
Enalapril
Diese Website bietet allgemeine Informationen über Medikamente nur zu Bildungszwecken. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Enalapril ist ein ACE-Hemmer, der zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzinsuffizienz eingesetzt wird. In Österreich und Deutschland ist er unter verschiedenen Markennamen erhältlich und zählt zu den am häufigsten verschriebenen blutdrucksenkenden Medikamenten.
Wie wirkt Enalapril?
Enalapril hemmt das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE), das eine wichtige Rolle bei der Regulation des Blutdrucks spielt. Durch die Blockade dieses Enzyms wird die Bildung von Angiotensin II verhindert, einem Hormon, das die Blutgefäße verengt. In der Folge entspannen sich die Gefäße, der Blutdruck sinkt und das Herz wird entlastet.
Wann wird Enalapril eingesetzt?
Enalapril wird bei essentiellem Bluthochdruck, chronischer Herzinsuffizienz sowie zur Vorbeugung einer symptomatischen Herzinsuffizienz bei Patienten mit eingeschränkter Pumpfunktion des linken Ventrikels verschrieben. Es kann allein oder in Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln wie Diuretika angewendet werden.
Anwendung & Dosierung
Einnahme
Enalapril wird einmal oder zweimal täglich als Tablette eingenommen, mit oder ohne Essen. Die Tablette sollte unzerkaut mit ausreichend Wasser geschluckt werden. Es ist wichtig, die Einnahme täglich zur gleichen Zeit durchzuführen, um einen gleichmäßigen Wirkstoffspiegel aufrechtzuerhalten.
Besondere Hinweise
Brechen Sie die Einnahme nicht abrupt ab, auch wenn sich Ihr Blutdruck normalisiert hat. Ein plötzliches Absetzen kann zu einem starken Blutdruckanstieg führen. Besprechen Sie jede Dosisänderung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Enalapril wird bei arterieller Hypertonie in einer Einstiegsdosis von 5 mg einmal taglich begonnen; die Erhaltungsdosis liegt in der Regel bei 10 bis 20 mg taglich, maximal 40 mg taglich. Bei Patienten, die vor Therapiebeginn Diuretika einnahmen oder bei Patienten mit erhohtem Hypotonierisiko (Hyponatriamie, Dehydratation), sollte mit 2,5 mg einmal taglich begonnen werden. Die Tabletten konnen mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden.
Bei Herzinsuffizienz wird die Initialdosis ebenfalls niedrig gehalten -- 2,5 mg zweimal taglich -- und schrittweise auf 10 bis 20 mg zweimal taglich als Erhaltungsdosis titriert. Bei eingeschrankter Nierenfunktion (GFR 10 bis 30 ml/min) betragt die Einstiegsdosis 2,5 mg; bei GFR uber 30 ml/min ist keine Anpassung notwendig. Nierenfunktion, Blutdruck und Kaliumspiegel sind zu Beginn der Therapie und bei Dosisanpassungen engmaschig zu kontrollieren.
Enalapril-Tabletten werden zu einer moglichst gleichen Tageszeit eingenommen. Das First-dose-Phanomen (ausgepragte Blutdrucksenkung nach der ersten Dosis) ist zu berucksichtigen -- insbesondere bei Hochrisikopatienten. Reizhusten ist eine haufige, klassenbezogene Nebenwirkung aller ACE-Hemmer; tritt er auf, ist ein Wechsel zu einem Angiotensin-Rezeptorantagonisten (ARB) in Betracht zu ziehen.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen
Ein trockener Reizhusten ist die häufigste Nebenwirkung von ACE-Hemmern und tritt bei etwa 5 bis 10 Prozent der Behandelten auf. Weitere häufige Nebenwirkungen sind Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Übelkeit. Diese Symptome sind meist leicht und vorübergehend.
Seltene, aber ernste Nebenwirkungen
In seltenen Fällen kann ein Angioödem auftreten, eine schwere allergische Reaktion mit Schwellungen im Gesicht, an Lippen, Zunge oder Rachen. Bei solchen Symptomen muss sofort ein Notarzt gerufen werden. Auch eine starke Verschlechterung der Nierenfunktion oder eine Hyperkaliämie sind möglich.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Wichtige Warnhinweise
Enalapril darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da es schwere Schäden beim ungeborenen Kind verursachen kann. Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine zuverlässige Verhütung sicherstellen. Während der Behandlung sollten die Nierenwerte und der Kaliumspiegel regelmäßig kontrolliert werden.
Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Einnahme von kaliumsparenden Diuretika, Kaliumsupplementen oder nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs) kann die Wirkung und Nebenwirkungen von Enalapril verstärken. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.
Gegenanzeigen
Enalapril ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Enalapril, andere ACE-Hemmer oder einen der sonstigen Bestandteile. Besonders kritisch ist das Angiodem-Risiko: Patienten, die jemals unter einem ACE-Hemmer ein Angiodem entwickelt haben, durfen Enalapril nicht einnehmen. Auch Patienten mit hereditarem oder idiopathischem Angiodem -- unabhangig von ACE-Hemmern -- sind stark gefahrdet und sollten Enalapril meiden.
Nicht anwenden in der Schwangerschaft (zweites und drittes Trimester), da ACE-Hemmer schwere fetale Schadigung verursachen (Oligohydramnion, Nierenschaden, Ossifikationsstorungen). Im ersten Trimester sollte die Anwendung ebenfalls vermieden werden. Enalapril ist ebenfalls kontraindiziert bei gleichzeitiger Einnahme von Aliskiren bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschrankter Nierenfunktion (GFR unter 60 ml/min) sowie bei gleichzeitiger Anwendung von Sacubitril/Valsartan wegen erhohtem Angiodem-Risiko.
Bei hamodynamisch relevanter beidseitiger Nierenarterienstenose oder Nierenarterienstenose bei Einzelniere erhoht Enalapril das Risiko akuter Niereninsuffizienz erheblich und ist kontraindiziert. Schwere Hypotonie, hamodynamische Instabilitat und Herzschock schließen die Anwendung aus. Der Trockenhusten ist eine bekannte Klassenreaktion aller ACE-Hemmer und kein Zeichen einer Allergie, kann aber therapeutisch relevant sein.
Häufig gestellte Fragen
Was kann ich gegen den Reizhusten durch Enalapril tun?
Darf ich während der Einnahme Sport treiben?
Kann ich Enalapril zusammen mit Ibuprofen nehmen?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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