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Clonidine

Clonidine

Wirkstoff: Clonidinhydrochlorid

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Clonidin ist ein zentral wirkender Alpha-2-Agonist, der vielfältig eingesetzt wird: zur Behandlung von Bluthochdruck, ADHS, Entzugssymptomen bei Opioid- und Alkoholabhängigkeit, Migräneprophylaxe und bei Hitzewallungen in den Wechseljahren.

Zentrale Blutdrucksenkung

Clonidin stimuliert Alpha-2-Rezeptoren im Hirnstamm und reduziert dadurch die Aktivität des sympathischen Nervensystems. Dies senkt Herzfrequenz und Blutdruck und vermindert die Ausschüttung von Noradrenalin. Es wird oft als Reservemedikament bei Bluthochdruck eingesetzt, wenn andere Mittel nicht ausreichen.

Vielseitige Anwendung

Neben der Blutdrucksenkung wird Clonidin bei verschiedenen Zuständen eingesetzt, die mit einer Überaktivität des sympathischen Nervensystems zusammenhängen, darunter Schweissausbrüche, Angst, Unruhe und vegetative Entzugssymptome.

Anwendung & Dosierung

Einnahme und Dosierungsschema

Nehmen Sie Clonidin zwei- bis dreimal täglich zur festgelegten Zeit ein, mit oder ohne Nahrung. Die letzte Tagesdosis sollte vorzugsweise kurz vor dem Schlafengehen eingenommen werden, da die sedierende Wirkung den Nachtschlaf erleichtern kann. Achten Sie auf gleichmässige Abstände zwischen den Einnahmen, damit ein konstanter Wirkstoffspiegel im Blut aufrechterhalten wird.

Niemals abrupt absetzen

Setzen Sie Clonidin niemals plötzlich und ohne ärztliche Rücksprache ab. Ein abruptes Absetzen kann zu einer gefährlichen Rebound-Hypertonie mit stark erhöhtem Blutdruck, Herzrasen, Schweissausbrüchen und Unruhe führen. Die Dosis muss immer schrittweise über mindestens eine Woche, besser länger, unter ärztlicher Begleitung reduziert werden.

Besondere Vorsicht im Alltag

Clonidin kann die Reaktionsfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen, insbesondere zu Beginn der Behandlung. Vermeiden Sie während der Eingewöhnungsphase das Führen von Fahrzeugen oder das Bedienen schwerer Maschinen. Alkohol verstärkt die sedierende Wirkung erheblich und sollte während der Behandlung gemieden werden.

Bei Bluthochdruck beträgt die Anfangsdosis 75 bis 150 Mikrogramm zweimal täglich. Die Dosis kann bei Bedarf alle zwei bis vier Wochen schrittweise um 75 Mikrogramm pro Tag erhöht werden, bis zu einer üblichen Erhaltungsdosis von 0,3 bis 0,6 mg täglich. Die maximale Tagesdosis beträgt 1,2 mg.

Zur Behandlung von Hitzewallungen in den Wechseljahren werden typischerweise 50 bis 75 Mikrogramm zweimal täglich verordnet. Bei schmerzhaftem Opioidentzug werden höhere Dosen unter stationärer Überwachung eingesetzt. Clonidin-Pflaster ermöglichen eine gleichmässigere Wirkstoffabgabe über 7 Tage.

Bei Niereninsuffizienz ist eine Dosisanpassung erforderlich, da die renale Ausscheidung reduziert ist. Die Behandlung darf niemals abrupt beendet werden, da dies zu einer Rebound-Hypertonie führen kann.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Mundtrockenheit, Müdigkeit, Schwindel, Verstopfung und Sedierung sind häufig, besonders zu Beginn. Diese Nebenwirkungen lassen oft nach einigen Wochen nach.

Seltene Nebenwirkungen

Depression, Schlafstörungen, Potenzstörungen und bei abruptem Absetzen eine gefährliche Rebound-Hypertonie mit Herzrasen und Kopfschmerzen.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Clonidin niemals abrupt absetzen. Die Dosis muss schrittweise über mindestens eine Woche reduziert werden. Kann die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Alkohol verstärkt die sedierende Wirkung erheblich.

Gegenanzeigen

Clonidin ist kontraindiziert bei bekanntem schwerem Sinusknotensyndrom, bei AV-Block zweiten oder dritten Grades ohne implantierten Herzschrittmacher sowie bei Bradykardie unter 50 Schläge pro Minute, da der Wirkstoff den Herzrhythmus weiter verlangsamen kann.

Bei Überempfindlichkeit gegen Clonidin oder einen der Hilfsstoffe darf das Präparat nicht eingesetzt werden. Patienten mit schwerer zerebrovaskulärer Erkrankung, Raynaud-Phänomen oder peripherer Durchblutungsstörung sollten Clonidin nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erhalten.

Die gleichzeitige Anwendung mit trizyklischen Antidepressiva kann die blutdrucksenkende Wirkung von Clonidin abschwächen. Bei Patienten mit Phäochromozytom ist Clonidin kontraindiziert, da der Wirkstoff in diesem Fall eine paradoxe Blutdrucksteigerung auslösen kann. Das abrupte Absetzen von Clonidin ist kontraindiziert und muss stets ausschleichend erfolgen.

Häufig gestellte Fragen

Warum darf ich Clonidin nicht abrupt absetzen?
Ein plötzliches Absetzen kann eine Rebound-Hypertonie mit gefährlich hohem Blutdruck, Herzrasen, Kopfschmerzen und Unruhe auslösen. Die Dosis muss immer schrittweise reduziert werden.
Hilft Clonidin bei Hitzewallungen?
Ja, Clonidin wird in niedriger Dosierung bei Hitzewallungen in den Wechseljahren eingesetzt, insbesondere wenn eine Hormonersatztherapie nicht möglich ist.
Macht Clonidin müde?
Ja, Müdigkeit und Sedierung sind häufige Nebenwirkungen, besonders zu Beginn. Dieser Effekt lässt oft nach einigen Wochen nach, wird aber auch therapeutisch genutzt (z. B. bei ADHS-bedingten Schlafstörungen).
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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