
Campral
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Campral (Acamprosat) ist ein Medikament zur Unterstützung der Alkoholabstinenz bei Patienten, die nach einer körperlichen Entgiftung dauerhaft abstinent bleiben möchten.
Wie Campral wirkt
Acamprosat beeinflusst das Gleichgewicht zwischen Glutamat und GABA im Gehirn und reduziert so das Verlangen nach Alkohol sowie unangenehme Entzugssymptome wie innere Unruhe. Es macht nicht abhängig und entfaltet keine berauschende Wirkung.
Einsatz im Rahmen einer umfassenden Therapie
Campral ist kein Ersatz für eine Entwöhnungstherapie, sondern eine wirksame Ergänzung. Die beste Wirkung erzielt es in Kombination mit psychotherapeutischer Begleitung oder Selbsthilfegruppen. Die Behandlung wird unmittelbar nach dem Entzug begonnen und dauert in der Regel ein Jahr.
Anwendung & Dosierung
Einnahmezeitpunkt und Mahlzeiten
Campral wird dreimal täglich nach den Mahlzeiten eingenommen, um Magenprobleme zu minimieren. Eine regelmässige Einnahme zur selben Tageszeit hilft, die Konzentration des Wirkstoffs konstant zu halten und die Adhärenz zu verbessern. Die Therapie sollte unmittelbar nach der körperlichen Entgiftung beginnen.
Dauer der Behandlung
Die empfohlene Behandlungsdauer beträgt ein Jahr. Ein vorzeitiger Abbruch senkt die Erfolgsrate erheblich. Bei einem Rückfall sollte die Einnahme von Campral fortgesetzt werden, da dies die langfristigen Chancen auf Abstinenz verbessert. Besprechen Sie jeden Rückfall mit Ihrem behandelnden Arzt oder Therapeuten.
Die empfohlene Tagesdosis fur Erwachsene betragt 1998 mg Acamprosat, aufgeteilt in drei Einzeldosen zu je 666 mg (zwei Tabletten je 333 mg). Die Einnahme erfolgt dreimal taglich nach den Mahlzeiten.
Bei Patienten mit einem Korpergewicht unter 60 kg kann eine reduzierte Tagesdosis von 1332 mg (zweimal taglich zwei Tabletten) erwogen werden. Bei eingeschrankter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30 bis 60 ml/min) ist die Dosis auf die Halfte zu reduzieren; bei schwerer Niereninsuffizienz (unter 30 ml/min) darf Campral nicht eingenommen werden.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen
Magen-Darm-Beschwerden treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf. Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen und Blähungen sind die am häufigsten berichteten Symptome und bessern sich in der Regel nach den ersten Behandlungswochen. Die Einnahme nach den Mahlzeiten kann helfen, diese Beschwerden zu lindern.
Seltene und psychische Nebenwirkungen
Hautausschlag oder Juckreiz kommen gelegentlich vor. In seltenen Fällen wurden Veränderungen der Libido oder der Stimmung berichtet. Da Campral bei Patienten in einem emotional belastenden Lebensabschnitt eingesetzt wird, sollten depressive Verstimmungen oder Suizidgedanken umgehend dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden, auch wenn ein direkter Zusammenhang mit dem Medikament nicht immer nachgewiesen wurde.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Campral ist nicht zur Behandlung des akuten Entzugssyndroms geeignet. Bei einem Rückfall die Einnahme fortsetzen und nicht abbrechen. Bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht empfohlen.
Gegenanzeigen
Campral ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Acamprosat-Calcium oder einen der sonstigen Bestandteile der Tablette. Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) darf Campral nicht eingenommen werden, da der Wirkstoff vorwiegend renal ausgeschieden wird und sich bei eingeschrankter Nierenfunktion akkumulieren kann.
Bei schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh-Klasse C) ist Campral ebenfalls kontraindiziert. Eine gleichzeitige schwere Depression oder aktive Suizidalitat erfordert eine engmaschige arztliche Uberwachung, da die emotionale Belastung durch den Entzug das Risiko erhohen kann. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist Campral nicht zugelassen und sollte nicht angewendet werden.
Häufig gestellte Fragen
Was passiert, wenn ich trotzdem Alkohol trinke?
Wie lange muss ich Campral nehmen?
Kann Campral den Entzug ersetzen?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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