
Gentamicin
Diese Website bietet allgemeine Informationen über Medikamente nur zu Bildungszwecken. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.
Medikament wählen
Dosierung und Menge auswählen
Online-Konsultation
Geprüft von einem qualifizierten Arzt
Schnelle, diskrete Lieferung
Direkt an Ihre Tür geliefert
Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Gentamicin ist ein Aminoglykosid-Antibiotikum mit einem breiten Wirkungsspektrum gegen grammnegative Bakterien. Es wird sowohl systemisch (als Injektion) als auch topisch (als Creme, Salbe oder Augentropfen) zur Behandlung schwerer bakterieller Infektionen eingesetzt.
Wie wirkt Gentamicin?
Gentamicin bindet an die 30S-Untereinheit der bakteriellen Ribosomen und hemmt dadurch die Proteinsynthese der Bakterien. Es wirkt bakterizid, das heißt, es tötet Bakterien ab, anstatt nur ihr Wachstum zu hemmen. Seine besondere Stärke liegt in der Wirksamkeit gegen gramnegative Keime wie Pseudomonas, Escherichia coli und Klebsiella.
Anwendungsformen
Gentamicin ist als Injektionslösung für schwere systemische Infektionen, als Augentropfen und Augensalbe bei bakteriellen Augeninfektionen sowie als Hautsalbe für infizierte Wunden und Hautinfektionen erhältlich.
Anwendung & Dosierung
Topische Anwendung
Bei Hautsalbe oder Creme: Tragen Sie eine dünne Schicht zwei- bis dreimal täglich auf die betroffene Hautstelle auf. Bei Augentropfen: Geben Sie 1 bis 2 Tropfen in den Bindehautsack des betroffenen Auges, alle 4 bis 6 Stunden.
Systemische Anwendung
Die Injektion wird von medizinischem Fachpersonal verabreicht. Die Dosierung basiert auf dem Körpergewicht und der Nierenfunktion und wird durch regelmäßige Blutspiegelkontrollen überwacht.
Gentamicin ist ein Aminoglykosid-Antibiotikum zur Behandlung schwerer gramnegativer Infektionen. Die Dosierung richtet sich streng nach dem Korpergewicht, der Nierenfunktion und dem Infektionsschweregrad. Bei einmal taglicher Dosierung (bevorzugtes Schema) werden 5 bis 7 mg/kg einmal taglich intravenoos infundiert, wobei Spitzenspiegel und Talspiegel engmaschig uberwacht werden mussen.
Bei traditionell mehrfach taglicher Dosierung betragt die Standarddosis 1,5 mg/kg alle 8 Stunden; die Talspiegel sollen unter 2 mg/l und Spitzenspiegel uber 5 bis 10 mg/l liegen. Bei eingeschrankter Nierenfunktion muss das Dosierungsintervall entsprechend der GFR verlangert werden: Bei GFR 10 bis 50 ml/min werden die Dosen alle 24 bis 48 Stunden verabreicht; bei GFR unter 10 ml/min sind individuelle Anpassungen und sehr engmaschige Spiegelkontrollen notwendig.
Eine regelmassige Uberwachung der Nierenfunktion (Serumkreatinin, GFR) und des Horvermogen (audiometrisch) ist wahrend der gesamten Therapie unbedingt erforderlich, da Gentamicin nephrotoxisch und ototoxisch ist. Die Behandlungsdauer sollte so kurz wie moglich gehalten werden; eine Therapiedauer uber 14 Tage sollte nur bei zwingender Indikation in Betracht gezogen werden.
Nebenwirkungen
Topische Nebenwirkungen
Bei topischer Anwendung sind Nebenwirkungen selten und beschränken sich meist auf lokale Hautreizungen, Rötung oder Juckreiz an der Anwendungsstelle. Allergische Kontaktdermatitis kann gelegentlich auftreten.
Systemische Nebenwirkungen
Bei systemischer Anwendung besteht das Risiko für Nephrotoxizität (Nierenschädigung) und Ototoxizität (Schädigung des Innenohrs mit Hör- und Gleichgewichtsstörungen). Diese Risiken steigen mit der Dosis, Behandlungsdauer und bei gleichzeitiger Anwendung anderer nephro- oder ototoxischer Medikamente.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Nieren- und Gehörüberwachung
Bei systemischer Anwendung müssen die Nierenfunktion, die Blutspiegelwerte und das Gehör regelmäßig überwacht werden. Erste Anzeichen einer Ototoxizität wie Tinnitus, Schwindel oder Hörverlust erfordern ein sofortiges Absetzen.
Resistenzentwicklung
Bei topischer Langzeitanwendung kann eine Resistenzentwicklung der Bakterien auftreten. Die Behandlung sollte nicht länger als empfohlen durchgeführt werden.
Gegenanzeigen
Gentamicin ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegenuber Gentamicin oder anderen Aminoglykosid-Antibiotika (z. B. Tobramycin, Amikacin, Streptomycin). Kreuzallergien innerhalb der Aminoglykosidgruppe sind haufig und schliessen in der Regel alle Praparate dieser Klasse aus. Fruheres Gehor- oder Vestibularis-Schadigungen durch Gentamicin oder andere Aminoglykoside sind absolute Kontraindikationen fur eine erneute Anwendung.
Bei schwerer Niereninsuffizienz (GFR unter 10 ml/min) ohne Moglichkeit zur engmaschigen Serumspiegel-Uberwachung ist Gentamicin kontraindiziert, da das Risiko fur lebensbedrohliche Nierenschadigung und Ototoxizitat extrem hoch ist. Bei Patienten mit vorbestehender Taubheit oder schwerem Horverlust ist die Anwendung kontraindiziert, da weitere Schaden das vollstandige Horvermogen zerstoren konnten.
Bei Patienten mit Myasthenia gravis und ahnlichen neuromuskularen Erkrankungen (z. B. Botulismus, Parkinson-Erkrankung) kann Gentamicin die neuromuskulare Ubertragung weiter hemmen und zu lebensgefahrlicher Atemlahmung fuhren; die Anwendung ist kontraindiziert. Die gleichzeitige Gabe von anderen potenziell nephrotoxischen oder ototoxischen Arzneimitteln (Cisplatin, starke Diuretika wie Furosemid in hohen Dosen) ist wegen additiver Toxizitat kontraindiziert.
Häufig gestellte Fragen
Kann die Salbe auf offene Wunden aufgetragen werden?
Wie lange dauert die Behandlung mit Gentamicin-Augentropfen?
Ist die Gentamicin-Salbe rezeptpflichtig?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
TopDoctors Profile