
Levothyroxine
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Levothyroxin ist das synthetische Schilddrüsenhormon T4 und das Standardmedikament zur Behandlung der Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion). Es ist eines der am häufigsten verschriebenen Medikamente weltweit und wird unter verschiedenen Markennamen wie Euthyrox vertrieben.
Wie wirkt Levothyroxin?
Levothyroxin ist identisch mit dem natürlichen Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4). Nach der Einnahme wird es im Körper teilweise zum aktiveren Hormon Triiodthyronin (T3) umgewandelt. Beide Hormone regulieren den Stoffwechsel, die Energieproduktion, die Körpertemperatur, die Herzfrequenz und zahlreiche weitere Körperfunktionen.
Lebenslange Therapie
Bei den meisten Patienten mit Hypothyreose ist eine lebenslange Einnahme erforderlich. Die richtige Dosis wird durch regelmäßige Blutuntersuchungen (TSH-Wert) ermittelt und bei Bedarf angepasst.
Anwendung & Dosierung
Einnahme
Nehmen Sie Levothyroxin morgens auf nüchternen Magen mit einem Glas Wasser ein, mindestens 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück. Die nüchterne Einnahme ist entscheidend, da Nahrungsmittel, Kaffee und Milch die Aufnahme des Wirkstoffs erheblich beeinträchtigen können.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Kalzium, Eisen, Antazida und Protonenpumpenhemmer können die Aufnahme von Levothyroxin verringern. Nehmen Sie diese Mittel mindestens 4 Stunden nach Levothyroxin ein.
Levothyroxin wird individuell dosiert, da der Bedarf je nach Korpergewicht, Alter und Grunderkrankung stark variiert. Bei Erwachsenen betragt die Anfangsdosis in der Regel 25 bis 50 Mikrogramm taglich, bei alteren Patienten oder bekannter Herzerkrankung oft nur 12,5 bis 25 Mikrogramm. Die Dosis wird alle vier bis sechs Wochen um 25 Mikrogramm gesteigert, bis der TSH-Wert im Zielbereich liegt. Die vollstandige Erhaltungsdosis liegt bei den meisten Erwachsenen bei 1,6 Mikrogramm pro Kilogramm Korpergewicht und Tag, typischerweise zwischen 75 und 150 Mikrogramm.
In der Schwangerschaft steigt der Levothyroxin-Bedarf oft um 25 bis 50 Prozent an; regelmassige TSH-Kontrollen alle vier bis acht Wochen sind wahrend der Schwangerschaft unerlasslich. Bei Kindern richtet sich die Dosis nach Alter und Korpergewicht, wobei neugeborene Kinder mit angeborener Hypothyreose sofort mit hoheren Dosen behandelt werden, um neurologische Entwicklungsschaden zu verhindern.
Levothyroxin wird morgens auf nuchternem Magen mindestens 30 Minuten vor dem Fruhstuck eingenommen, da Lebensmittel, Kaffee, Kalzium- und Eisenpraparate sowie manche Antazida die Resorption erheblich hemmen konnen. Nach dem Beginn einer neuen Dosierung sollte eine TSH-Kontrolle nach fruhestens sechs bis acht Wochen erfolgen, da sich die Schilddrusenhormonwerte erst dann vollstandig stabilisiert haben.
Nebenwirkungen
Bei korrekter Dosierung
Bei korrekter Dosierung sind echte Nebenwirkungen selten, da Levothyroxin ein körperidentisches Hormon ersetzt. Symptome einer Überdosierung entsprechen den Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion.
Zeichen einer Überdosierung
Herzklopfen, Unruhe, Zittern, Schlaflosigkeit, Durchfall, Gewichtsverlust, Schwitzen und Wärmeintoleranz deuten auf eine zu hohe Dosis hin. In diesem Fall sollte der TSH-Wert kontrolliert und die Dosis reduziert werden.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Regelmäßige Kontrollen
Der TSH-Wert sollte 6 bis 8 Wochen nach jeder Dosisänderung und danach mindestens einmal jährlich kontrolliert werden. Auch bei stabiler Einstellung können sich die Bedürfnisse im Laufe der Zeit ändern.
Markenwechsel
Bei einem Wechsel des Präparats (z. B. von Markenpräparat auf Generikum) sollte der TSH-Wert nach 6 bis 8 Wochen erneut kontrolliert werden, da geringe Unterschiede in der Bioverfügbarkeit bestehen können.
Gegenanzeigen
Levothyroxin ist kontraindiziert bei unbehandelter Nebennierenrindeninsuffizienz, da eine Schilddrusenhormontherapie einen Addison-Krisen auslosen kann, wenn die Nebenniereninsuffizienz nicht zuvor behandelt wird. Das Praparat darf nicht zur Gewichtsreduktion bei normalem Schilddrusenhormonspiegel eingesetzt werden, da dies zu schwerwiegenden kardialen Nebenwirkungen fuhren kann.
Bei unbehandelter Hypophyseninsuffizienz (Hypopituitarismus) und nicht ausbehandeltem Hyperthyreoidismus ist Levothyroxin kontraindiziert. Patienten mit bekannter Uberempfindlichkeit gegen Levothyroxin, L-Thyroxin, Natriumsalze oder sonstige Bestandteile sollten das Praparat meiden. In der Initialphase nach frischem Myokardinfarkt ist grosse Vorsicht geboten.
Schwangere konnen Levothyroxin einnehmen, mussen aber wissen, dass der Bedarf in der Schwangerschaft haufig steigt und eine arztliche Dosisanpassung erfordert. Stillende Mutter konnen Levothyroxin in therapeutischen Dosen einnehmen; die Mengen in der Muttermilch sind gering. Bei Kindern gelten altersgema?e Dosierungsempfehlungen, und eine engmaschige Uberwachung des Wachstums und der Schilddrusenwerte ist erforderlich.
Häufig gestellte Fragen
Warum muss ich Levothyroxin auf nüchternen Magen nehmen?
Kann ich Levothyroxin irgendwann wieder absetzen?
Kann ich Schilddrüsentabletten mit Kaffee einnehmen?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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