
Estriol cream
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Estriol ist ein schwaches, natürliches Östrogen, das vorwiegend zur lokalen Behandlung von urogenitalen Beschwerden in und nach den Wechseljahren eingesetzt wird. Es ist als Creme, Vaginalzäpfchen oder Tablette erhältlich und wirkt gezielt auf die Schleimhäute von Scheide und Harntrakt.
Wie wirkt Estriol?
Estriol bindet an die Östrogenrezeptoren in der vaginalen und urogenitalen Schleimhaut und fördert dort die Regeneration des Gewebes. Es verbessert die Durchblutung, erhöht die Feuchtigkeit und stellt den natürlichen pH-Wert der Vaginalflora wieder her. Da Estriol ein schwaches Östrogen ist, hat es bei lokaler Anwendung kaum systemische Wirkungen.
Vorteile der lokalen Anwendung
Im Gegensatz zu systemischen Hormonersatztherapien wirkt lokal angewendetes Estriol überwiegend am Anwendungsort. Die systemische Aufnahme ist minimal, was das Risikoprofil günstiger macht und in vielen Fällen auch eine Anwendung ohne zusätzliches Gestagen ermöglicht.
Anwendung & Dosierung
Anwendung der Vaginalcreme
Tragen Sie die Creme einmal täglich vor dem Schlafengehen mithilfe des beiliegenden Applikators in die Vagina ein. Nach einer Anfangsphase von 2 bis 3 Wochen täglicher Anwendung wird die Dosis auf zweimal wöchentlich reduziert.
Anwendung der Vaginaltabletten
Führen Sie die Tablette einmal täglich vor dem Schlafengehen mit dem Applikator ein. Nach 2 bis 3 Wochen wird ebenfalls auf eine Erhaltungstherapie mit zweimal wöchentlicher Anwendung umgestellt.
Estriol wird als lokale (vaginale) oder systemische Hormontherapie bei Ostrogenmangelbeschwerden eingesetzt. Als Vaginalcreme oder -zapfchen zur Behandlung urogenitaler Atrophie wird 0,5 mg Estriol (entspricht 1 Anwendung Creme oder 1 Zapfchen) initial einmal taglich uber zwei bis drei Wochen angewendet; danach wird auf eine Erhaltungsdosis von zweimal wochentlich reduziert.
Estriol-Tabletten (0,5 mg) zur oralen Anwendung bei klimakterischen Beschwerden werden in der Regel einmal taglich eingenommen, wobei die Dosis nach Ansprechen und Beschwerden individuell angepasst werden kann. Systemisches Estriol wird seltener eingesetzt und erfordert bei Frauen mit intakter Gebarmutte stets die Kombination mit einem Gestagen, um die Gebarmutte zu schutzen. Vaginales Estriol in niedrigen Dosen benotigt in der Regel kein Gestagen.
Bei lokalvaginaler Anwendung sollte der Behandlungserfolg nach drei Monaten evaluiert werden; ein Fortfuhren der Therapie ist moglich, wenn ein klarer medizinischer Bedarf besteht. Die Therapiedauer sollte so kurz wie moglich gehalten werden. Regelmasige gynakologische Kontrollen und bei langfristiger Anwendung Mammographien sind empfehlenswert.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen
Bei lokaler Anwendung können vorübergehend leichtes Brennen, Juckreiz oder Ausfluss auftreten, besonders zu Beginn der Behandlung. Diese Beschwerden klingen in der Regel innerhalb weniger Tage ab, wenn sich die Schleimhaut erholt hat.
Seltene Nebenwirkungen
Brustspannen oder leichte Schmierblutungen können gelegentlich auftreten und deuten auf eine minimale systemische Aufnahme hin. Bei anhaltenden Blutungen oder Brustschmerzen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Wichtige Hinweise
Obwohl lokales Estriol ein günstiges Sicherheitsprofil hat, sollte es bei Frauen mit einer Vorgeschichte von östrogenabhängigem Krebs nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung eingesetzt werden. Bei ungeklärten vaginalen Blutungen ist vor Behandlungsbeginn eine Abklärung erforderlich.
Auswirkungen auf Kondome
Estriol-haltige Vaginalcremes können Latex-Kondome und Diaphragmen beschädigen. Verwenden Sie während der Behandlung alternative Verhütungsmethoden oder warten Sie einige Stunden nach der Anwendung.
Gegenanzeigen
Estriol ist kontraindiziert bei diagnostiziertem oder vermutetem ostrogenabhangigem Malignom, insbesondere Brustkrebs und Endometriumkarzinom. Estriol-Praparate durfen nicht bei ungeklarten Genitalblutungen angewendet werden, da diese ein Zeichen von Krebs sein konnen, der durch Ostrogene weiter stimuliert wurde. Patienten mit fruherer Brustkrebserkrankung sind eine absolute Kontraindikation.
Bei aktiver oder fruher aufgetretener venooser Thromboembolie (Beinvenenthrombose, Lungenembolie) und bei arterieller Thromboembolie in der Anamnese ist Estriol kontraindiziert. Erbliche Thrombophilien (z. B. Faktor-V-Leiden-Mutation, Protein-C-Mangel) erhohen das Risiko durch systemisches Estriol erheblich. Vaginales Estriol in sehr niedrigen Dosen hat ein geringeres systemisches Thromboserisiko, aber bei ausgepragger Thrombophilie ist auch lokale Anwendung mit Vorsicht zu betrachten.
Bei akuter oder schwerer chronischer Lebererkrankung sowie bei Porphyrie ist Estriol kontraindiziert. Schwangerschaft und Stillzeit sind absolute Kontraindikationen fur systemisches und lokales Estriol. Unbehandelte Endometriumhyperplasie ist ebenfalls eine Kontraindikation. Bei systemischer Anwendung mussen Frauen mit intakter Gebarmutte immer ein Gestagen erhalten.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich bei lokaler Estriol-Anwendung ein Gestagen?
Kann ich Estriol auch bei Blasenbeschwerden anwenden?
Wie lange kann ich Estriol anwenden?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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