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Mirapexin

Mirapexin

Wirkstoff: Pramipexoldihydrochlorid-Monohydrat

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Mirapexin enthält den Wirkstoff Pramipexol und wird zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und des Restless-Legs-Syndroms (RLS) eingesetzt. Es gehört zur Gruppe der Dopaminagonisten und ahmt die Wirkung des Botenstoffs Dopamin im Gehirn nach.

Wie wirkt Mirapexin?

Pramipexol bindet bevorzugt an die Dopamin-D3-Rezeptoren im Gehirn und stimuliert diese. Bei der Parkinson-Krankheit kompensiert es den Dopaminmangel in den Basalganglien und verbessert so die Bewegungskontrolle. Beim Restless-Legs-Syndrom wirkt es auf das dopaminerge System, das die unwillkürlichen Beinbewegungen und das unangenehme Gefühl in den Beinen reguliert.

Anwendung

Mirapexin ist als normale Tablette (dreimal täglich) und als Retardtablette (einmal täglich) erhältlich. Die Retardformulierung bietet einen gleichmäßigeren Wirkstoffspiegel über den Tag.

Anwendung & Dosierung

Einnahme

Die Tabletten werden mit Wasser eingenommen, mit oder ohne Essen. Die Retardtabletten werden einmal täglich geschluckt und dürfen nicht zerbrochen oder zerkaut werden.

Langsame Dosissteigerung

Die Dosis wird über mehrere Wochen langsam gesteigert, um Nebenwirkungen zu minimieren. Halten Sie sich genau an den Dosierungsplan Ihrer Ärztin.

Mirapexin (Pramipexol) wird bei Morbus Parkinson und beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) eingesetzt. Bei Parkinson beginnt die Therapie mit 0,088 mg dreimal taglich (Soforttabletten) oder 0,26 mg einmal taglich (Retardtabletten) und wird wochentlich gesteigert, bis eine klinisch wirksame Dosis erreicht ist. Die ubliche Erhaltungsdosis liegt bei Parkinson zwischen 0,35 und 1,1 mg dreimal taglich; die maximale Tagesdosis betragt 3,3 mg (als 1,1 mg dreimal taglich).

Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) betragt die Startdosis 0,088 mg einmal abends (2 bis 3 Stunden vor dem Schlafengehen). Die Dosis kann bei Bedarf nach 4 bis 7 Tagen verdoppelt werden, bis zu einer maximalen Tagesdosis von 0,54 mg abends. Eine weitere Steigerung uber diese Dosis hinaus erhOht die Wirksamkeit bei RLS nicht, erhoht aber das Risiko fur Nebenwirkungen.

Bei eingeschrankter Nierenfunktion muss die Dosis angepasst werden: Bei GFR 30 bis 50 ml/min betragt die maximale Tagesdosis bei Parkinson 1,57 mg dreimal taglich (statt 3,3 mg); bei GFR 15 bis 30 ml/min 0,75 mg dreimal taglich oder 1,5 mg Retard einmal taglich. Die Dosis von Mirapexin sollte niemals abrupt abgesetzt werden, sondern schrittweise uber mehrere Tage ausgeschlichen werden, um Entzugssymptome (z. B. Apathie, Angst, Depression) zu vermeiden.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit und Schläfrigkeit sind die häufigsten Nebenwirkungen. Plötzliches Einschlafen (Schlafattacken) kann auftreten und ist besonders beim Autofahren relevant.

Impulskontrollstörungen

Dopaminagonisten können Impulskontrollstörungen auslösen, darunter pathologisches Spielen, Kaufsucht, Hypersexualität und zwanghaftes Essen. Diese Nebenwirkungen sind dosisabhängig und verschwinden in der Regel nach Dosisreduktion oder Absetzen.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Schlafattacken

Pramipexol kann plötzliche Schlafattacken ohne Vorwarnung verursachen. Patienten sollten während der Behandlung kein Auto fahren und keine Maschinen bedienen, bis bekannt ist, wie das Medikament auf sie wirkt.

Absetzen

Setzen Sie Mirapexin nicht abrupt ab, da dies ein Dopaminagonisten-Entzugssyndrom mit Depressionen, Angstzuständen und Schmerzen auslösen kann. Die Dosis muss schrittweise über mindestens 1 Woche reduziert werden.

Gegenanzeigen

Mirapexin ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Pramipexol oder einen der sonstigen Hilfsstoffe der Tabletten oder Retardtabletten. Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min) muss die maximale Tagesdosis stark reduziert werden, da Pramipexol vorwiegend renal eliminiert wird und sich sonst toxische Spiegel aufbauen konnen.

Bei Patienten mit einer erhohten Neigung zu Impulskontrollstorungen (Spielsucht, ubermassiges Essen, Hypersexualitat) ist die Behandlung mit Dopaminagonisten sorgfaltig zu uberwachen. Mirapexin sollte bei diesen Patienten nur mit engmaschiger Betreuung eingesetzt werden. Angehorige sollten uber mogliche Verhaltensanderungen informiert werden.

Plotzliche Schlafanfalle ohne Vorboten wurden bei Dopaminagonisten berichtet; Patienten sollten keine Fahrzeuge fuhren oder Maschinen bedienen, bis sie ihre personliche Reaktion auf das Praparat kennen. Bei Halluzinationen (besonders bei alteren Patienten) ist eine Dosisanpassung oft notwendig.

Häufig gestellte Fragen

Macht Mirapexin süchtig?
Mirapexin verursacht keine klassische Sucht, aber Dopaminagonisten können Impulskontrollstörungen auslösen. Wenn Sie Veränderungen in Ihrem Verhalten bemerken (z. B. vermehrtes Spielen, Einkaufen oder sexuelles Verhalten), informieren Sie sofort Ihre Ärztin.
Kann ich mit Mirapexin Auto fahren?
Die Fahrtüchtigkeit kann durch Schläfrigkeit und plötzliche Schlafattacken erheblich beeinträchtigt werden. Fahren Sie erst, wenn Sie sicher sind, dass das Medikament keine Schläfrigkeit bei Ihnen verursacht. Besprechen Sie dies mit Ihrer Ärztin.
Was ist der Unterschied zwischen normalen und Retardtabletten?
Normale Tabletten werden dreimal täglich eingenommen, Retardtabletten nur einmal täglich. Die Retardform gibt den Wirkstoff langsam über den Tag frei, was einen gleichmäßigeren Wirkstoffspiegel und weniger Schwankungen in der Wirksamkeit bietet.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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