
Metronidazolas
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Metronidazol ist ein Antibiotikum und Antiprotozoikum aus der Gruppe der Nitroimidazole, das in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich ist. Es wird sowohl systemisch (oral, intravenös) als auch topisch zur Behandlung von Infektionen und entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt.
Wie wirkt Metronidazol?
Metronidazol wird in anaeroben Mikroorganismen und bestimmten Protozoen aktiviert und schädigt deren DNA, was zum Zelltod führt. Es wirkt gezielt gegen anaerobe Bakterien und Protozoen wie Trichomonaden, Giardien und Amöben. Aerobe Bakterien sind gegen Metronidazol resistent, da sie den Wirkstoff nicht aktivieren können.
Anwendungsgebiete
Metronidazol wird bei bakterieller Vaginose, Trichomoniasis, Giardiasis, Amöbenruhr, Clostridioides-difficile-Infektionen, anaeroben Wundinfektionen und als topisches Gel bei Rosazea eingesetzt. Es ist auch Teil der H.-pylori-Eradikationstherapie.
Anwendung & Dosierung
Orale Einnahme
Nehmen Sie Metronidazol-Tabletten während oder nach den Mahlzeiten mit ausreichend Wasser ein. Die Einnahme zum Essen reduziert Magen-Darm-Beschwerden.
Topische Anwendung
Metronidazol-Gel oder -Creme wird ein- bis zweimal täglich dünn auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Bei vaginaler Anwendung wird der Applikator vor dem Schlafengehen eingeführt.
Metronidazol wird je nach Indikation, Applikationsweg und Schweregrad der Infektion unterschiedlich dosiert. Bei bakteriellen Vaginosen und Trichomonaden-Infektionen betragt die Standarddosis oral 400 bis 500 mg zweimal taglich uber 5 bis 7 Tage, oder alternativ 2 g als Einzeldosis. Bei anaeroben Infektionen werden in der Regel 400 mg dreimal taglich uber 7 Tage eingesetzt. Bei schweren abdominalchirurgischen Infektionen oder Sepsis werden haufig hochere Dosen intravenous verabreicht.
Bei eingeschrankter Leberfunktion kann die Ausscheidung von Metronidazol erheblich verlangsamt sein; in diesem Fall ist eine Dosisreduktion und eine Verlangerung der Einnahmeintervalle erforderlich. Bei schwerer Leberinsuffizienz sollte die Tagesdosis um etwa 50 Prozent reduziert werden. Eine Nierenfunktionseinschrankung erfordert in der Regel keine Anpassung der oralen Dosis, da Metronidazol vorwiegend hepatisch metabolisiert wird.
Die Tabletten werden vorzugsweise wahrend oder nach einer Mahlzeit eingenommen, um Magenreizungen zu minimieren. Alkohol muss wahrend und mindestens 48 Stunden nach Abschluss der Behandlung strikt gemieden werden, da die Kombination starke Disulfiram-artige Reaktionen (Rotung, Tachykardie, Ubelkeit, Erbrechen) verursachen kann. Die Behandlungsdauer sollte so kurz wie medizinisch notwendig gehalten werden.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen
Übelkeit, metallischer Geschmack, Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden sind die häufigsten Nebenwirkungen der oralen Form. Eine dunkle Verfärbung des Urins ist harmlos.
Seltene Nebenwirkungen
Periphere Neuropathie (Kribbeln in Händen und Füßen) und zentralnervöse Symptome wie Schwindel und Verwirrtheit können bei längerer Anwendung auftreten. Bei solchen Symptomen sofort absetzen und ärztlichen Rat einholen.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Striktes Alkoholverbot
Während der Behandlung mit oralem Metronidazol und mindestens 48 Stunden danach darf kein Alkohol konsumiert werden. Die Kombination kann eine schwere Disulfiram-ähnliche Reaktion mit Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen auslösen.
Behandlungsdauer einhalten
Beenden Sie die Behandlung vollständig wie verschrieben, auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind, um Resistenzbildung zu vermeiden.
Gegenanzeigen
Metronidazol ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Metronidazol, andere Nitroimidazole oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten, die Alkohol konsumieren oder innerhalb von 48 Stunden vor oder nach der Metronidazoleinnahme Alkohol getrunken haben, sind einem erhohten Risiko einer disulfiramartigen Reaktion ausgesetzt (Nausea, Erbrechen, Flush, Tachykardie); Alkohol ist daher wahrend der gesamten Therapiedauer und 48 Stunden danach strikt zu vermeiden.
Die gleichzeitige Einnahme mit Disulfiram ist kontraindiziert, da schwere psychotische Episoden auftreten konnen. Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz ist Metronidazol kontraindiziert oder nur mit stark reduzierter Dosis anzuwenden, da der Wirkstoff hepatisch metabolisiert wird und sich akkumulieren kann.
Metronidazol sollte nicht in der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester, angewendet werden, da keine ausreichende Datenlage zur Sicherheit vorliegt. Stillende Mutter sollten das Praparat meiden, da Metronidazol in die Muttermilch ubertritt. Bei Patienten mit bestehenden oder in der Vorgeschichte bekannten zentralnervoSen Erkrankungen ist Vorsicht geboten, da Metronidazol neurotoxische Nebenwirkungen verursachen kann.
Häufig gestellte Fragen
Ist orales Metronidazol das Gleiche wie MetroGel?
Warum soll ich keinen Alkohol trinken?
Kann ich Metronidazol bei wiederkehrender bakterieller Vaginose anwenden?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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