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Allopurinol

Allopurinol

Wirkstoff: Allopurinol
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Die medizinischen Informationen auf dieser Website wurden von Dr. Ross Elledge (approbierter Arzt) geprüft und dienen ausschließlich Bildungszwecken. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch mit Ihrem Arzt oder Facharzt. Befolgen Sie stets die Anweisungen Ihres verschreibenden Arztes und lesen Sie die Packungsbeilage Ihres Medikaments.

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Allopurinol ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Gicht und erhöhten Harnsäurewerten im Blut (Hyperurikämie).

Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der Xanthinoxidase-Hemmer und senkt die Harnsäureproduktion im Körper gezielt.

Wie Allopurinol wirkt

Gicht entsteht, wenn sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern. Dies führt zu schmerzhaften Entzündungen, die vor allem das Grozehengelenk betreffen.

Allopurinol wirkt nicht gegen akute Gichtanfälle, sondern wird dauerhaft eingenommen, um den Harnsäurespiegel zu senken und so weiteren Anfällen vorzubeugen.

Weitere Anwendungsgebiete

Das Medikament wird auch bei Nierensteinen eingesetzt, die aus Harnsäure bestehen, sowie bei bestimmten Erkrankungen, bei denen vermehrt Harnsäure entsteht, etwa bei einer Chemotherapie.

Die Behandlung beginnt üblicherweise mit einer niedrigen Dosis, die schrittweise erhöht wird.

Regelmasige Blutkontrollen sind empfehlenswert, um den Harnsäurespiegel zu überwachen und die Dosierung anzupassen.

Anwendung & Dosierung

Einnahme und wichtige Hinweise

Nehmen Sie Allopurinol einmal täglich nach einer Mahlzeit mit einem großen Glas Wasser ein. Die Einnahme nach dem Essen verringert mögliche Magenreizungen.

Beginnen Sie die Behandlung nicht während eines akuten Gichtanfalls, sondern warten Sie, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind.

In den ersten Wochen der Therapie können Gichtanfälle sogar zunehmen, da sich der Harnsäurespiegel verändert.

Setzen Sie das Medikament dennoch nicht ab, Ihr Arzt kann Ihnen zusätzlich entzündungshemmende Mittel verschreiben.

Flüssigkeitszufuhr und Kontrollen

Trinken Sie während der Behandlung mindestens 2 Liter Flüssigkeit pro Tag, um die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren zu unterstützen und Nierensteinen vorzubeugen.

Regelmasige Blutuntersuchungen helfen, die richtige Dosierung zu finden und den Behandlungserfolg zu überwachen.

Langzeittherapie

Allopurinol ist eine Dauermedikation. Wenn Sie das Medikament ohne Rücksprache absetzen, steigt der Harnsäurespiegel rasch wieder an und das Risiko für neue Gichtanfälle kehrt zurück.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie irgendwelche Änderungen an Ihrem Therapieplan vornehmen.

Die Behandlung mit Allopurinol wird niedrig dosiert begonnen und schrittweise angepasst. Einstiegsdosis 100 mg täglich, bei guter Verträglichkeit Steigerung um 100 mg alle 2 bis 4 Wochen.

Die Erhaltungsdosis liegt üblicherweise bei 300 mg täglich (einmal oder aufgeteilt). Der Harnsäurezielwert (unter 360 micromol/l bzw. 6 mg/dl) bestimmt die individuell erforderliche Dosis.

Maximaldosis bei ausreichender Nierenfunktion: 900 mg täglich.

Allopurinol sollte nach den Mahlzeiten eingenommen und mit ausreichend Flüssigkeit (1,5 bis 2 Liter pro Tag) kombiniert werden.

Während der ersten Monate der Behandlung sollte eine antiphlogistische Prophylaxe (Colchicin oder niedrig dosiertes NSAR) eingenommen werden, da Allopurinol durch Mobilisierung von Harnsäurekristallen anfangs Gichtanfälle provozieren kann.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion (GFR unter 60 ml/min) ist eine deutliche Dosisreduktion erforderlich. Regelmasige Kontrollen von Harnsäure, Nierenwerten und Leberwerten sind empfohlen.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen von Allopurinol sind Hautausschlag, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall sowie erhöhte Leberwerte.

Bei einem Hautausschlag sollten Sie sofort den Arzt aufsuchen, da dies ein Hinweis auf eine schwere Reaktion sein kann. Zu Beginn der Behandlung können voribergehend Gichtanfälle zunehmen.

Schwerwiegende Reaktionen

Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen umfassen schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom), Leberfunktionsstörungen und Blutbildveränderungen.

Bei Fieber, Gelenkschmerzen oder einem ungewöhnlichen Hautausschlag sollten Sie die Einnahme sofort beenden und ärztliche Hilfe suchen.

Die meisten Patienten vertragen Allopurinol sehr gut, wenn die Dosis langsam gesteigert wird.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Starten Sie die Behandlung nicht während eines akuten Gichtanfalls. Bei Auftreten eines Hautausschlags das Medikament sofort absetzen und den Arzt kontaktieren.

Personen mit der HLA-B*5801-Genvariante (häufig in südostasiatischen Bevölkerungsgruppen) haben ein erhöhtes Risiko für schwere Hautreaktionen; ein genetisches Screening vor Therapiebeginn wird empfohlen.

Vorsicht bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion.

Wechselwirkungen mit Azathioprin und Mercaptopurin beachten: Bei gleichzeitiger Anwendung ist eine Dosisreduktion der Immunsuppressiva auf ein Viertel der üblichen Dosis zwingend erforderlich.

Alkohol kann die Wirksamkeit vermindern und den Harnsäurespiegel erhöhen.

Gegenanzeigen

Allopurinol ist kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Allopurinol oder einen der sonstigen Bestandteile.

Besonders ernst zu nehmen ist das Risiko einer schwerwiegenden Hautreaktion (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), das bei Patienten mit dem HLA-B*5801-Genotyp deutlich erhöht ist.

In südostasiatischen Bevölkerungsgruppen (Han-Chinesen, Thai, Koreaner) wird ein genetisches Screening vor Therapiebeginn empfohlen.

Allopurinol sollte nicht während eines akuten Gichtanfalls begonnen werden, da die initiale Mobilisierung von Harnsäure-Kristallen den Anfall verschlimmern kann.

Erst nach vollständigem Abklingen des akuten Anfalls und unter einer antiphlogistischen Prophylaxe wird Allopurinol eingeleitet.

Bereits laufende Allopurinol-Behandlung soll während eines Gichtanfalls fortgeführt werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Azathioprin oder 6-Mercaptopurin ist besondere Vorsicht geboten.

Eine Dosisreduktion der Immunsuppressiva auf ein Viertel der üblichen Dosis ist zwingend erforderlich, um toxische Konzentrationen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange muss ich Allopurinol einnehmen?
Allopurinol wird in der Regel dauerhaft eingenommen, da die Senkung des Harnsäurespiegels eine Langzeittherapie ist. Wenn Sie das Medikament absetzen, steigt der Harnsäurespiegel wieder an und das Risiko für Gichtanfälle kehrt zurück. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Änderungen an der Therapie vornehmen.
Warum bekomme ich am Anfang der Behandlung trotzdem Gichtanfälle?
Zu Beginn der Therapie können sich bestehende Harnsäurekristalle lösen, was voribergehend Gichtanfälle auslösen kann. Das ist normal und kein Grund, die Behandlung abzubrechen. Ihr Arzt kann Ihnen für diese Phase zusätzlich Colchicin oder ein entzündungshemmendes Mittel verschreiben.
Darf ich während der Einnahme Alkohol trinken?
Alkohol, besonders Bier, erhöht den Harnsäurespiegel und kann die Wirkung von Allopurinol abschwächen. Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum so weit wie möglich. Bier sollten Sie grundsätzlich meiden, da es besonders viel Purinstoffwechselprodukte enthält.
Welche Blutwerte sollten kontrolliert werden?
Ihr Arzt wird regelmasig die Harnsäurewerte, die Nierenfunktion und die Leberwerte uberprfen. Zu Beginn der Behandlung sind häufigere Kontrollen sinnvoll, später reichen Kontrollen alle 6 bis 12 Monate aus, um die optimale Dosierung beizubehalten.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte