
Moxonidine
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Moxonidin ist ein zentral wirkender Antihypertensivum, das den Blutdruck durch Stimulation von Imidazolin-I1-Rezeptoren im Hirnstamm senkt. Es wird als Ergänzungstherapie bei Bluthochdruck eingesetzt, wenn andere Medikamente allein nicht ausreichen.
Wie wirkt Moxonidin?
Moxonidin aktiviert selektiv die Imidazolin-I1-Rezeptoren in der rostroventrolateralen Medulla oblongata, einem Gehirnbereich, der den Sympathikustonus reguliert. Dies führt zu einer Verminderung der sympathischen Nervenaktivität, was den peripheren Gefäßwiderstand senkt und den Blutdruck reduziert. Im Vergleich zu älteren zentral wirkenden Mitteln wie Clonidin verursacht Moxonidin weniger Sedierung und Mundtrockenheit.
Ergänzungstherapie
Moxonidin wird häufig als Zusatzmedikament verschrieben, wenn eine Kombination aus ACE-Hemmer/Sartan, Kalziumkanalblocker und Diuretikum den Blutdruck nicht ausreichend senkt.
Anwendung & Dosierung
Einnahme
Nehmen Sie Moxonidin einmal täglich morgens mit oder ohne Essen ein. Die Tablette wird im Ganzen mit Wasser geschluckt. Bei Bedarf kann die Dosis auf zweimal täglich aufgeteilt werden.
Nicht abrupt absetzen
Setzen Sie Moxonidin nicht plötzlich ab, da dies zu einem Blutdruckanstieg führen kann. Die Dosis sollte schrittweise über mindestens 2 Wochen reduziert werden.
Moxonidin ist ein zentral wirksamer Imidazolin-Rezeptoragonist zur Behandlung von Hypertonie. Die empfohlene Startdosis betragt 0,2 mg einmal taglich, vorzugsweise morgens. Bei unzureichendem Ansprechen kann die Dosis nach drei bis vier Wochen auf 0,4 mg einmal taglich oder, falls notig, auf das Maximum von 0,6 mg taglich erhoht werden, wobei die Tagesdosis auf zwei Einzeldosen (morgens und abends) aufgeteilt werden kann.
Die Tabletten werden mit ausreichend Wasser eingenommen und konnen unabhangig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Bei einem Wechsel von einer anderen antihypertensiven Therapie sollte Moxonidin stufenweise eingefuhrt werden, um eine abrupte Blutdruckanderung zu vermeiden. Das Absetzen von Moxonidin sollte niemals abrupt erfolgen, da ein Rebound-Phanomen mit starkem Blutdruckanstieg auftreten kann; die Dosis sollte uber zwei Wochen ausgeschlichen werden.
Bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Niereninsuffizienz (GFR 30 bis 60 ml/min) sollte die Tagesdosis auf maximal 0,4 mg begrenzt werden; bei schwerer Niereninsuffizienz (GFR unter 30 ml/min) ist Moxonidin kontraindiziert. Eine eingeschrankte Leberfunktion erfordert ebenfalls Vorsicht, da Moxonidin teilweise hepatisch metabolisiert wird. Regelmasige Blutdruckkontrollen sind wahrend der Einstellungsphase erforderlich.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen
Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit sind die häufigsten Nebenwirkungen. Die Mundtrockenheit ist meist mild und kann mit der Zeit nachlassen.
Weniger häufige Nebenwirkungen
Schlafstörungen, Übelkeit, Hautausschlag und ein vorübergehender Blutdruckabfall können gelegentlich auftreten.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Schrittweises Absetzen
Moxonidin sollte nicht abrupt abgesetzt werden, da ein Rebound-Blutdruckanstieg möglich ist. Reduzieren Sie die Dosis schrittweise über mindestens 2 Wochen.
Nierenfunktion
Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich. Bei schwerer Niereninsuffizienz (GFR unter 30 ml/min) ist Moxonidin kontraindiziert.
Gegenanzeigen
Moxonidin ist kontraindiziert bei sinuatrialen oder AV-Uberleitungsstorungen zweiten oder dritten Grades (Herzblock), bei Bradykardie (unter 50 Schlage pro Minute) und bei Sick-Sinus-Syndrom. Diese Herzrhythmusstorungen werden durch die zentralnervose Hemmung des Sympathikus durch Moxonidin weiter verstarkt und konnen zu hamodynamisch relevanten Bradykardien fuhren.
Bei schwerer Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III oder IV) und bei instabiler Angina pectoris ist Moxonidin kontraindiziert. Patienten in der Fruhphase nach akutem Koronarsyndrom (Herzinfarkt oder instabile Angina) profitieren nicht und konnen durch Moxonidin gefahrdet werden. Schwere Niereninsuffizienz (GFR unter 30 ml/min) ist eine Kontraindikation, da die Ausscheidung stark beeintrachtigt ist und toxische Spiegel entstehen konnen.
Bei schwerer Leberinsuffizienz, Quincke-Odem (Angiodem) in der Anamnese (auch wenn nicht durch Moxonidin ausgelost) und bei Patienten mit Uberempfindlichkeit gegenuber Moxonidin oder den Hilfsstoffen ist die Anwendung kontraindiziert. Die Kombination von Moxonidin mit anderen zentral wirksamen Antihypertensiva (z. B. Clonidin) ist wegen additiver blutdrucksenkender und sedierender Wirkung zu vermeiden. In der Schwangerschaft ist Moxonidin kontraindiziert; in der Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Moxonidin ein Erstlinienmedikament?
Verursacht Moxonidin weniger Nebenwirkungen als Clonidin?
Kann ich mit Moxonidin Auto fahren?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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