EU-lizenziert
4.7/5
Clopidogrel

Clopidogrel

Wirkstoff: Clopidogrel

Diese Website bietet allgemeine Informationen über Medikamente nur zu Bildungszwecken. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.

Medikament wählen

Dosierung und Menge auswählen

Online-Konsultation

Geprüft von einem qualifizierten Arzt

Schnelle, diskrete Lieferung

Direkt an Ihre Tür geliefert

Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Clopidogrel ist ein Thrombozytenaggregationshemmer, der die Verklumpung der Blutplättchen hemmt und so die Bildung von Blutgerinnseln verhindert. Es wird zur Vorbeugung von Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen kardiovaskulären Ereignissen eingesetzt.

Schutz nach Herzinfarkt und Stent

Clopidogrel wird häufig nach einem Herzinfarkt, einem ischämischen Schlaganfall oder nach dem Einsetzen eines Koronarstents verschrieben, oft in Kombination mit niedrig dosiertem Aspirin (duale Thrombozytenhemmung). Diese Kombination bietet einen besonders starken Schutz vor erneuten Gefässverschlüssen.

Wie wirkt Clopidogrel?

Clopidogrel ist ein Prodrug, das in der Leber in seinen aktiven Metaboliten umgewandelt wird. Dieser blockiert irreversibel den ADP-Rezeptor (P2Y12) auf der Oberfläche der Blutplättchen und verhindert so deren Aktivierung und Verklumpung. Die Wirkung hält für die gesamte Lebensdauer der Blutplättchen (7 bis 10 Tage) an.

Anwendung & Dosierung

Einsatz bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Clopidogrel wird als Thrombozytenaggregationshemmer bei Patienten nach Herzinfarkt, Schlaganfall oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit eingesetzt. Es verhindert das Zusammenklumpen von Blutplattchen und reduziert dadurch das Risiko weiterer thromboembolischer Ereignisse.

Kombinationstherapie nach Koronarintervention

Nach einer Stentimplantation (PCI) wird Clopidogrel in der Regel in Kombination mit Aspirin als duale Plattchenhemmung eingesetzt. Die Dauer der dualen Therapie hangt von der Stentart, der Indikation und dem Blutungsrisiko des Patienten ab.

Die ubliche Erhaltungsdosis betragt 75 mg einmal taglich, unabhangig von den Mahlzeiten. Nach einem akuten Koronarsyndrom (ACS) oder einer perkutanen Koronarintervention (PCI) wird eine Startdosis von 300 mg (Loading Dose) empfohlen, gefolgt von 75 mg taglich. In manchen klinischen Situationen kann auch eine Loading Dose von 600 mg angewendet werden.

Bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit und nach ischamischem Schlaganfall betragt die Standarddosis ebenfalls 75 mg einmal taglich. Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Indikation und dem individuellen kardiovaskularen Risiko, kann aber viele Monate bis Jahre betragen.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine spezifische Dosisanpassung erforderlich, da Clopidogrel hepatisch aktiviert wird. Regelmasige arztliche Kontrollen sind empfehlenswert, um das Blutungsrisiko zu uberwachen.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Blutungsneigung ist die wichtigste Nebenwirkung. Nasenbluten, blaue Flecken, verlängerte Blutungszeit bei Verletzungen und Magen-Darm-Blutungen können auftreten. Durchfall und Bauchschmerzen kommen gelegentlich vor.

Seltene, aber ernste Nebenwirkungen

Schwere Blutungen (Hirnblutung, Magen-Darm-Blutung) und die seltene thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP) erfordern sofortige ärztliche Hilfe.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Informieren Sie vor Operationen und Zahnbehandlungen Ihren Arzt und Zahnarzt, dass Sie Clopidogrel einnehmen. Das Medikament muss möglicherweise vor geplanten Eingriffen pausiert werden. Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol können die Wirkung von Clopidogrel abschwächen.

Gegenanzeigen

Clopidogrel ist kontraindiziert bei aktiven Blutungen, wie einem aktiven Magengeschwur, einer Hirnblutung oder anderen klinisch bedeutsamen Blutungsquellen. Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz ist die Anwendung kontraindiziert, da Clopidogrel einer hepatischen Aktivierung bedarf, die bei Leberversagen beeintrachtigt ist.

Bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Clopidogrel oder einen der Hilfsstoffe ist die Einnahme kontraindiziert. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Clopidogrel nur eingesetzt werden, wenn es medizinisch zwingend notwendig ist; ausreichende Sicherheitsdaten fehlen. Gleichzeitige Einnahme von Omeprazol und Esomeprazol reduziert die metabolische Aktivierung von Clopidogrel erheblich und sollte nach Moglichkeit vermieden werden.

Bei Patienten, die CYP2C19-Poor-Metabolizer sind (genetisch bedingt geringe Enzymaktivitat), kann der Wirkstoff unzureichend aktiviert werden und der antiplateletare Effekt ist abgeschwacht. In solchen Fallen konnen Alternativen zu erwagen sein.

Häufig gestellte Fragen

Warum darf ich Clopidogrel nach einem Stent nicht absetzen?
Nach dem Einsetzen eines Stents besteht ein hohes Risiko, dass sich der Stent durch ein Blutgerinnsel verschliesst (Stentthrombose). Clopidogrel verhindert dies. Ein eigenmächtiges Absetzen kann lebensbedrohlich sein.
Was mache ich, wenn ich mich schneide?
Kleinere Blutungen können länger dauern als gewöhnlich. Drücken Sie einen sauberen Verband auf die Wunde und üben Sie Druck aus. Bei starken oder nicht stillbaren Blutungen suchen Sie ärztliche Hilfe.
Kann ich Omeprazol zusammen nehmen?
Omeprazol kann die Umwandlung von Clopidogrel in seine aktive Form hemmen. Wenn ein Magenschutz nötig ist, wird oft Pantoprazol bevorzugt, das weniger Wechselwirkung zeigt.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

TopDoctors Profile