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Desloratadin

Desloratadin

Wirkstoff: Desloratadin
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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Desloratadin ist ein nicht sedierendes Antihistaminikum der zweiten Generation zur Behandlung allergischer Rhinitis und chronisch idiopathischer Urtikaria.

Wirkung ohne Mudigkeit

Desloratadin blockiert H1-Histaminrezeptoren und verhindert so die allergische Reaktion auf Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben und andere Allergene. Im Gegensatz zu alteren Antihistaminika uberwindet es die Blut-Hirn-Schranke kaum und verursacht daher nur selten Schlafigkeit.

Breites Anwendungsspektrum

Desloratadin lindert Symptome wie Niesen, laufende Nase, juckende und wasserige Augen sowie Hautreaktionen bei Urtikaria. Die Wirkung setzt rasch ein und halt 24 Stunden an, sodass eine einmal tagliche Einnahme ausreichend ist.

Anwendung & Dosierung

Einnahme und Zeitpunkt

Nehmen Sie Desloratadin einmal taglich ein, mit oder ohne Mahlzeit, zur gleichen Tageszeit. Die Tablette wird mit ausreichend Wasser geschluckt. Bei saisonaler Rhinitis kann die Einnahme auf die Pollensaison beschrankt werden; bei Dauerallergie oder Urtikaria ist eine kontinuierliche Einnahme uber einen langeren Zeitraum sinnvoll.

Kinder und spezielle Patientengruppen

Fur Kinder ab einem Jahr stehen Sirup oder orodispergierbare Tabletten zur Verfugung. Die Dosierung richtet sich nach dem Korpergewicht. Altere Patienten und Patienten mit eingeschrankter Nieren- oder Leberfunktion sollten mit der niedrigsten empfohlenen Dosis beginnen.

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren erhalten 5 mg (eine Tablette oder 10 ml Sirup) einmal taglich. Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren erhalten 2,5 mg taglich, Kinder von 1 bis 5 Jahren 1,25 mg taglich und Kinder von 6 bis 11 Monaten 1 mg taglich.

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz oder Leberinsuffizienz wird eine Einzeldosis von 5 mg jeden zweiten Tag empfohlen, da die Ausscheidung des Wirkstoffs verlangsamt sein kann. Eine regelmaessige Rucksprache mit dem Arzt ist bei diesen Patientengruppen wichtig, um die geeignete Dosierung festzulegen und unerwunschte Wirkungen zu vermeiden. Eine Dosisanpassung ist bei alteren Patienten im Allgemeinen nicht erforderlich, sofern keine nennenswerte Einschrankung der Nieren- oder Leberfunktion vorliegt. Die tagliche Einnahme zur gleichen Uhrzeit erleichtert die regelmaessige Einnahme und sichert einen gleichmasigen Wirkspiegel.

Nebenwirkungen

Haufige Nebenwirkungen

Desloratadin ist sehr gut vertraglich. Gelegentlich konnen Mudigkeit, Mundtrockenheit oder Kopfschmerzen auftreten, wobei das Ausmass der Sedierung deutlich geringer ist als bei alteren Antihistaminika der ersten Generation. Die meisten Patienten berichten keine oder nur minimale Nebenwirkungen.

Seltene Nebenwirkungen

Allergische Reaktionen auf Desloratadin selbst sind sehr selten, aber moglich. Herzrasen oder Palpitationen wurden in seltenen Fallen berichtet. Leberfunktionsstorungen mit erhohten Transaminasen sind sehr selten und meist reversibel. Bei ungewohnlichen Symptomen oder Zeichen einer allergischen Reaktion auf das Medikament sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Individuelle Reaktion beobachten bevor Fahrzeuge gelenkt werden. Bei schwerer Niereninsuffizienz Vorsicht. Alle anderen Medikamente dem Arzt mitteilen.

Gegenanzeigen

Desloratadin ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Desloratadin, Loratadin oder sonstige Bestandteile des Arzneimittels. Bei Patienten mit Phenylketonurie ist die Anwendung von orodispergierbaren Tabletten, die Phenylalanin enthalten, kontraindiziert.

Bei Patienten mit schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz ist Vorsicht geboten und die Einnahmefrequenz sollte auf jeden zweiten Tag reduziert werden. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Desloratadin nur nach sorgfaltiger Nutzen-Risiko-Abwagung eingesetzt werden, da ausreichende klinische Daten zur Sicherheit in diesen Situationen fehlen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zu Loratadin?
Desloratadin ist der biologisch aktive Metabolit von Loratadin und wirkt direkt, ohne dass der Korper ihn erst umwandeln muss. Es wirkt dadurch schneller und etwas starker antiallergisch und sediert noch weniger als Loratadin, was es fur Patienten vorteilhaft macht, die auf Mudigkeit besonders empfindlich reagieren. In der klinischen Praxis sind beide Wirkstoffe jedoch sehr ahnlich wirksam.
Kann ich es ganzjahrig nehmen?
Ja, Desloratadin ist ausdrucklich zur Langzeitanwendung bei ganzjahrigen Allergien (perenniale Rhinitis) und chronischer Nesselsucht zugelassen, da es keine Toleranzentwicklung, Gewohnung oder Abhangigkeit verursacht. Regelmaessige arztliche Kontrollen werden bei Dauereinnahme empfohlen, um den Therapieerfolg zu uberwachen. Viele Patienten nehmen Desloratadin uber Monate oder Jahre ohne relevante Nebenwirkungen.
Wirkt es bei Hautallergien?
Ja, Desloratadin ist zur Behandlung chronischer idiopathischer Urtikaria (Nesselsucht) zugelassen und reduziert Juckreiz, Rotung und Quaddeln wirksam, indem es die Histaminwirkung an den Hautrezeptoren blockiert. Auch bei allergischen Reaktionen auf Insektenstiche oder bestimmte Nahrungsmittel kann es die Symptome lindern. Bei schweren allergischen Reaktionen ist jedoch zusatzlich arztliche Hilfe erforderlich.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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