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Naratriptan

Naratriptan

Wirkstoff: Naratriptanhydrochlorid

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Naratriptan ist ein Triptan zur Akutbehandlung von Migräneanfällen. Es ist als Generikum und unter dem Markennamen Naramig erhältlich und bietet eine lang anhaltende Migränelinderung mit einem günstigen Nebenwirkungsprofil.

Wie wirkt Naratriptan?

Naratriptan aktiviert selektiv die Serotonin-5-HT1B/1D-Rezeptoren, die an der Entstehung von Migränekopfschmerzen beteiligt sind. Es verengt die erweiterten Hirnhautgefäße, hemmt die neurogene Entzündung und reduziert die Schmerzübertragung. Mit einer Halbwertszeit von 5 bis 6 Stunden gehört es zu den am längsten wirksamen Triptanen.

Weniger Rückfälle

Die lange Wirkdauer bedeutet, dass die Migräne nach erfolgreicher Behandlung seltener zurückkehrt als bei kürzer wirksamen Triptanen wie Sumatriptan.

Anwendung & Dosierung

Einnahme

Nehmen Sie eine Tablette mit Wasser ein, sobald die Migränekopfschmerzen beginnen. Bei Rückkehr der Beschwerden kann nach frühestens 4 Stunden eine zweite Tablette eingenommen werden.

Nicht zur Vorbeugung

Naratriptan ist nur zur Akutbehandlung bestimmt und nicht zur Migräneprophylaxe geeignet.

Die empfohlene Einzeldosis betragt 2,5 mg bei Beginn einer Migraneattacke. Wenn die Migrane nach anfanglicher Verbesserung zuruckkehrt, kann eine zweite Dosis von 2,5 mg nach mindestens vier Stunden eingenommen werden. Die maximale Tagesdosis betragt 5 mg (zwei Tabletten).

Naratriptan sollte so fruh wie moglich nach Kopfschmerzbeginn eingenommen werden, nicht jedoch in der Aura-Phase, da die Wirksamkeit in dieser Phase nicht belegt ist. Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leber- oder Niereninsuffizienz ist die Tageshochstdosis auf 2,5 mg zu begrenzen, und keine zweite Dosis darf eingenommen werden.

Naratriptan ist nicht zur Prophylaxe von Migraneattacken geeignet. Bei ausbleibendem Ansprechen auf die erste Tablette sollte keine zweite Tablette fur dieselbe Attacke eingenommen werden, da dies keinen zusatzlichen Nutzen bringt. Zwischen zwei vollstandigen Behandlungsepisoden sollten mindestens 24 Stunden liegen.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Müdigkeit, Schwindel und Kribbeln treten am häufigsten auf, sind aber in der Regel mild. Naratriptan hat im Vergleich zu anderen Triptanen ein günstigeres Nebenwirkungsprofil.

Seltene Nebenwirkungen

Wärmegefühl, Engegefühl in Brust oder Rachen, Übelkeit und sehr selten Herz-Kreislauf-Komplikationen sind möglich. Bei anhaltenden Brustschmerzen sofort ärztliche Hilfe suchen.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Kardiovaskuläre Risikopatienten

Naratriptan sollte nicht bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit oder unkontrolliertem Bluthochdruck angewendet werden. Bei Risikofaktoren sollte die erste Dosis unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Übergebrauch vermeiden

Nehmen Sie Naratriptan an maximal 10 Tagen pro Monat ein, um einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz zu vermeiden.

Gegenanzeigen

Naratriptan ist kontraindiziert bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit, nach Herzinfarkt, bei Prinzmetal-Angina und bei anderen Formen der ischamischen Herzerkrankung. Triptane wirken durch Vasokonstriktion und konnen bei vorgeschadigten Herzgefassen ischamische Ereignisse auslosen; eine sorgfaltige kardiovaskulare Anamnese ist vor der Verschreibung zwingend.

Bei zerebrovaskularen Erkrankungen in der Vorgeschichte (Schlaganfall, TIA) und bei peripherer Gefasserkrankung ist Naratriptan kontraindiziert. Unkontrollierter Bluthochdruck (Hypertonie) und die seltenen Migraneverarianten hemiplegische Migrane und Basilarismigrane schliessen die Einnahme aus. Bei schwerer Niereninsuffizienz (GFR unter 15 ml/min) oder schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C) ist Naratriptan kontraindiziert.

Die gleichzeitige Einnahme mit MAO-Hemmern ist absolut kontraindiziert; nach Absetzen eines MAO-Hemmers mussen mindestens 14 Tage vergehen. Ergotaminderivate und andere Triptane durfen nicht innerhalb von 24 Stunden vor oder nach Naratriptan eingenommen werden, da additive vasokonstringierende Effekte das Risiko fur ischamische Komplikationen erhohen. Patienten unter 18 Jahren oder uber 65 Jahren sollten Naratriptan nicht einnehmen, da fur diese Gruppen keine ausreichende Datenlage vorliegt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Naratriptan und Sumatriptan?
Naratriptan wirkt langsamer, dafür länger als Sumatriptan. Es hat weniger Nebenwirkungen und verursacht seltener Migräne-Rückfälle. Sumatriptan wirkt schneller und ist bei starken Anfällen möglicherweise effektiver. Die Wahl hängt von den individuellen Bedürfnissen ab.
Kann ich Naratriptan bei Spannungskopfschmerzen nehmen?
Nein, Triptane sind nur bei Migräne wirksam und sollten nicht bei Spannungskopfschmerzen eingenommen werden. Bei unsicherer Diagnose sollte ärztlich abgeklärt werden, ob es sich um Migräne handelt.
Ist generisches Naratriptan genauso wirksam?
Ja, generische Naratriptan-Tabletten enthalten denselben Wirkstoff in derselben Dosierung und sind in Wirksamkeit und Sicherheit gleichwertig mit dem Markenpräparat Naramig.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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