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Mirena IUS

Mirena IUS

Wirkstoff: Levonorgestrel 52 mg (Freisetzungsrate initial 20 µg/24h)

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Mirena ist ein hormonhaltiges Intrauterinpessar (IUP), das den Wirkstoff Levonorgestrel direkt in die Gebärmutter abgibt. Es bietet einen zuverlässigen Langzeitverhütungsschutz für bis zu 5 Jahre und wird auch zur Behandlung von starken Menstruationsblutungen und als Gestagenkomponente einer HRT eingesetzt.

Wie wirkt Mirena?

Mirena gibt täglich eine kleine Menge Levonorgestrel direkt in die Gebärmutter ab. Dies führt zu einer Verdickung des Zervixschleims, einer Verdünnung der Gebärmutterschleimhaut und in vielen Fällen zu einer Unterdrückung des Eisprungs. Die lokale Wirkung bedeutet, dass nur minimale Mengen des Hormons in den Blutkreislauf gelangen.

Vielseitige Anwendung

Mirena wird nicht nur zur Verhütung, sondern auch zur Behandlung von Menorrhagie (starke Regelblutungen), als Alternative zur Hysterektomie und als Gestagenkomponente bei einer Östrogen-Hormonersatztherapie eingesetzt.

Anwendung & Dosierung

Einsetzen

Mirena wird von einer Ärztin in die Gebärmutter eingesetzt. Der optimale Zeitpunkt ist während der Menstruation, wenn der Gebärmutterkanal leicht geöffnet ist. Das Einsetzen dauert nur wenige Minuten, kann aber kurzfristig schmerzhaft sein.

Kontrollen

Nach dem Einsetzen ist eine Kontrolluntersuchung nach 4 bis 12 Wochen empfohlen. Danach sollten Sie die Fäden regelmäßig selbst überprüfen, um sicherzustellen, dass die Spirale korrekt sitzt.

Mirena gibt nach der Einlage initial etwa 20 Mikrogramm Levonorgestrel pro 24 Stunden an den Uterus ab. Die tagliche Abgaberate nimmt im Laufe der Nutzungsdauer kontinuierlich ab und betragt nach funf Jahren noch etwa 10 Mikrogramm/24h. Da die Freisetzung lokal erfolgt, sind die systemischen Hormonspiegel sehr niedrig.

Mirena ist fur eine Tragedauer von bis zu funf Jahren zugelassen und wird durch eine Arztin oder einen Arzt eingelegt. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten, kann jedoch kurzzeitig schmerzhaft sein. Der richtige Sitz sollte nach der Einlage und spater bei Routineuntersuchungen uberpruft werden.

Nach Entfernung des Systems kehrt die Fruchtbarkeit rasch zuruck. Mirena kann auch zur Behandlung einer starken Regelblutung (Menorrhagie) eingesetzt werden. Bei manchen Frauen kommt es zu einer deutlichen Reduktion oder zum volligen Ausbleiben der Menstruation, was als normaler Effekt des Levonorgestrels gilt.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Veränderte Blutungsmuster sind die häufigste Nebenwirkung: In den ersten 3 bis 6 Monaten sind unregelmäßige Blutungen und Schmierblutungen häufig. Danach werden die Blutungen in der Regel deutlich schwächer, und bei etwa 20 Prozent der Frauen bleibt die Menstruation ganz aus. Kopfschmerzen, Brustspannen und Akne können gelegentlich auftreten.

Seltene Nebenwirkungen

Uterusperforation beim Einsetzen (sehr selten), Ausstoßung der Spirale, Eileiterschwangerschaft und Eierstockzysten sind selten, aber möglich.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Einsetzen

Das Einsetzen von Mirena birgt ein geringes Risiko einer Uterusperforation. Bei starken Schmerzen, Fieber oder ungewöhnlichen Blutungen nach dem Einsetzen sollte sofort ärztliche Hilfe aufgesucht werden.

Fadenkontrollen

Überprüfen Sie regelmäßig, ob Sie die Fäden der Spirale noch tasten können. Wenn Sie die Fäden nicht mehr fühlen, ist möglicherweise eine Lagekontrolle per Ultraschall erforderlich. Verwenden Sie in diesem Fall eine zusätzliche Verhütungsmethode.

Gegenanzeigen

Mirena (Levonorgestrel-IUS) ist kontraindiziert bei bestehendem oder vermutetem Schwangerschaft, bei unbehandelbarer akuter Beckenentzundungserkrankung (PID) sowie bei rezidivierender PID. Aktive sexuell ubertragbare Infektionen (z. B. Chlamydien, Gonokokken) mussen vor der Einlage behandelt werden, da die Einlage bei bestehender Infektion zu asszendierender Infektionsausbreitung bis zur Sepsis fuhren kann.

Anatomische Anomalien der Gebarmutte (z. B. ausgepragte Uterusmyome, angeborene Missbildungen des Uteruskavums), die eine regelgerechte Einlage oder Lage des IUS verhindern, sind Kontraindikationen. Zervixkarzinom, Endometriumkarzinom oder andere maligne uterine Erkrankungen schliessen Mirena aus. Ungeklarte Genitalblutungen mussen vor Einlage abgeklart werden.

Bei schwerer Lebererkrankung oder Lebertumor (auch gutartig) ist Mirena kontraindiziert, da Gestagene hepatisch metabolisiert werden. Progestinabhangige Tumoren (z. B. bestimmte Mammakarzinome) stellen eine Kontraindikation dar. Patienten mit Uberempfindlichkeit gegenuber Levonorgestrel oder den Hilfsstoffen durfen Mirena nicht erhalten. Nach einer Mirena-Einlage besteht in den ersten Wochen ein etwas erhohtes Risiko fur eine ektope Schwangerschaft, worauf Patienten hingewiesen werden sollten.

Häufig gestellte Fragen

Wie sicher ist Mirena als Verhütungsmittel?
Mirena gehört zu den zuverlässigsten Verhütungsmethoden mit einer Versagerrate von unter 0,2 Prozent pro Jahr. Da sie nicht von der täglichen Einnahmedisziplin abhängt, ist die Sicherheit in der Praxis sogar höher als bei der Pille.
Kann ich Mirena auch ohne Kinder bekommen zu haben?
Ja, Mirena kann auch bei Frauen eingesetzt werden, die noch nicht geboren haben. Das Einsetzen kann etwas unangenehmer sein, da der Gebärmutterkanal enger ist, aber es ist grundsätzlich möglich und sicher.
Was passiert, wenn ich keine Blutung mehr habe?
Das Ausbleiben der Menstruation unter Mirena ist normal und medizinisch unbedenklich. Die Gebärmutterschleimhaut wird durch das Levonorgestrel so dünn, dass kein Gewebe abgestoßen wird. Nach dem Entfernen von Mirena kehrt die Menstruation in der Regel innerhalb weniger Wochen zurück.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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