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Glucophage SR

Glucophage SR

Wirkstoff: Metforminhydrochlorid

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Glucophage enthält den Wirkstoff Metformin und ist das am häufigsten verschriebene orale Antidiabetikum zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Es gilt als Erstlinienmedikament und kann den Blutzucker wirksam senken, ohne eine Gewichtszunahme zu verursachen.

Wie wirkt Glucophage?

Metformin wirkt über mehrere Mechanismen: Es reduziert die Zuckerproduktion in der Leber, verbessert die Insulinempfindlichkeit der Muskel- und Fettzellen und verlangsamt die Aufnahme von Glukose aus dem Darm. Anders als Sulfonylharnstoffe stimuliert es nicht die Insulinfreisetzung und verursacht daher allein keine Unterzuckerung.

Über die Blutzuckersenkung hinaus

Glucophage kann auch zur Gewichtsreduktion beitragen und hat in Studien positive Auswirkungen auf das kardiovaskuläre Risiko gezeigt. Es wird zunehmend auch bei polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) und in der Prävention von Typ-2-Diabetes bei Hochrisikopatienten eingesetzt.

Anwendung & Dosierung

Einnahme

Nehmen Sie Glucophage zu oder nach den Mahlzeiten ein, um Magen-Darm-Beschwerden zu reduzieren. Die Tabletten werden im Ganzen mit Wasser geschluckt. Bei der Retardformulierung (Glucophage XR) erfolgt die Einnahme einmal täglich zum Abendessen.

Regelmäßigkeit

Die regelmäßige Einnahme ist entscheidend für eine gleichmäßige Blutzuckerkontrolle. Setzen Sie das Medikament nicht eigenmächtig ab, auch wenn Sie sich gut fühlen.

Glucophage (Metformin) ist das Mittel der ersten Wahl bei Typ-2-Diabetes mellitus. Die Therapie wird mit einer niedrigen Startdosis begonnen, um gastrointestinale Nebenwirkungen zu minimieren: initial 500 mg einmal oder zweimal taglich zu den Mahlzeiten (oder 850 mg einmal taglich). Die Dosis wird wochentlich oder alle zwei Wochen schrittweise erhoht, bis die optimale glykamische Kontrolle erreicht ist.

Die ubliche Erhaltungsdosis betragt 1500 bis 2000 mg taglich, aufgeteilt auf zwei bis drei Einnahmen mit den Mahlzeiten. Die maximale Tagesdosis fur Erwachsene betragt 3000 mg. Bei Kindern ab 10 Jahren beginnt die Dosis mit 500 mg taglich und kann auf maximal 2000 mg gesteigert werden. Glucophage XR (Retardtabletten) konnen einmal taglich abends eingenommen werden und sind oft mit weniger gastrointestinalen Problemen verbunden.

Ein kritischer Punkt: Glucophage muss vor jodhaltigen Kontrastmitteluntersuchungen (CT mit Kontrastmittel, Angiographien) abgesetzt werden, weil Kontrastmittel eine akute Nierenfunktionsverschlechterung verursachen konnen, die zur Metformin-Akkumulation und Laktatazidose fuhrt. Das Absetzen erfolgt mindestens 48 Stunden vor dem Eingriff und die Wiederaufnahme fruhestens 48 Stunden danach, wenn die Nierenfunktion uberprufet wurde.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen und metallischer Geschmack sind die häufigsten Nebenwirkungen, besonders zu Beginn der Behandlung. Diese können durch langsame Dosissteigerung und Einnahme zum Essen minimiert werden und klingen oft nach einigen Wochen ab.

Seltene, aber ernste Nebenwirkungen

Laktazidose ist eine sehr seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Komplikation, die vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion auftreten kann. Symptome wie Muskelschmerzen, Atemnot, Bauchschmerzen und allgemeine Schwäche erfordern sofortige ärztliche Hilfe. Langfristig kann Metformin die Vitamin-B12-Aufnahme beeinträchtigen.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Nierenfunktion

Die Nierenfunktion (eGFR) muss vor Behandlungsbeginn und danach regelmäßig kontrolliert werden. Glucophage sollte bei einer eGFR unter 30 ml/min abgesetzt werden. Bei Werten zwischen 30 und 45 ml/min ist eine Dosisreduktion erforderlich.

Kontrastmittel und Operationen

Glucophage muss 48 Stunden vor und nach Verabreichung jodhaltiger Kontrastmittel sowie vor geplanten Operationen unter Vollnarkose abgesetzt werden, um das Risiko einer Laktazidose zu reduzieren.

Gegenanzeigen

Glucophage ist kontraindiziert bei Niereninsuffizienz mit einer GFR unter 30 ml/min/1,73 m, da Metformin dann nicht ausgeschieden werden kann und sich akkumuliert, was das Risiko einer lebensgefahrlichen Laktatazidose erhoht. Auch bei akuten Zustanden, die eine Beeintrachtigung der Nierenfunktion bewirken konnen (Dehydration, schwere Infektionen, Schock), sollte Glucophage vorbeugend abgesetzt werden.

Bei akuter oder chronischer Lebererkrankung, die mit einer verminderten Laktat-Clearance verbunden ist, ist Glucophage kontraindiziert, da die Leber Laktat normalerweise metabolisiert. Alkoholmissbrauch erhoht ebenfalls das Risiko einer Laktatazidose erheblich, da Alkohol die hepatische Laktatclearance hemmt. Akute oder chronische metabolische Azidose (einschlielich diabetischer Ketoazidose) ist eine Kontraindikation.

Vor jodhaltigen Kontrastmitteluntersuchungen muss Glucophage mindestens 48 Stunden vorher abgesetzt und darf erst nach Sicherstellung normaler Nierenfunktion wieder eingenommen werden. Bei Herzinsuffizienz mit hamodynamischer Instabilitat oder bei respiratorischer Insuffizienz (chronisch oder akut) ist Glucophage kontraindiziert. Patienten mit Uberempfindlichkeit gegenuber Metformin oder den Hilfsstoffen durfen das Praparat nicht einnehmen.

Häufig gestellte Fragen

Verursacht Metformin Unterzuckerung?
Metformin allein verursacht in der Regel keine Unterzuckerung (Hypoglykämie), da es die Insulinfreisetzung nicht stimuliert. In Kombination mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin kann jedoch ein erhöhtes Unterzuckerungsrisiko bestehen.
Hilft Metformin beim Abnehmen?
Metformin verursacht keine Gewichtszunahme und kann bei manchen Patienten eine leichte Gewichtsreduktion bewirken. Es wird jedoch nicht als reines Abnehmmittel eingesetzt, sondern seine gewichtsneutrale Wirkung ist ein willkommener Zusatzeffekt bei der Diabetesbehandlung.
Was ist der Unterschied zwischen Glucophage und Glucophage XR?
Glucophage XR ist die Retardformulierung, die den Wirkstoff langsam freisetzt und einmal täglich eingenommen wird. Sie verursacht in der Regel weniger Magen-Darm-Beschwerden als die Standardformulierung, da der Wirkstoff gleichmäßiger freigesetzt wird.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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