
Metoclopramide
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Metoclopramid (auch bekannt als MCP) ist ein Antiemetikum und Prokinetikum, das bei Ubelkeit, Erbrechen und Magenentleerungsstorungen eingesetzt wird. Der Wirkstoff wirkt sowohl auf das Brechzentrum im Gehirn als auch auf den Magen-Darm-Trakt.
Wirkungsweise und therapeutischer Einsatz
Metoclopramid wird bei verschiedenen Formen von Ubelkeit und Erbrechen verschrieben: bei Migrane-bedingter Ubelkeit, nach Operationen, bei Chemotherapie sowie bei Magenentleerungsstorungen (Gastroparese), wie sie haufig bei Diabetes auftreten. Der Wirkstoff blockiert Dopamin-Rezeptoren im Brechzentrum und reduziert so Ubelkeit und Brechreiz.
Prokinetischer Mechanismus
Gleichzeitig fordert MCP die Magenbeweglichkeit (Motilitat) und beschleunigt die Magenentleerung, sodass der Mageninhalt schneller in den Dunndarm gelangt. Dies macht es besonders wertvoll bei Gastroparese und bei der Behandlung von Migraneubelkeit, wo es die Resorption gleichzeitig eingenommener Schmerzmittel verbessert.
Beschrankte Anwendungsdauer
MCP wird nur fur die Kurzzeitbehandlung empfohlen (maximal 5 Tage), da bei langerer Anwendung das Risiko fur neurologische Nebenwirkungen steigt. Es ist ein bewahrtes Medikament, das seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt wird, wenn es bestimmungsgemas angewendet wird.
Anwendung & Dosierung
Einnahmezeitpunkt und Dosierform
Nehmen Sie MCP (Metoclopramid) etwa 30 Minuten vor den Mahlzeiten ein, um die Magenentleerung vor der Nahrungsaufnahme optimal zu fordern. Schlucken Sie die Tablette mit etwas Wasser; bei Tropfen messen Sie die vom Arzt verordnete Menge sorgfaltig mit der beigelegten Dosierhilfe ab.
Einnahmeabstande und maximale Behandlungsdauer
Zwischen den einzelnen Einnahmen sollten mindestens 6 Stunden liegen. Nehmen Sie MCP nicht langer als 5 Tage ein, sofern Ihr Arzt keine ausdrucklich andere Anweisung gibt, da langere Anwendung das Risiko schwerer neurologischer Nebenwirkungen erhoht.
Anwendung bei Migrane
Bei akuter Ubelkeit im Rahmen einer Migrane kann MCP gleichzeitig mit einem Schmerzmittel eingenommen werden. Es beschleunigt die Aufnahme des Schmerzmittels im Darm, da es die Magenentleerung fordert, und kann so dessen Wirksamkeit verbessern und den Wirkungseintritt verkurzen.
Metoclopramid wird oral, intramuskular oder intravenos verabreicht. Die empfohlene Einzeldosis betragt 10 mg, bis zu dreimal taglich, mit einem Mindestabstand von 6 Stunden zwischen den Einnahmen. Bei oraler Einnahme sollte das Praparat etwa 30 Minuten vor den Mahlzeiten eingenommen werden, um eine optimale Wirkung auf die Magenentleerung zu erzielen.
Bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 40 ml/min) und bei alteren Patienten sollte die Dosis auf 50 % reduziert werden, um das Risiko extrapyramidaler Nebenwirkungen zu minimieren. Die Behandlungsdauer sollte so kurz wie moglich gehalten werden und in der Regel funf Tage nicht uberschreiten. Bei langfristiger Anwendung besteht das Risiko einer Tardiven Dyskinesie, weshalb eine regelmasige Uberprufung der Therapienotwendigkeit erforderlich ist.
Nebenwirkungen
Haufige und dosisabhangige Nebenwirkungen
Die haufigsten Nebenwirkungen von Metoclopramid sind Mudigkeit, Schlafrigkeit und Rastlosigkeit (Akathisie), insbesondere zu Beginn der Behandlung. Diese Symptome sind dosisabhangig und bessern sich haufig nach einigen Tagen. Extrapyramidale Nebenwirkungen konnen bei allen Altersgruppen auftreten, sind jedoch bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen haufiger.
Schwerwiegende neurologische Nebenwirkungen
Extrapyramidale Symptome umfassen akute Dystonien (Muskelkrampfe, insbesondere im Gesicht und Nacken), Akathisie (Bewegungsunruhe) und Parkinson-ahnliche Symptome. Beim Auftreten unkontrollierter Muskelzuckungen oder -verkrampfungen sollte Metoclopramid sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden. Eine seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung bei Langzeitanwendung ist die tardive Dyskinesie: unwillkurliche, repetitive Bewegungen des Gesichts, der Zunge und der Extremitaten, die nach Absetzen des Arzneimittels oft nicht reversibel sind.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
- Maximale Behandlungsdauer von 5 Tagen nicht uberschreiten
- Bei Auftreten unwillkurlicher Bewegungen (Muskelzuckungen, Grimassieren) sofort absetzen und den Arzt kontaktieren
- Kann die Reaktionsfahigkeit beeintrachtigen; Vorsicht im Strassenverkehr und bei der Bedienung von Maschinen
- Wechselwirkungen mit Neuroleptika, bestimmten Parkinson-Medikamenten und sedierenden Arzneimitteln
- Alkohol verstarkt die sedierende Wirkung
Gegenanzeigen
Metoclopramid ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Metoclopramid oder einen der sonstigen Bestandteile. Als Dopaminantagonist und Prokinetikum ist Metoclopramid bei Patienten mit bekanntem Pheochromozytom kontraindiziert, da es eine hypertensive Krise auslosen kann. Auch bei epileptischen Erkrankungen und bei Patienten, die andere Dopaminantagonisten (z. B. antipsychotische Medikamente) einnehmen, ist besondere Vorsicht geboten.
Metoclopramid ist kontraindiziert bei Magenblutungen, mechanischem Ileus oder Perforationen des Magendarmtrakts, bei denen prokinetische Stimulation gefahrlich ware. Nicht anwenden bei Kindern unter 1 Jahr ohne arztliche Uberwachung, da das Risiko extrapyramidaler Nebenwirkungen erhoht ist. Bei Patienten mit Parkinson-Erkrankung sollte Metoclopramid vermieden werden, da es die dopaminerge Therapie antagonisiert.
Nicht langer als 5 Tage bei Erbrechen und Ubelkeit einsetzen, da das Risiko tardiver Dyskinesien mit der Behandlungsdauer und Gesamtdosis ansteigt. Die maximale Tagesdosis darf 0,5 mg/kg Korpergewicht nicht uberschreiten. Bei Nieren- oder Leberinsuffizienz ist die Dosis zu reduzieren.
Häufig gestellte Fragen
Warum darf ich MCP nicht langer als 5 Tage nehmen?
Hilft MCP bei Reiseubelkeit?
Kann ich MCP zusammen mit meinem Migranemittel einnehmen?
Darf ich Auto fahren, wenn ich MCP einnehme?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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