
Colchicine
Diese Website bietet allgemeine Informationen über Medikamente nur zu Bildungszwecken. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.
Medikament wählen
Dosierung und Menge auswählen
Online-Konsultation
Geprüft von einem qualifizierten Arzt
Schnelle, diskrete Lieferung
Direkt an Ihre Tür geliefert
Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Colchicin ist ein pflanzlicher Wirkstoff aus der Herbstzeitlose und wird seit Jahrhunderten zur Behandlung akuter Gichtanfälle eingesetzt. Es wirkt entzündungshemmend, hat aber keine schmerzstillende oder harnsäuresenkende Wirkung.
Gezielte Wirkung bei Gicht
Colchicin hemmt die Einwanderung und Aktivierung von Entzündungszellen (Neutrophilen) an den Ort der Harnsäurekristall-Ablagerung. Dadurch wird die Entzündungsreaktion gedämpft, die den akuten Gichtanfall verursacht. Es wirkt am besten, wenn es innerhalb der ersten 12 bis 24 Stunden nach Symptombeginn eingenommen wird.
Enge therapeutische Breite
Colchicin hat eine enge therapeutische Breite, das heisst, die wirksame Dosis liegt nahe an der toxischen Dosis. Die moderne Dosierungsempfehlung sieht niedrigere Dosen vor als früher, da diese ebenso wirksam, aber deutlich besser verträglich sind.
Anwendung & Dosierung
Einsatz bei akutem Gichtanfall
Colchicin wirkt entzundungshemmend durch Hemmung der Mikrotubuli-Bildung in Leukozyten, was die Einwanderung von Immunzellen in das entzundete Gelenk verhindert. Bei fruhzeitigem Einsatz zu Beginn eines Gichtanfalls kann der Anfall oft schnell gestoppt werden.
Prophylaxe und weitere Indikationen
Zur Vorbeugung von Gichtanfallen bei Einleitung einer Harnsaure-senkenden Therapie wird Colchicin prophylaktisch eingesetzt. Auch beim familiaren Mittelmeerfieber und bei Perikarditis ist Colchicin zugelassen.
Beim akuten Gichtanfall: 1 mg zu Beginn des Anfalls, gefolgt von 0,5 mg nach einer Stunde. Die Maximaldosis am ersten Tag betragt 1,5 mg. An den Folgetagen wird mit 0,5 mg ein- bis zweimal taglich behandelt, bis der Anfall vollstandig abgeklungen ist.
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder unter gleichzeitiger Einnahme von P-gp- oder CYP3A4-Hemmern muss die Dosis deutlich reduziert werden. Zur Prophylaxe von Gichtanfallen wird 0,5 mg ein- bis zweimal taglich eingesetzt. Der Abstand zwischen zwei Colchicin-Kuren fur die Akutbehandlung sollte mindestens drei Tage betragen.
Zur Behandlung des familiaren Mittelmeerfiebers werden 1 bis 2 mg taglich verordnet. Colchicin wird zu oder nach den Mahlzeiten eingenommen, um Magenunvertraglichkeiten zu vermindern.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen
Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe sind die häufigsten Nebenwirkungen und ein frühes Zeichen einer Überdosierung. Bei Auftreten die Dosis sofort reduzieren oder absetzen.
Ernste Nebenwirkungen
Bei Überdosierung können schwere Magen-Darm-Beschwerden, Knochenmarksdepression, Nieren- und Leberversagen auftreten. Die therapeutische Breite ist eng, daher die Dosis strikt einhalten.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Die verordnete Dosis strikt einhalten. Nicht mit Makrolid-Antibiotika (Clarithromycin), starken CYP3A4-Hemmern oder Cyclosporin kombinieren, da dies zu gefährlichen Überdosierungen führen kann. Bei Nieren- oder Leberinsuffizienz ist eine Dosisreduktion zwingend erforderlich.
Gegenanzeigen
Colchicin ist kontraindiziert bei schwerer Nieren- und gleichzeitig schwerer Leberinsuffizienz, da die Wirkstoffakkumulation zu lebensgefahrlicher Toxizitat fuhren kann. Bei Patienten mit alleiniger schwerer Niereninsuffizienz (GFR unter 30 ml/min) ist eine erhebliche Dosisreduktion erforderlich.
Die gleichzeitige Einnahme starker P-Glykoprotein-Hemmer (z. B. Ciclosporin, Verapamil) oder starker CYP3A4-Hemmer (z. B. Ketoconazol, Clarithromycin) kann die Plasmaspiegel von Colchicin erheblich erhohen und ist bei Patienten mit eingeschrankter Nieren- oder Leberfunktion kontraindiziert. Auch bei normaler Organ-funktion ist eine Dosisanpassung erforderlich.
Uberempfindlichkeit gegen Colchicin oder einen der Hilfsstoffe ist eine absolute Kontraindikation. Bei schwerer Knochenmarksuppression (Blutbildveranderungen) sollte Colchicin nicht angewendet werden. In der Schwangerschaft ist die Anwendung nach sorgfaltiger Nutzen-Risiko-Abwagung moglich; in der Stillzeit ist Vorsicht geboten.
Häufig gestellte Fragen
Warum muss ich Colchicin so früh wie möglich nehmen?
Kann ich Colchicin zur Vorbeugung nehmen?
Was bedeutet enge therapeutische Breite?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
TopDoctors Profile