EU-lizenziert4.7/5

Hormonelle Verhütung – ärztlich verordnet und individuell abgestimmt

Die Wahl des passenden Verhütungsmittels erfordert eine sorgfältige ärztliche Beurteilung unter Berücksichtigung individueller Risikofaktoren. Als verschreibender Arzt prüfe ich Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme und persönliche Bedürfnisse, bevor ich ein Präparat empfehle. Die Ärztekammer betont, dass hormonelle Kontrazeptiva zu den sichersten Verhütungsmethoden zählen, wenn sie korrekt angewendet werden. Bei Dr. Presc erhalten Sie eine fundierte Beratung und ein individuelles Rezept.

Kombinationspillen bieten bei korrekter Anwendung einen Pearl-Index unter 1, also weniger als eine Schwangerschaft pro 100 Frauenjahre

Gestagenpillen (Minipille) eignen sich für Frauen mit Kontraindikationen gegen Östrogen wie Migräne mit Aura oder Thromboserisiko

Die BASG empfiehlt eine individuelle Risikobewertung vor Erstverschreibung, insbesondere bezüglich Thromboserisiko

Nachfüllrezepte für bestehende Verhütungsmittel erfordern eine aktualisierte Gesundheitsanamnese alle 12 Monate

Über Verhütung

Hormonelle Verhütungsmethoden im Überblick

Hormonelle Kontrazeptiva gehören in Österreich zu den am häufigsten verwendeten Verhütungsmethoden.

Laut Daten der ÖGK nehmen rund 30 Prozent der Frauen im reproduktiven Alter eine hormonelle Verhütung in Anspruch.

Die Auswahl des geeigneten Präparats richtet sich nach dem individuellen Risikoprofil, den Bedürfnissen und der Verträglichkeit.

Kombinierte hormonelle Kontrazeptiva (KHK) enthalten ein Östrogen und ein Gestagen.

Sie sind als Pille, Pflaster oder Vaginalring erhältlich und verhindern den Eisprung, verdicken den Zervixschleim und verändern die Gebärmutterschleimhaut.

Gängige Östrogen-Gestagenkombinationen umfassen Ethinylestradiol/Levonorgestrel, Ethinylestradiol/Drospirenon und Estradiolvalerat/Dienogest. Der Pearl-Index liegt bei korrekter Anwendung unter 1.

Reine Gestagenpräparate (Minipille, Desogestrel-Pille) eignen sich für Frauen, bei denen östrogenhaltige Präparate kontraindiziert sind, etwa bei Migräne mit Aura, Thromboseanamnese oder in der Stillzeit.

Die Desogestrel-Pille (75 Mikrogramm) hemmt in den meisten Zyklen den Eisprung und bietet ein grösseres Einnahmefenster von 12 Stunden im Vergleich zu älteren Minipillen.

Langzeitverhütung mit Hormonimplantaten (Etonogestrel-Implantat), Hormonspirale (Levonorgestrel-IUS) oder Dreimonatsspritze (Medroxyprogesteronacetat) bietet hohe Sicherheit bei geringem Anwendungsfehler und wird für Frauen empfohlen, die eine langfristige, zuverlässige Lösung bevorzugen.

Die Ärztekammer weist darauf hin, dass die Verhütungsberatung stets individuell erfolgen muss und eine pauschale Empfehlung nicht sinnvoll ist.

Lebensumstände, Kinderwunschplanung und Risikofaktoren fliessen gleichermassen in die Entscheidung ein.

Risikobewertung und Kontraindikationen

Die BASG und die Ärztekammer betonen, dass vor jeder Verschreibung eines hormonellen Verhütungsmittels eine sorgfältige Risikobewertung erfolgen muss.

Besonders das thromboembolische Risiko steht im Fokus, da kombinierte hormonelle Kontrazeptiva das Risiko für venöse Thrombosen erhöhen.

Absolute Kontraindikationen für kombinierte hormonelle Kontrazeptiva:

  • Venöse oder arterielle Thromboembolie in der Vorgeschichte
  • Migräne mit Aura in jedem Alter
  • Mammakarzinom oder östrogenabhängige Tumoren
  • Aktive Lebererkrankung oder Lebertumoren
  • Unkontrollierter Bluthochdruck über 160/100 mmHg
  • Rauchen bei Frauen über 35 Jahren (mehr als 15 Zigaretten täglich)
  • Schwere Fettleber oder bekannte Thrombophilie

Risikofaktoren, die eine Nutzen-Risiko-Abwägung erfordern:

  • Familienanamnese für venöse Thrombosen bei erstgradigen Verwandten unter 45 Jahren
  • Übergewicht mit BMI über 30
  • Immobilisation oder geplante Operationen
  • Rauchen bei Frauen unter 35 Jahren
  • Alter über 35 Jahre als eigenständiger Risikofaktor

Bei der Online-Konsultation über Dr. Presc wird ein validierter Fragebogen zu allen relevanten Risikofaktoren ausgefüllt.

Der verschreibende Arzt prüft die Angaben und lehnt die Verschreibung ab, wenn Kontraindikationen vorliegen. In diesem Fall wird eine Vorstellung beim Gynäkologen empfohlen.

Das Thromboserisiko variiert je nach Gestagen: Levonorgestrel-haltige Pillen weisen das geringste Zusatzrisiko auf, während Pillen mit Drospirenon, Desogestrel oder Gestoden ein etwas höheres Risiko tragen.

Die BASG empfiehlt, bei Erstverschreibung bevorzugt levonorgestrelhaltige Präparate einzusetzen.

Anwendung und Umgang mit Einnahmefehlern

Die korrekte Anwendung hormoneller Verhütungsmittel ist entscheidend für deren Zuverlässigkeit.

Im Alltag kommt es jedoch häufig zu Einnahmefehlern, die die Verhütungssicherheit beeinträchtigen können. Die BASG-Fachinformation gibt klare Anweisungen für den Umgang mit vergessenen Pillen.

Einnahmeregeln für die Kombinationspille (21/7 oder 24/4 Schema):

  • Tägliche Einnahme möglichst zur gleichen Uhrzeit
  • Bei Verspätung unter 12 Stunden: Pille nachnehmen, Schutz besteht weiter
  • Bei Verspätung über 12 Stunden: Pille nachnehmen und zusätzliche Verhütung (Kondom) für 7 Tage
  • In der ersten Woche des Blisters: Rückwirkend ungeschützter Verkehr der letzten Tage beachten, Notfallverhütung erwägen
  • In der dritten Woche des Blisters: Pillenpause verkürzen oder überspringen

Einnahmeregeln für die Desogestrel-Minipille:

  • Tägliche Einnahme ohne Pause mit einem Toleranzfenster von 12 Stunden
  • Bei Verspätung über 12 Stunden: Zusätzliche Verhütung für 7 Tage
  • Durchgehende Einnahme ohne hormonfreies Intervall

Umgang mit Erbrechen und Durchfall:

Bei Erbrechen innerhalb von 3–4 Stunden nach Einnahme gilt die Pille als nicht aufgenommen. Eine Ersatzpille sollte so bald wie möglich eingenommen werden.

Bei anhaltendem Durchfall über 24 Stunden ist die Aufnahme der Wirkstoffe möglicherweise beeinträchtigt – zusätzliche Verhütung ist empfehlenswert.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten:

  • Johanniskraut kann die Pillenwirkung vermindern
  • Bestimmte Antiepileptika und Antibiotika (vor allem Rifampicin) reduzieren die Wirksamkeit
  • Bei vorübergehender Zusatzmedikation den verschreibenden Arzt informieren

Dr. Presc stellt bei jeder Rezeptverlängerung sicher, dass die aktuelle Medikation auf Wechselwirkungen geprüft wird.

Notfallverhütung und weiterführende Beratung

Trotz sorgfältiger Anwendung kann es zu Situationen kommen, in denen eine Notfallverhütung erforderlich wird.

In Österreich sind zwei orale Notfallverhütungsmittel ohne Rezept in der Apotheke erhältlich, wobei eine ärztliche Beratung dennoch empfohlen wird.

Levonorgestrel (EllaOne-Alternative) mit 1,5 mg als Einzeldosis, wirksam bis 72 Stunden nach ungeschütztem Verkehr, Wirksamkeit abnehmend von 95 Prozent (erste 24 Stunden) auf 58 Prozent (48–72 Stunden).

Ulipristalacetat (EllaOne) mit 30 mg als Einzeldosis, wirksam bis 120 Stunden nach ungeschütztem Verkehr mit gleichbleibend hoher Wirksamkeit über den gesamten Zeitraum.

Die Kupferspirale als nicht-hormonale Notfallverhütung kann bis zu 5 Tage nach dem Ereignis eingesetzt werden und ist die wirksamste Methode mit einer Versagerquote unter 1 Prozent.

Sie erfordert allerdings eine gynäkologische Einlage.

Regelmässige Kontrollen sind bei hormoneller Verhütung gemäss der Ärztekammer empfohlen:

  • Jährlicher Check der Blutdruckwerte und des Gewichts
  • Aktualisierung der Gesundheitsanamnese bezüglich Risikofaktoren
  • Überprüfung der Zufriedenheit mit dem gewählten Präparat
  • Anpassung der Verhütungsmethode bei veränderter Lebenssituation oder neuen Risikofaktoren

Bei Nebenwirkungen wie anhaltenden Zwischenblutungen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen oder Libidoverlust sollte zunächst ein Präparatwechsel in Betracht gezogen werden, bevor die hormonelle Verhütung vollständig abgesetzt wird.

Die Verträglichkeit variiert individuell und hängt wesentlich von der Gestagen-Komponente ab.

Bei Dr. Presc werden Nachfüllrezepte für bestehende Verhütungsmittel nach aktualisierter Anamnese ausgestellt.

Erstverordnungen bei Frauen ohne Vorgeschichte erfordern eine persönliche gynäkologische Untersuchung.

Frequently Asked Questions

Welche Pille hat das geringste Thromboserisiko?
Levonorgestrel-haltige Kombinationspillen weisen gemäss BASG das niedrigste Zusatzrisiko für venöse Thrombosen auf. Das Grundrisiko bei Nicht-Anwenderinnen liegt bei 2 pro 10.000 Frauenjahre, mit Levonorgestrel-Pillen bei 5–7 pro 10.000. Ihr Arzt wählt das Präparat individuell.
Kann ich die Pille im Langzyklus durchnehmen?
Ja, die Einnahme im Langzyklus über mehrere Monate ohne Pause ist laut aktueller Studienlage sicher und kann Menstruationsbeschwerden reduzieren. Zwischenblutungen treten anfangs häufiger auf, nehmen aber mit der Dauer ab. Ihr Arzt berät Sie zur passenden Vorgehensweise.
Beeinträchtigt die Pille die spätere Fruchtbarkeit?
Nein, die hormonelle Verhütung beeinträchtigt die Fruchtbarkeit nicht dauerhaft. Nach Absetzen der Pille normalisiert sich der Zyklus in der Regel innerhalb von ein bis drei Monaten. In seltenen Fällen kann die erste Ovulation bis zu sechs Monate auf sich warten lassen.
Was mache ich bei einer vergessenen Pille?
Bei der Kombinationspille gilt: Unter 12 Stunden Verspätung nachnehmen und weiter wie gewohnt. Über 12 Stunden Verspätung nachnehmen und zusätzlich 7 Tage Kondom verwenden. In der ersten Blisterwoche ist besondere Vorsicht geboten. Die Desogestrel-Minipille hat dasselbe 12-Stunden-Fenster.
Muss ich für ein Folgerezept zum Gynäkologen?
Für ein Nachfüllrezept eines bereits verordneten Präparats ist kein persönlicher Besuch beim Gynäkologen zwingend erforderlich. Eine aktualisierte Anamnese zu Risikofaktoren und Nebenwirkungen genügt. Die Ärztekammer empfiehlt jedoch eine jährliche gynäkologische Kontrolle unabhängig davon.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte

Die medizinischen Informationen auf dieser Website wurden von Dr. Ross Elledge (approbierter Arzt) geprüft und dienen ausschließlich Bildungszwecken. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch mit Ihrem Arzt oder Facharzt. Befolgen Sie stets die Anweisungen Ihres verschreibenden Arztes und lesen Sie die Packungsbeilage Ihres Medikaments.