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Metformin

Metformin

Wirkstoff: Metforminhydrochlorid
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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Metformin ist das weltweit am haufigsten verschriebene Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes mellitus. Es gilt als Erstlinientherapie und wird seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt. Metformin gehort zur Wirkstoffgruppe der Biguanide.

Wirkungsweise

Metformin senkt den Blutzucker uber mehrere Mechanismen: Hemmung der Glucoseproduktion in der Leber, Verbesserung der Insulinempfindlichkeit in Muskel- und Fettgewebe sowie Verzoge rung der Glucoseaufnahme im Darm. Ein besonderer Vorteil ist, dass Metformin den Blutzucker senkt, ohne eine Gewichtszunahme zu verursachen.

Anwendungsbereiche

Metformin wird als Tablette eingenommen und ist in verschiedenen Dosierungen und Formulierungen erhaltlich, einschließlich Retardtabletten fur eine gleichmaßigere Wirkstofffreisetzung. Es kann allein oder in Kombination mit anderen Diabetesmedikamenten oder Insulin eingesetzt werden. Außerdem verursacht Metformin allein selten Unterzuckerungen (Hypoglykamien).

Anwendung & Dosierung

Einnahme zu den Mahlzeiten

Metformin wird ein- bis dreimal taglich zu den Mahlzeiten eingenommen. Die Einnahme mit Nahrung ist wichtig, da sie typische Magen-Darm-Beschwerden reduziert. Schlucken Sie die Tabletten ganz mit einem Glas Wasser.

Dosissteigerung und Retardtabletten

Beginnen Sie mit einer niedrigen Dosis, die alle 1 bis 2 Wochen schrittweise gesteigert wird, bis die optimale Einstellung erreicht ist. Retardtabletten durfen nicht zerteilt oder zerkleinert werden, da dies die kontrollierte Freisetzung beeinflusst. Trinken Sie ausreichend Flussigkeit wahrend der Behandlung.

Weitere Hinweise

Alkohol sollte nur in geringen Mengen konsumiert werden, da er das Risiko einer Laktatazidose erhoht. Messen Sie Ihren Blutzucker regelmaßig wie mit dem Arzt besprochen. Vor Operationen und Kontrastmitteluntersuchungen muss Metformin vorubegerhend abgesetzt werden.

Metformin ist in verschiedenen Dosierungen erhaltlich:

  • 500 mg und 850 mg Tabletten (sofortige Freisetzung)
  • 1000 mg Tabletten (sofortige Freisetzung)
  • 500 mg, 750 mg und 1000 mg Retardtabletten

Ubliche Dosierung:

  • Beginn: 500 mg ein- bis zweimal taglich oder 850 mg einmal taglich
  • Erhaltungsdosis: 1500 bis 2000 mg pro Tag, verteilt auf 2 bis 3 Dosen
  • Maximaldosis: 3000 mg pro Tag (bzw. 2000 mg bei Retardtabletten)

Bei eingeschrankter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich.

Nebenwirkungen

Haufige Magen-Darm-Beschwerden

Metformin verursacht bei vielen Patienten besonders zu Behandlungsbeginn Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit. Auch ein metallischer Geschmack im Mund ist typisch. Diese Beschwerden lassen nach einigen Wochen oft nach. Eine schrittweise Dosissteigerung und Einnahme mit den Mahlzeiten konnen helfen.

Langzeitrisiken

Gelegentlich treten Hautausschlag und Juckreiz auf. Bei Langzeitanwendung kann ein Vitamin-B12-Mangel entstehen, der regelmaßig uberpruft werden sollte.

Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen

Laktatazidose (Ubersauerung des Blutes) ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation. Symptome sind Muskelkrampfe, schnelle Atmung, Bauchschmerzen, Schwache und Schlafrigkkeit. Bei diesen Beschwerden muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Laktatazidose ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation. Risikofaktoren sind Nierenfunktionsstorung, Dehydrierung, schwere Infektionen und ubermabiger Alkoholkonsum. Vor Operationen und jodhaltigen Kontrastmitteluntersuchungen muss Metformin vorubergehend abgesetzt werden. Alkohol erhoht das Risiko einer Laktatazidose erheblich. Regelmaßige Kontrolle der Nierenfunktion (mindestens einmal jahrlich). Bei Langzeitanwendung sollte der Vitamin-B12-Spiegel uberpruft werden.

Gegenanzeigen

Metformin ist kontraindiziert bei eingeschrankter Nierenfunktion mit einer GFR unter 30 ml/min sowie bei akutem Nierenversagen, da Metformin vorwiegend renal ausgeschieden wird und sich bei eingeschrankter Nierenfunktion akkumuliert, was zu einer lebensbedrohlichen Laktatazidose fuhren kann. Bei GFR zwischen 30 und 45 ml/min ist Metformin nur mit Vorsicht und unter engmaschiger Uberwachung der Nierenfunktion einzusetzen.

Jodhaltiges Kontrastmittel und grossere operative Eingriffe stellen ein Risiko dar: Metformin muss mindestens 48 Stunden vor der Kontrastmittelgabe abgesetzt und erst nach Kontrolle der Nierenfunktion wieder aufgenommen werden. Bei starker Dehydratation, septischen Erkrankungen, Alkoholintoxikation oder akuter Herzinsuffizienz erhoht sich das Laktatazidose-Risiko erheblich, und Metformin sollte vorubegerhend abgesetzt werden.

Metformin ist kontraindiziert bei schwerer Leberinsuffizienz. Typ-1-Diabetes und diabetische Ketoazidose schließen die Anwendung aus. Schwangere Frauen im ersten Trimester sollten Metformin nur nach arztlicher Verordnung einnehmen; im zweiten und dritten Trimester ist Insulin die bevorzugte Therapie. Chronischer Alkoholmissbrauch ist eine weitere Kontraindikation.

Häufig gestellte Fragen

Warum bekomme ich Magenprobleme von Metformin?
Magen-Darm-Beschwerden wie Ubelkeit und Durchfall sind die haufigsten Nebenwirkungen und treten besonders zu Beginn der Behandlung auf. Sie lassen sich reduzieren, indem die Dosis langsam gesteigert wird und die Tabletten zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Retardtabletten konnen ebenfalls besser vertraglich sein.
Muss ich bei Metformin auf bestimmte Lebensmittel verzichten?
Es gibt keine speziellen Nahrungsmitteleinschrankungen, aber eine gesunde, ausgewogene Ernahrung ist wichtig fur die Diabetesbehandlung. Alkohol sollte nur in geringen Mengen konsumiert werden, da er das Risiko einer Laktatazidose erhoht.
Kann Metformin beim Abnehmen helfen?
Metformin verursacht keine Gewichtszunahme und kann bei manchen Patienten zu einer leichten Gewichtsabnahme fuhren. Es ist jedoch kein Medikament zur Gewichtsreduktion und sollte nur zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt werden.
Verursacht Metformin Unterzuckerungen?
Metformin allein verursacht selten Unterzuckerungen, da es die Insulinsekretion nicht direkt stimuliert. Das Risiko steigt jedoch, wenn Metformin zusammen mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin eingenommen wird. In diesem Fall ist es wichtig, die Symptome einer Unterzuckerung zu kennen.
Warum muss ich meine Nierenwerte kontrollieren lassen?
Metformin wird uber die Nieren ausgeschieden. Bei eingeschrankter Nierenfunktion kann sich der Wirkstoff anreichern und das Risiko einer Laktatazidose erhohen. Deshalb kontrolliert Ihr Arzt regelmaßig die Nierenwerte und passt die Dosis bei Bedarf an.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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