
Losartan
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Losartan war der erste Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB/Sartan) auf dem Markt und wird zur Behandlung von Bluthochdruck, diabetischer Nephropathie bei Typ-2-Diabetes und Herzinsuffizienz eingesetzt. Es ist unter dem Markennamen Cozaar und als Generikum erhältlich.
Wie wirkt Losartan?
Losartan blockiert den Angiotensin-II-Typ-1-Rezeptor und verhindert so die gefäßverengende Wirkung von Angiotensin II. Dadurch erweitern sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt und die Belastung für Herz und Nieren wird reduziert. Im Gegensatz zu ACE-Hemmern blockiert Losartan nicht den Bradykininabbau und verursacht daher keinen trockenen Husten.
Zusätzliche Wirkung
Losartan senkt als einziger Sartan auch den Harnsäurespiegel im Blut, was bei Patienten mit gleichzeitig erhöhter Harnsäure ein therapeutischer Vorteil sein kann.
Anwendung & Dosierung
Einnahme
Nehmen Sie Losartan einmal täglich ein, mit oder ohne Essen. Die Tablette wird im Ganzen mit Wasser geschluckt. Die Einnahme sollte vorzugsweise zur gleichen Tageszeit erfolgen.
Langzeittherapie
Setzen Sie Losartan nicht ohne ärztliche Rücksprache ab. Ein abruptes Absetzen kann zu einem Wiederanstieg des Blutdrucks führen.
Losartan wird bei Hypertonie, Herzinsuffizienz und diabetischer Nephropathie eingesetzt, wobei sich die Dosierung nach der Indikation richtet. Bei Bluthochdruck betragt die Standardstartdosis 50 mg einmal taglich, die bei Bedarf nach mindestens vier Wochen auf 100 mg einmal taglich erhoht werden kann. Die maximale Tagesdosis betragt 100 mg.
Bei Herzinsuffizienz wird mit 12,5 mg einmal taglich begonnen und die Dosis unter arztlicher Aufsicht schrittweise auf 50 mg einmal taglich gesteigert, wenn sie gut vertragen wird. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und Nierenerkrankung (Proteinurie) betragt die Zieldosis 50 bis 100 mg einmal taglich. Die blutdrucksenkende Wirkung tritt gewohnlich innerhalb einer Woche ein, der volle Effekt oft erst nach drei bis sechs Wochen.
Bei Patienten mit Volumenmangel (z. B. durch Diuretika, Durchfall, Erbrechen) oder renovaskularer Hypertonie sollte die Behandlung mit einer niedrigeren Startdosis (25 mg) beginnen, um ausgepragte Blutdruckabfalle zu vermeiden. Bei leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz und bei Patienten uber 75 Jahren ist eine Startdosis von 25 mg einmal taglich zu empfehlen. Losartan kann mit oder ohne Mahlzeiten eingenommen werden.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen
Schwindel, Müdigkeit und Hypotonie (niedriger Blutdruck) sind die häufigsten Nebenwirkungen. Atemwegsinfektionen und Rückenschmerzen werden gelegentlich berichtet. Im Vergleich zu ACE-Hemmern verursacht Losartan keinen trockenen Husten.
Seltene Nebenwirkungen
Hyperkaliämie, Nierenfunktionsverschlechterung und sehr selten Angioödem sind möglich. Bei Schwellungen im Gesicht oder Atembeschwerden muss sofort ärztliche Hilfe aufgesucht werden.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Schwangerschaft
Losartan ist in der Schwangerschaft strikt kontraindiziert. Es kann schwere Fehlbildungen und Komplikationen beim Fötus verursachen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine zuverlässige Verhütung anwenden.
Nieren- und Kaliumkontrolle
Die Nierenfunktion und der Kaliumspiegel sollten regelmäßig kontrolliert werden, besonders bei Patienten mit Diabetes, Nierenerkrankungen oder bei gleichzeitiger Einnahme von kaliumsparenden Diuretika oder NSAIDs.
Gegenanzeigen
Losartan ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Losartan oder einen der sonstigen Bestandteile des Praparats. Das Praparat darf nicht in der Schwangerschaft, insbesondere im zweiten und dritten Trimester, angewendet werden, da AT1-Antagonisten zu fetaler Nierenschadigung, Oligohydramnion, Hypotonie und neonalem Tod fuhren konnen. Bei Verdacht auf Schwangerschaft muss Losartan sofort abgesetzt werden.
Die gleichzeitige Einnahme mit Aliskiren ist bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschrankter Nierenfunktion kontraindiziert. Eine Kombination mit ACE-Hemmern bei diabetischer Nephropathie ist ebenfalls kontraindiziert. Bei bilateraler Nierenarterienstenose oder Stenose der Arterie einer Einzelniere kann Losartan zu einem akuten Nierenversagen fuhren.
Stillende Mutter sollten Losartan nicht einnehmen, da Tierversuche zeigen, dass AT1-Antagonisten in die Muttermilch ubergehen. Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C) ist Losartan mit grosser Vorsicht und in niedrigen Dosen einzusetzen. Patienten mit Hyperkaliamie sind einem erhohten Risiko ausgesetzt.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Losartan statt eines ACE-Hemmers verschrieben?
Senkt Losartan die Harnsäure?
Wie lange dauert es, bis Losartan wirkt?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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