
Kotrimoxazol
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Cotrimoxazol ist ein Kombinationsantibiotikum, das die Wirkstoffe Trimethoprim und Sulfamethoxazol enthält. Es wird zur Behandlung verschiedener bakterieller Infektionen eingesetzt und ist unter dem Markennamen Bactrim und als Generikum erhältlich.
Wie wirkt Cotrimoxazol?
Die beiden Wirkstoffe hemmen aufeinanderfolgende Schritte in der bakteriellen Folsäuresynthese: Sulfamethoxazol blockiert die Dihydropteroatsynthase und Trimethoprim die Dihydrofolatreduktase. Durch diese doppelte Blockade wirkt die Kombination synergistisch und bakterizid, da Bakterien auf die eigene Folsäureproduktion angewiesen sind.
Anwendungsgebiete
Cotrimoxazol wird bei Harnwegsinfektionen, Atemwegsinfektionen, Magen-Darm-Infektionen, Hautinfektionen und zur Prophylaxe und Behandlung von Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PCP) bei immungeschwächten Patienten verschrieben.
Anwendung & Dosierung
Einnahme
Nehmen Sie Cotrimoxazol zu den Mahlzeiten mit reichlich Wasser ein. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um Kristallbildung in den Nieren zu vermeiden.
Behandlungsdauer
Schließen Sie die gesamte Behandlung wie verschrieben ab, auch wenn sich die Symptome vorzeitig bessern. Ein vorzeitiges Absetzen fördert die Resistenzbildung.
Cotrimoxazol (Trimethoprim/Sulfamethoxazol) wird in der Kombination 160 mg Trimethoprim / 800 mg Sulfamethoxazol (Standardtablette) eingesetzt. Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen betragt die empfohlene Dosis 1 Standardtablette zweimal taglich uber 3 bis 7 Tage. Bei komplizierten Infektionen, Pyelonephritis oder Infektionen durch Pneumocystis jirovecii (PCP) sind hohere Dosen und langere Behandlungszeiten notwendig.
Zur Behandlung von PCP (eine lebensbedrohliche Lungenentzundung bei Immungeschwachten) werden hohe Dosen von 15 bis 20 mg/kg/Tag Trimethoprim (aufgeteilt in 3 bis 4 Einzeldosen) uber 21 Tage eingesetzt. Zur PCP-Prophylaxe bei HIV-Patienten oder anderen Immunsupprimierten reicht eine Standardtablette einmal taglich oder dreimal wochentlich. Ausreichende Flussigkeitszufuhr (mindestens 1,5 Liter taglich) ist wichtig, um Nierensteine zu verhindern.
Bei eingeschrankter Nierenfunktion (GFR 15 bis 30 ml/min) sollte die Halfte der ublichen Dosis gegeben werden; bei GFR unter 15 ml/min ist Cotrimoxazol kontraindiziert. Folatmangel- und Megaloblastanamiepatienten konnen von Cotrimoxazol weiter geschadigt werden; Folsaurepraparate sollten in diesen Fallen gleichzeitig gegeben werden. Cotrimoxazol sollte mit den Mahlzeiten oder ausreichend Wasser eingenommen werden.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit sind die häufigsten Nebenwirkungen. Hautausschlag tritt bei etwa 3 bis 5 Prozent der Patienten auf und kann Anlass zum Absetzen sein.
Ernste Nebenwirkungen
Schwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse sind selten, aber lebensbedrohlich. Blutbildveränderungen (Leukopenie, Thrombozytopenie), Leberschäden und Nierenfunktionsstörungen können ebenfalls auftreten. Bei Hautausschlag, Fieber, Halsschmerzen oder ungewöhnlichen Blutungen muss sofort ärztliche Hilfe gesucht werden.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Sonnenschutz
Sulfonamide können die Hautempfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung erhöhen. Meiden Sie intensive Sonnenexposition und verwenden Sie einen hohen Lichtschutzfaktor während der Behandlung.
Flüssigkeitszufuhr
Trinken Sie während der Behandlung ausreichend Wasser (mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich), um die Bildung von Kristallen in den Nieren zu verhindern.
Gegenanzeigen
Cotrimoxazol ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegenuber Sulfonamiden oder Trimethoprim. Schwere kutane Reaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) unter Sulfonamiden in der Vergangenheit schliessen eine erneute Anwendung absolut aus. Kreuzreaktionen zwischen verschiedenen Sulfonamid-Derivaten sind haufig.
Bei schwerer Nierenfunktionsstorung (GFR unter 15 ml/min) und bei schwerer Leberinsuffizienz ist Cotrimoxazol kontraindiziert, da die Metaboliten nicht ausgeschieden werden konnen und sich toxische Spiegel aufbauen. Patienten mit schwerem Blutbildschaden (Agranulozytose, Thrombozytopenie, aplastische Anamie) durfen Cotrimoxazol nicht erhalten, da der Wirkstoff die Knochennmarkfunktion weiter hemmt.
Im letzten Schwangerschaftstrimester und bei Neugeborenen ist Cotrimoxazol kontraindiziert, da Sulfonamide bilirubin aus der Eiweibindung verdringen und dadurch Kernikterus beim Neugeborenen verursachen konnen. Bei Patienten mit Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel besteht erhohtes Risiko fur hamolytische Anamie. Die gleichzeitige Einnahme mit Methotrexat ist wegen additiver Folatantagonismus zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Ist Cotrimoxazol das Gleiche wie Bactrim?
Warum soll ich viel Wasser trinken?
Kann ich während der Einnahme in die Sonne gehen?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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