
Gemfibrozil
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Gemfibrozil gehört zur Gruppe der Fibrate und wird zur Senkung erhöhter Blutfettwerte eingesetzt, insbesondere bei erhöhten Triglyceridwerten und niedrigem HDL-Cholesterin. Es kann das kardiovaskuläre Risiko bei bestimmten Patientengruppen senken.
Wie wirkt Gemfibrozil?
Gemfibrozil aktiviert den Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptor alpha (PPAR-alpha), der eine zentrale Rolle im Fettstoffwechsel spielt. Dadurch wird die Synthese von Triglyceriden reduziert, die Lipoproteinlipase-Aktivität gesteigert und die HDL-Cholesterin-Produktion erhöht. Das Ergebnis ist eine deutliche Senkung der Triglyceride und ein Anstieg des schützenden HDL-Cholesterins.
Anwendungsgebiete
Gemfibrozil wird bei Hypertriglyzeridämie, gemischter Hyperlipidämie und zur Senkung des kardiovaskulären Risikos bei Patienten mit erhöhten Triglyceriden und niedrigem HDL-Cholesterin verschrieben, wenn Statine allein nicht ausreichen oder nicht vertragen werden.
Anwendung & Dosierung
Einnahme
Nehmen Sie Gemfibrozil zweimal täglich ein, 30 Minuten vor dem Frühstück und dem Abendessen. Die Einnahme vor den Mahlzeiten verbessert die Aufnahme des Wirkstoffs.
Lebensstiländerungen
Gemfibrozil ergänzt, aber ersetzt nicht Ernährungsumstellungen, Gewichtsabnahme und körperliche Aktivität. Eine fettarme Ernährung und regelmäßige Bewegung bleiben wichtige Pfeiler der Therapie.
Die empfohlene Dosis betragt 600 mg zweimal taglich (morgens und abends), jeweils 30 Minuten vor den Mahlzeiten. Die Tagesdosis von 1.200 mg sollte nicht uberschritten werden. Die Einnahme vor den Mahlzeiten verbessert die Absorption und die lipidsenkende Wirkung.
Bei eingeschrankter Nierenfunktion sollte die Dosis arztlich angepasst werden. Regelmasige Kontrollen der Leberwerte und Kreatinkinase sind zu Beginn der Therapie und nach sechs bis zwolf Wochen empfehlenswert. Bei Muskelschmerzen, Schwache oder braunem Urin sollte Gemfibrozil sofort abgesetzt und die Kreatinkinase bestimmt werden.
Die Wirkung auf die Triglyzeridwerte ist in der Regel nach zwei bis vier Wochen erkennbar. Die Lipidwerte sollten nach drei bis sechs Monaten erneut bestimmt werden, um das Therapieansprechen zu beurteilen.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen
Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Blähungen sind die häufigsten Nebenwirkungen. Kopfschmerzen, Schwindel und Hautausschlag können gelegentlich auftreten.
Ernste Nebenwirkungen
Muskelschmerzen und in seltenen Fällen Rhabdomyolyse (schwerer Muskelzerfall) können auftreten, besonders bei Kombination mit Statinen. Gallensteine können sich bei Langzeitanwendung bilden. Bei unerklärlichen Muskelschmerzen, dunklem Urin oder Oberbauchschmerzen sollte sofort ärztliche Hilfe aufgesucht werden.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Kombination mit Statinen
Die gleichzeitige Einnahme von Gemfibrozil mit bestimmten Statinen, insbesondere Simvastatin und Lovastatin, ist kontraindiziert, da das Risiko für Rhabdomyolyse stark erhöht ist. Wenn eine Kombination erforderlich ist, sollte ein anderes Statin gewählt werden.
Gallensteine
Fibrate können die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit verändern und die Bildung von Gallensteinen begünstigen. Bei Auftreten von Oberbauchschmerzen sollte eine Gallensteindiagnostik durchgeführt werden.
Gegenanzeigen
Gemfibrozil ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe. Bei bestehender Gallenblasenerkrankung, insbesondere Gallensteinen, ist die Anwendung kontraindiziert, da Fibrate die Cholesterinkonzentration in der Galle erhohen und die Steinbildung begunstigen konnen.
Bei schwerer Lebererkrankung und schwerer Niereninsuffizienz ist Gemfibrozil kontraindiziert, da der Wirkstoff hepatisch metabolisiert und renal eliminiert wird. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Gemfibrozil nicht eingesetzt werden, da keine ausreichenden Sicherheitsdaten vorliegen.
Die gleichzeitige Anwendung mit Repaglinid ist absolut kontraindiziert, da Gemfibrozil den CYP2C8-Metabolismus von Repaglinid stark hemmt und lebensgefaehrliche Hypoglykamien verursachen kann. Die Kombination mit Simvastatin erhoht das Myopathierisiko erheblich und ist ebenfalls kontraindiziert.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Gemfibrozil und einem Statin?
Kann ich Gemfibrozil zusammen mit Atorvastatin nehmen?
Wie stark senkt Gemfibrozil die Triglyceride?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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