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Etoricoxib

Etoricoxib

Wirkstoff: Etoricoxib

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Etoricoxib ist ein selektiver COX-2-Hemmer aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs), der zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen eingesetzt wird. Es ist unter dem Markennamen Arcoxia und als Generikum erhältlich.

Wie wirkt Etoricoxib?

Etoricoxib hemmt gezielt das Enzym Cyclooxygenase-2 (COX-2), das an der Bildung von entzündungsfördernden Prostaglandinen beteiligt ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen NSAIDs wie Ibuprofen oder Diclofenac hemmt es die COX-1 kaum, wodurch die Magenschleimhaut besser geschützt wird und gastrointestinale Nebenwirkungen seltener auftreten.

Anwendungsgebiete

Etoricoxib wird bei Arthrose, rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans), akuter Gicht sowie bei Zahnschmerzen nach operativen Eingriffen verschrieben. Es bietet eine langanhaltende Schmerzlinderung über 24 Stunden, sodass eine einmal tägliche Einnahme ausreicht.

Anwendung & Dosierung

Einnahme

Etoricoxib wird einmal täglich als Tablette eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Die Tablette sollte im Ganzen mit Wasser geschluckt werden. Da die Wirkung über 24 Stunden anhält, genügt eine einzige Einnahme pro Tag.

Anwendungsdauer

Bei akuter Gicht beträgt die Behandlungsdauer in der Regel maximal 8 Tage. Bei chronischen Erkrankungen wie Arthrose oder rheumatoider Arthritis wird die Dauer individuell festgelegt. Grundsätzlich sollte die niedrigste wirksame Dosis über den kürzestmöglichen Zeitraum angewendet werden.

Etoricoxib ist ein selektiver COX-2-Hemmer (NSAR), dessen Dosierung sich streng nach der Indikation richtet. Bei Arthrose wird 30 mg einmal taglich als Standarddosis eingesetzt; bei unzureichender Symptomkontrolle kann temporar auf 60 mg erhoht werden. Bei rheumatoider Arthritis und Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) sind 60 mg einmal taglich die empfohlene Dosierung, die bei Bedarf auf 90 mg gesteigert werden kann.

Bei akutem Gichtanfall betragt die Dosis 120 mg einmal taglich fur maximal 8 Tage; diese hochste Dosierung ist nur fur kurze Behandlungszeiten bestimmt. Etoricoxib wird einmal taglich, unabhangig von den Mahlzeiten, eingenommen. Die Maximaldosis betragt 120 mg taglich. Bei Patienten mit Bluthochdruck sollte der Blutdruck zu Beginn der Behandlung und regelmasig danach uberwacht werden, da COX-2-Hemmer den Blutdruck erhohen konnen.

Bei Patienten mit moderater Leberinsuffizienz (Child-Pugh B) sollte die Tagesdosis auf 60 mg begrenzt werden; bei schwerer Leberinsuffizienz ist Etoricoxib kontraindiziert. Bei Nierenfunktionseinschrankung (GFR 30 bis 60 ml/min) ist Vorsicht geboten und eine engmaschige Uberwachung der Nierenfunktion ist notwendig. Etoricoxib sollte in der niedrigsten wirksamen Dosis und uber die kurzestmogliche Zeit eingesetzt werden.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen und Übelkeit, periphere Ödeme (Wassereinlagerungen) und ein leichter Blutdruckanstieg gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen. Diese sind in der Regel mild und vorübergehend.

Ernste Nebenwirkungen

Wie alle COX-2-Hemmer kann Etoricoxib das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen, insbesondere bei Langzeitanwendung und höheren Dosen. Auch Magengeschwüre und Magenblutungen sind möglich, wenngleich seltener als bei herkömmlichen NSAIDs.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Kardiovaskuläre Risiken

Etoricoxib sollte bei Patienten mit bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, unkontrolliertem Bluthochdruck oder erhöhtem kardiovaskulärem Risiko nur nach sorgfältiger Abwägung eingesetzt werden. Der Blutdruck sollte regelmäßig kontrolliert werden, da Etoricoxib diesen erhöhen kann.

Weitere Warnhinweise

Bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist Vorsicht geboten. Die gleichzeitige Einnahme von Blutverdünnern wie Warfarin erfordert eine engmaschige Überwachung der Gerinnungswerte. In der Schwangerschaft ist Etoricoxib kontraindiziert.

Gegenanzeigen

Etoricoxib ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegenuber Etoricoxib oder anderen NSAR (nicht-steroidale Antirheumata), einschlielich Aspirin. Bei Patienten mit Aspirin-Intoleranz (Aspirin-Asthma, Nasenschleimhautpolypen durch Aspirin, Urtikaria) besteht haufig Kreuzuberempfindlichkeit auch gegen selektive COX-2-Hemmer.

Bei aktiven gastroduodenalen Ulzera oder Magen-Darm-Blutungen ist Etoricoxib kontraindiziert, obwohl COX-2-Hemmer das gastrointestinale Risiko im Vergleich zu nicht-selektiven NSAR verringern. Unkontrollierter Bluthochdruck (systolisch uber 140 mmHg trotz Therapie) ist eine Kontraindikation, da Etoricoxib den Blutdruck erhohen kann. Bei ischamischer Herzerkrankung, peripherer Gefasserkrankung oder zerebrovaskularen Erkrankungen ist das kardiovaskulare Risiko stark erhoht; Etoricoxib ist in diesen Fallen kontraindiziert.

Bei schwerer Leber- (Child-Pugh C) oder Niereninsuffizienz (GFR unter 30 ml/min), sowie bei Herzinsuffizienz (NYHA II bis IV) ist Etoricoxib kontraindiziert. In der Schwangerschaft (ab dem zweiten Trimester) und bei Stillenden ist die Anwendung kontraindiziert, da NSAR den Ductus arteriosus vorzeitig verschliessen konnen. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren durfen Etoricoxib nicht erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Ist Etoricoxib magenfreundlicher als Ibuprofen?
Ja, da Etoricoxib selektiv COX-2 hemmt und die schützende COX-1 in der Magenschleimhaut weitgehend unberührt lässt, treten gastrointestinale Nebenwirkungen seltener auf als bei herkömmlichen NSAIDs. Dennoch ist ein Restrisiko für Magenprobleme nicht ausgeschlossen.
Kann ich Etoricoxib bei Gicht dauerhaft einnehmen?
Nein, bei akuter Gicht ist Etoricoxib nur für die kurzfristige Anwendung über maximal 8 Tage zugelassen. Zur langfristigen Behandlung von Gicht kommen andere Medikamente wie harnsäuresenkende Mittel zum Einsatz.
Darf ich während der Einnahme Alkohol trinken?
Alkohol kann das Risiko für Magen-Darm-Nebenwirkungen erhöhen und sollte daher während der Behandlung mit Etoricoxib nur in Maßen konsumiert werden. Bei regelmäßigem Alkoholkonsum besprechen Sie dies bitte mit Ihrer Ärztin.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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