
Eliquis
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Moderner Blutgerinnungshemmer ohne Bluttests
Eliquis (Wirkstoff: Apixaban) ist ein modernes blutverdunnendes Medikament aus der Gruppe der direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK). Es hemmt gezielt den Gerinnungsfaktor Xa und verhindert so die Bildung gefahrlicher Blutgerinnsel. Im Gegensatz zu alteren Blutverdunnern wie Warfarin erfordert Eliquis keine regelmaessigen Bluttests zur Gerinnungskontrolle und hat weniger Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln.
Einsatzgebiete von Eliquis
Eliquis wird zur Vorbeugung von Schlaganfall und Embolien bei Vorhofflimmern eingesetzt, zur Behandlung und Vorbeugung tiefer Venenthrombosen und Lungenembolien sowie zur Thromboseprophylaxe nach Huft- oder Kniegelenkersatz. Das Medikament wird zweimal taglich eingenommen und bietet einen gleichmassigen Schutz uber 24 Stunden. In grossen klinischen Studien hat es sich als wirksam und gut vertraglich erwiesen, mit einem geringeren Risiko fur schwere Blutungen im Vergleich zu Warfarin.
Wichtige Hinweise zur Therapiesicherheit
Eliquis darf niemals eigenstandig abgesetzt werden, da dies das Schlaganfall- und Thromboserisiko stark erhoht. Patienten sollten stets einen Antikoagulanzien-Ausweis bei sich tragen, damit medizinisches Personal in Notfallsituationen schnell reagieren kann. Vor Operationen oder Eingriffen ist die Einnahme mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.
Anwendung & Dosierung
Einnahme und allgemeine Hinweise
Eliquis wird zweimal täglich eingenommen, morgens und abends im Abstand von etwa 12 Stunden. Die Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten mit Wasser eingenommen werden. Es ist äußerst wichtig, Eliquis regelmäßig und pünktlich einzunehmen, da vergessene Dosen das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen können.
Wichtige Hinweise zur sicheren Anwendung
Die Tabletten sollten ganz geschluckt werden. Bei Schluckbeschwerden können Tabletten zerkleinert und mit Wasser eingenommen werden. Setzen Sie Eliquis niemals eigenständig ab, da dies das Schlaganfall- und Thromboserisiko stark erhöht. Besprechen Sie jede geplante Dosisänderung oder Behandlungsunterbrechung vorab mit Ihrem Arzt. Tragen Sie stets einen Antikoagulanzien-Ausweis bei sich.
Eliquis (Apixaban) wird zur Schlaganfallprävention bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern in einer Dosis von 5 mg zweimal täglich eingenommen. Bei Patienten mit zwei oder mehr der folgenden Eigenschaften - Alter über 80 Jahre, Körpergewicht unter 60 kg, Serum-Kreatinin 1,5 mg/dl oder mehr - wird die Dosis auf 2,5 mg zweimal täglich reduziert.
Zur Behandlung einer tiefen Venenthrombose (TVT) oder Lungenembolie (LE) werden in den ersten 7 Tagen 10 mg zweimal täglich als Initialtherapie eingesetzt, gefolgt von 5 mg zweimal täglich als Erhaltungsdosis. Regelmäßige Einnahme alle 12 Stunden ist für eine zuverlässige antikoagulante Wirkung entscheidend; vergessene Dosen sollten noch am gleichen Tag eingenommen werden.
Bei Patienten mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz oder schwerer Leberinsuffizienz sollte Apixaban nicht angewendet werden. Eliquis hat kein spezifisches Antidot - bei lebensbedrohlichen Blutungen kann Andexanet alfa (Ondexxya) als Gegenmittel eingesetzt werden.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen
Die häufigste Nebenwirkung von Eliquis sind Blutungen. Dazu zählen Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Blut im Urin, verstärkte Menstruationsblutung sowie Blutergüsse. Weitere häufig berichtete Beschwerden sind Übelkeit und Blutarmut (Anämie).
Warnsymptome, die sofortige ärztliche Hilfe erfordern
Suchen Sie sofort einen Arzt auf bei ungewöhnlich starken oder lang anhaltenden Blutungen, schwarzem oder teerartigem Stuhl, Bluthusten, starken Kopfschmerzen oder Verwirrtheit und Sprachstörungen, da dies Anzeichen einer Hirnblutung sein können. Gelegentlich können auch Magen-Darm-Blutungen, niedriger Blutdruck, Hautausschlag oder Leberenzymerhöhungen auftreten.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
- Blutungsrisiko: Eliquis erhöht das Risiko für Blutungen
- Vermeiden Sie Verletzungen und informieren Sie Ärzte und Zahnärzte über die Einnahme
- Setzen Sie Eliquis nicht eigenständig ab, auch nicht vor Operationen. Besprechen Sie das Vorgehen mit Ihrem Arzt
- Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Aspirin, NSAR oder anderen Blutverdünnern
- Informieren Sie Ihren Arzt bei Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
- Tragen Sie einen Notfallausweis bei sich
Gegenanzeigen
Eliquis (Apixaban) ist kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Apixaban oder einen der sonstigen Bestandteile. Wie alle oralen Antikoagulanzien ist Eliquis kontraindiziert bei klinisch relevanter aktiver Blutung sowie bei Läsionen oder Zuständen, die ein signifikantes Risiko für eine schwerwiegende Blutung darstellen, einschließlich aktiver Magen-Darm-Ulzera, intrakranieller Blutung und kürzlich erfolgter Gehirnoperation.
Nicht anwenden bei schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C) oder Lebererkrankungen, die mit einer Koagulopathie verbunden sind. Schwangere und stillende Mütter dürfen Eliquis nicht einnehmen, da Apixaban tierexperimentell reproduktionstoxische Wirkungen zeigte. Die gleichzeitige Anwendung anderer Antikoagulanzien ist kontraindiziert.
Die gleichzeitige Anwendung von Eliquis mit starken CYP3A4- und P-gp-Doppel-Inhibitoren wie Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol oder HIV-Proteasehemmern (z. B. Ritonavir) ist kontraindiziert, da diese die Apixaban-Exposition stark erhöhen und das Blutungsrisiko erheblich steigern. Starke CYP3A4- und P-gp-Induktoren (z. B. Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin) führen zu einer deutlichen Reduktion der Apixaban-Wirksamkeit.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich bei Eliquis regelmäßig meine Blutwerte kontrollieren lassen?
Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
Gibt es Nahrungsmittel, die ich meiden sollte?
Kann Eliquis bei einem Notfall rückgängig gemacht werden?
Darf ich Ibuprofen oder Aspirin zusammen mit Eliquis nehmen?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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