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Grazax

Grazax

Wirkstoff: Standardisierter Gräserpollenextrakt (Phleum pratense) 75.000 SQ-T

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Grazax ist eine sublinguale Immuntherapie (SLIT) in Tablettenform zur Behandlung der Gräserpollenallergie. Es enthält einen standardisierten Gräserpollenextrakt und zielt darauf ab, die Ursache der Allergie zu behandeln, anstatt nur die Symptome zu lindern.

Wie wirkt Grazax?

Grazax wirkt über einen Desensibilisierungsmechanismus: Durch die regelmäßige Aufnahme kleiner Mengen des Allergens über die Mundschleimhaut wird das Immunsystem schrittweise an das Gräserpollenallergen gewöhnt. Mit der Zeit wird die überschießende Immunreaktion abgeschwächt, sodass die allergischen Symptome bei Kontakt mit Gräserpollen deutlich milder ausfallen.

Kausale Behandlung

Im Gegensatz zu Antihistaminika und Nasensprays, die nur Symptome unterdrücken, behandelt Grazax die Ursache der Allergie. Die Wirkung hält nach Abschluss der empfohlenen Therapiedauer von 3 Jahren oft noch jahrelang an.

Anwendung & Dosierung

Anwendung

Legen Sie die Tablette unter die Zunge und lassen Sie sie dort mindestens 1 Minute lang zergehen. Schlucken oder kauen Sie sie nicht. Essen und Trinken Sie in den folgenden 5 Minuten nichts.

Behandlungsbeginn

Die erste Tablette muss unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden, da allergische Reaktionen möglich sind. Anschließend wird die Behandlung zu Hause fortgesetzt, idealerweise 4 Monate vor Beginn der Gräserpollensaison gestartet und über mindestens 3 Jahre durchgeführt.

Grazax wird einmal taglich als 75.000 SQ-T Lyophilisat unter die Zunge gelegt und dort aufgelost, bis es vollstandig resorbiert ist. Die erste Dosis sollte unter arztlicher Aufsicht eingenommen werden, um mogliche allergische Reaktionen zu uberwachen. Danach kann die Behandlung zu Hause fortgesetzt werden.

Die Behandlung sollte mindestens 4 Monate vor der Graspollensaison begonnen und wahrend der gesamten Saison sowie danach fortgesetzt werden. Eine Behandlungsdauer von mindestens 3 Jahren wird empfohlen, um eine langanhaltende Wirkung zu erzielen. Bei Kindern ab 5 Jahren wird die gleiche Dosierung wie bei Erwachsenen angewendet.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Jucken, Kribbeln, Schwellung und Taubheitsgefühl im Mund und Rachen sind die häufigsten Nebenwirkungen und treten besonders in den ersten Behandlungswochen auf. Sie sind in der Regel leicht und klingen mit fortgesetzter Anwendung ab.

Seltene, aber ernste Nebenwirkungen

In seltenen Fällen können schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie) auftreten, weshalb die erste Dosis unter ärztlicher Aufsicht eingenommen wird. Patienten mit schwerem oder instabilem Asthma haben ein erhöhtes Risiko für ernste Reaktionen.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Erste Einnahme

Die allererste Tablette muss unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden, da schwere allergische Reaktionen möglich sind. Patienten mit Adrenalin-Autoinjektor sollten diesen bei den ersten Einnahmen verfügbar haben.

Asthma

Bei Patienten mit Asthma bronchiale muss dieses stabil und gut kontrolliert sein, bevor Grazax begonnen wird. Bei Verschlechterung des Asthmas während der Behandlung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Gegenanzeigen

Grazax (Graspollen-Allergen-Lyophilisat) ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerem oder instabilem Asthma bronchiale, das sich nicht ausreichend mit Medikamenten kontrollieren lasst (FEV1 dauerhaft unter 70 Prozent trotz Therapie). Schwere asthmatische Exazerbationen kurz vor oder wahrend der Behandlung erfordern einen Therapieaufschub. Auch bei anderen schwerwiegenden Atemwegserkrankungen, die die Sicherheit der Behandlung gefahrden, ist Vorsicht geboten.

Bei schweren oder unkontrollierten Autoimmunerkrankungen (z. B. schwere rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes in akuter Phase) und bei malignen Erkrankungen, die die Immunabwehr beeintrachtigen, ist Grazax kontraindiziert. Immunsupprimierte Patienten (z. B. durch Chemotherapie, Bestrahlung oder hohe systemische Kortikosteroiddosen) durfen Grazax nicht erhalten, da die spezifische Immunantwort fur die Wirksamkeit notwendig ist und gleichzeitig unkontrollierte Reaktionen auftreten konnen.

Aktive Entzundungen oder Wunden im Mund (Stomatitis, Mundschleimhautgeschwure, Zahnfleischentzundungen) machen eine Pause der Therapie notwendig, bis die Mundhohle vollstandig abgeheilt ist. In der Schwangerschaft sollte Grazax nicht neu begonnen werden; eine bereits laufende Behandlung kann nach arztlicher Beratung fortgesetzt werden. Patienten mit Uberempfindlichkeit gegenuber einem der Hilfsstoffe (insbesondere Gelatine) durfen Grazax nicht erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis Grazax wirkt?
Erste Verbesserungen können schon in der ersten Pollensaison nach Behandlungsbeginn bemerkbar sein. Die volle Wirkung entwickelt sich über die 3-jährige Behandlungsdauer. Studien zeigen eine Reduktion der Symptome und des Medikamentenbedarfs um 20 bis 35 Prozent.
Muss ich während der Therapie weiterhin Allergiemedikamente nehmen?
Ja, besonders in der ersten Pollensaison können zusätzliche Allergiemedikamente wie Antihistaminika oder Nasensprays nötig sein. Mit zunehmender Behandlungsdauer wird der Bedarf an symptomatischer Medikation in der Regel geringer.
Gibt es eine Altersgrenze für Grazax?
Grazax ist für Erwachsene und Kinder ab 5 Jahren zugelassen. Bei Kindern unter 5 Jahren liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit vor.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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