
Diclofenac
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Diclofenac ist eines der weltweit am haufigsten eingesetzten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs). Es wirkt schmerzlindernd, entzundungshemmend und fiebersenkend, indem es die Produktion von Prostaglandinen hemmt und so die Entzundungskaskade gezielt unterbricht.
Diclofenac ist in verschiedenen Darreichungsformen erhaltlich: Tabletten, Retardkapseln, Zapfchen, Gel, Pflaster und als Injektionslosung. Diese breite Verfugbarkeit macht es zu einem vielseitig einsetzbaren Schmerzmittel fur viele Beschwerdebilder.
Anwendungsgebiete
Diclofenac wird eingesetzt bei Gelenkschmerzen durch Arthrose und rheumatoider Arthritis, bei Ruckenschmerzen und Muskelschmerzen sowie bei Sportverletzungen wie Prellungen und Zerrungen. Auch Menstruationsschmerzen, Zahnschmerzen, postoperative Schmerzen, Gichtanfalle und Morbus Bechterew zahlen zu den klassischen Indikationen.
Darreichungsformen
Die Wahl der Darreichungsform richtet sich nach der Art und Lokalisation der Schmerzen. Bei lokalisierten Beschwerden wie Knie- oder Handgelenksarthrose ist die topische Anwendung als Gel zu bevorzugen, da sie das systemische Risiko gegenuber oralen Formen deutlich reduziert.
Anwendung & Dosierung
Einnahme von Diclofenac-Tabletten
Diclofenac-Tabletten werden zu oder nach den Mahlzeiten mit ausreichend Wasser eingenommen, um Magenreizungen zu minimieren. Die Tabletten sollten nicht zerkaut werden, sondern ganz geschluckt werden. Retardtabletten durfen nicht zerteilt oder zerdruckt werden, da dies die kontrollierte Wirkstofffreisetzung beeintrachtigt.
Dosierung und Behandlungsdauer
Es sollte stets die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden, und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie moglich gehalten werden. Bei akuten Schmerzen genugen oft einige Tage, bei chronischen Erkrankungen entscheidet der Arzt uber die Weiterbehandlung. Bei Magen-Darm-empfindlichen Patienten kann der Arzt zusatzlich einen Magenschutz mit einem Protonenpumpenhemmer verordnen.
Auflerliche Anwendung
Bei der Anwendung als Gel wird das Praparat dunnschichtig auf die betroffene Stelle aufgetragen und leicht einmassiert. Die Hande sollten nach der Anwendung gewaschen werden, um eine unbeabsichtigte Ubertragung auf empfindliche Stellen wie Augen oder Schleimhaute zu vermeiden. Regelmassige arztliche Kontrollen sind bei Langzeitanwendung erforderlich.
Diclofenac wird bei Erwachsenen in einer Tagesdosis von 75 bis 150 mg eingenommen, verteilt auf 2 bis 3 Einzeldosen. Magensaftresistente Tabletten zu 25 mg oder 50 mg werden unzerkaut mit Flussigkeit nach den Mahlzeiten eingenommen. Retardpraparate zu 75 mg oder 100 mg werden einmal oder zweimal taglich eingenommen und bieten eine gleichmassigere Wirkstofffreisetzung uber den Tag. Die niedrigste wirksame Dosis sollte fur den kurzestmoglichen Zeitraum verwendet werden.
Bei leichter bis massiger Niereninsuffizienz ist Vorsicht geboten; bei schwerer Einschrankung (GFR unter 30 ml/min) ist Diclofenac kontraindiziert. Bei alteren Patienten wird ebenfalls die niedrigste wirksame Dosis empfohlen, da das Risiko fur gastrointestinale und kardiovaskulare Nebenwirkungen erhoht ist. Bei Langzeitanwendung sollte gleichzeitig ein Protonenpumpenhemmer eingenommen werden, um das Risiko von Magengeschwuren und Magenblutungen zu reduzieren.
Diclofenac-Gel oder -Creme (1 % oder 2 %) wird dreimal taglich auf die betroffene Stelle aufgetragen und leicht einmassiert. Die topische Anwendung ist mit einem geringeren systemischen Risiko verbunden als die orale Einnahme und daher bei lokalisierten Beschwerden wie Arthrose der Knie- oder Handgelenke zu bevorzugen.
Nebenwirkungen
Haufige Nebenwirkungen
Diclofenac kann den Magen-Darm-Trakt reizen. Zu den haufigen Nebenwirkungen zahlen Ubelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Sodbrennen und Blahungen. Kopfschmerzen, Schwindel und erhohte Leberenzyme konnen ebenfalls auftreten. Diese Beschwerden sind in der Regel mild und klingen nach Absetzen des Medikaments ab.
Seltene, aber ernste Nebenwirkungen
Bei Langzeitanwendung oder hoherer Dosierung kann das Risiko fur schwere Magen-Darm-Blutungen steigen, die sich durch schwarzen Stuhl oder Bluterbrechen ankunden. Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall sind mogliche Risiken, besonders bei vorbelasteten Patienten. Schwere Hautreaktionen sowie Nieren- oder Leberschaden sind selten, konnen aber auftreten. Bei schwarzem Stuhl, Bluterbrechen oder starken Bauchschmerzen sofort den Arzt aufsuchen.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
- Diclofenac erhoht das Risiko fur Herzinfarkt und Schlaganfall, besonders bei hohen Dosen und Langzeitanwendung
- Nicht geeignet fur Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz, nach Bypass-Operation oder mit Gefasserkrankungen
- Magen-Darm-Blutungen konnen ohne Vorwarnung auftreten
- Ausreichende Flussigkeitszufuhr sicherstellen
- Nicht im letzten Drittel der Schwangerschaft einnehmen
- Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdunnern, Kortikosteroiden oder SSRI
Gegenanzeigen
Diclofenac ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Diclofenac oder einen der sonstigen Bestandteile sowie bei Patienten, bei denen Acetylsalicylsaure oder andere nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) Asthma, Urtikaria oder allergische Reaktionen ausgelost haben ("Aspirin-Asthma-Trias"). Kreuzreaktionen zwischen verschiedenen NSAR sind haufig, weshalb bei bekannter NSAR-Unvertraglichkeit alle Substanzen dieser Klasse gemieden werden sollten.
Die Anwendung ist kontraindiziert bei aktiven Magen-Darm-Ulzera oder Blutungen sowie bei Vorgeschichte von gastrointestinalen Blutungen oder Perforationen in Zusammenhang mit NSAR-Therapie. Nicht anwenden bei schwerer Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III-IV), schwerer Leberinsuffizienz oder schwerer Niereninsuffizienz (GFR unter 30 ml/min). Im dritten Schwangerschaftstrimester ist Diclofenac kontraindiziert, da es den vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus beim Fetus verursachen kann.
Patienten mit ischamischer Herzerkrankung, peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder zerebrovaskularen Erkrankungen sollten Diclofenac wegen des erhohten kardiovaskularen Risikos nicht einnehmen. Auch bei Patienten mit unkontrollierter arterieller Hypertonie ist Vorsicht geboten. Gleichzeitige Anwendung mit anderen NSAR einschliesslich selektiver COX-2-Hemmer ist zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Ist Diclofenac-Gel genauso wirksam wie Tabletten?
Darf ich Diclofenac mit Ibuprofen kombinieren?
Brauche ich einen Magenschutz zu Diclofenac?
Wie lange darf ich Diclofenac einnehmen?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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