtiger Teil Ihrer Blutdrucktherapie. Nutzen Sie auch das Meldeportal des BASG, um vermutete Nebenwirkungen zu berichten.

FAQ

Welche Nebenwirkungen hat Valsartan am haeufigsten?

Die haeufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schwindel und Muedigkeit. Bei Patienten mit Herzinsuffizienz koennen zusaetzlich orthostatische Hypotonie und erhoehte Kaliumwerte auftreten.

Ist Valsartan besser vertraeglich als ACE-Hemmer?

Valsartan verursacht deutlich seltener trockenen Reizhusten als ACE-Hemmer. Das allgemeine Nebenwirkungsprofil ist aehnlich, jedoch empfinden viele Patienten Sartane als besser vertraeglich.

Muss ich bei Valsartan regelmaessig zum Arzt?

Ja, regelmaessige Kontrollen von Blutdruck, Kalium und Nierenfunktionswerten sind wichtig. Zu Beginn und bei Dosisaenderungen sollten Kontrollen haeufiger stattfinden, danach alle 3 bis 6 Monate.

Kann Valsartan die Nieren schaedigen?

Valsartan hat bei den meisten Patienten eine nierenschuetzende Wirkung.

Bei vorbestehender Nierenerkrankung oder gleichzeitiger Einnahme bestimmter Medikamente kann die Nierenfunktion jedoch beeintraechtigt werden. Regelmaessige Blutkontrollen sind daher wichtig.

Darf ich Valsartan in der Schwangerschaft nehmen?

Nein, Valsartan ist in der Schwangerschaft kontraindiziert und kann schwere Schaeden beim ungeborenen Kind verursachen.

Bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft muss sofort auf ein sicheres Alternativmedikament umgestellt werden.

Quellen

  1. BASG. Arzneispezialitaetenregister: Valsartan
  2. Austria-Codex. Fachinformation Valsartan
  3. BASG. Information zu Valsartan-haltigen Arzneimitteln

Online kaufen: Valsartanas

Konsultation über Partner starten

Valsartanas

Verwandte Artikel

Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte