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Nebivolol

Nebivolol

Wirkstoff: Nebivololhydrochlorid

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Nebivolol ist ein hochselektiver Beta-1-Blocker der dritten Generation zur Behandlung von Bluthochdruck und chronischer Herzinsuffizienz. Es zeichnet sich durch eine zusätzliche gefäßerweiternde Wirkung aus, die es von älteren Betablockern unterscheidet.

Wie wirkt Nebivolol?

Nebivolol blockiert selektiv die Beta-1-Rezeptoren am Herzen, senkt die Herzfrequenz und den Blutdruck. Zusätzlich fördert es die Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) aus den Gefäßendothelzellen, was zu einer Erweiterung der Blutgefäße führt. Diese duale Wirkung macht Nebivolol besonders gefäßfreundlich.

Metabolisch vorteilhaft

Im Gegensatz zu älteren Betablockern wie Atenolol beeinflusst Nebivolol den Glukose- und Fettstoffwechsel kaum. Es ist daher auch für Diabetiker und Patienten mit metabolischem Syndrom eine geeignete Wahl.

Anwendung & Dosierung

Einnahme

Nehmen Sie Nebivolol einmal täglich ein, vorzugsweise zur gleichen Tageszeit, mit oder ohne Essen. Die Tablette wird im Ganzen mit Wasser geschluckt.

Nicht abrupt absetzen

Setzen Sie Nebivolol niemals plötzlich ab, da dies zu einem gefährlichen Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks führen kann. Die Dosis muss über 1 bis 2 Wochen schrittweise reduziert werden.

Bei Hypertonie betragt die empfohlene Dosis 5 mg einmal taglich. Die volle antihypertensive Wirkung ist nach ein bis zwei Wochen zu erwarten. Bei alteren Patienten (ab 65 Jahren) oder bei eingeschrankter Nierenfunktion wird mit 2,5 mg einmal taglich begonnen und die Dosis nur bei Bedarf gesteigert.

Bei stabiler chronischer Herzinsuffizienz wird Nebivolol mit 1,25 mg einmal taglich begonnen. Die Dosis wird alle ein bis zwei Wochen schrittweise gesteigert auf 2,5 mg, dann 5 mg und schliesslich bis zur Zieldosis von 10 mg einmal taglich, sofern die niedrigere Dosis gut vertragen wurde.

Die Maximaldosis betragt 10 mg taglich bei Hypertonie und ebenfalls 10 mg taglich bei Herzinsuffizienz. Die Behandlung darf niemals abrupt beendet werden; die Dosis muss schrittweise uber mindestens zwei Wochen reduziert werden, um einen Reboundeffekt (Blutdruckanstieg, Angina pectoris) zu vermeiden.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Magen-Darm-Beschwerden sind die häufigsten Nebenwirkungen. Kalte Hände und Füße können auftreten, sind aber weniger ausgeprägt als bei nicht-selektiven Betablockern.

Seltene Nebenwirkungen

Bradykardie (langsamer Herzschlag), Atemnot bei Asthmatikern, Schlafstörungen und Potenzstörungen können selten auftreten.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Schrittweises Absetzen

Betablocker dürfen nie abrupt abgesetzt werden. Eine plötzliche Beendigung kann zu Rebound-Tachykardie, Blutdruckanstieg und in seltenen Fällen zu Angina pectoris oder Myokardinfarkt führen.

Asthma

Obwohl Nebivolol hochselektiv für Beta-1-Rezeptoren ist, sollte es bei Asthma bronchiale mit Vorsicht und unter enger ärztlicher Überwachung eingesetzt werden.

Gegenanzeigen

Nebivolol ist kontraindiziert bei Patienten mit kardiogenem Schock, dekompensierter Herzinsuffizienz, die intravenose Inotropika erfordert, AV-Block zweiten oder dritten Grades ohne Herzschrittmacher sowie bei Sick-Sinus-Syndrom und sinuatrialen Block. Diese Zustande erfordern haufig den Erhalt des sympathischen Tonus fur die Kreislaufkompensation, den Nebivolol gerade hemmt.

Bei manifestem Bronchialasthma oder schwerer COPD mit ausgepragger Bronchoobstruktion ist Nebivolol kontraindiziert, da Beta-Blocker selbst bei hoher Beta-1-Selektivitat bronchiokonstriktiv wirken konnen. Patienten mit unbehandeltem Phaochromozytom durfen Nebivolol nicht ohne gleichzeitige Alpha-Blockade erhalten, da paradoxe Blutdruckanstiege auftreten konnen. Bei manifester Bradykardie (unter 60 Schlage pro Minute) oder schwerer Hypotonie (systolisch unter 90 mmHg) ist Nebivolol kontraindiziert.

Bei schwerer Niereninsuffizienz (GFR unter 20 ml/min) sind Daten zur Sicherheit begrenzt; in diesen Fallen sollte Nebivolol nicht eingesetzt werden. Bei schwerer Leberinsuffizienz ist Nebivolol kontraindiziert, da die hepatische Metabolisierung stark eingeschrankt ist und sich toxische Spiegel aufbauen konnen. Patienten mit bekannter Uberempfindlichkeit gegenuber Nebivolol oder anderen Betablockern durfen das Praparat nicht erhalten; Kreuzallergien innerhalb der Betablockerklasse sind bekannt.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist Nebivolol besser als ältere Betablocker?
Nebivolol hat eine zusätzliche gefäßerweiternde Wirkung durch NO-Freisetzung, beeinflusst den Stoffwechsel weniger und verursacht seltener kalte Extremitäten und Potenzprobleme. Es ist daher besonders für Patienten mit metabolischem Syndrom oder Diabetes geeignet.
Kann Nebivolol die Potenz beeinflussen?
Potenzstörungen sind unter Nebivolol seltener als bei älteren Betablockern. Studien zeigen, dass Nebivolol die erektile Funktion durch seine NO-vermittelte Gefäßwirkung sogar verbessern kann. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, wenn Beschwerden auftreten.
Darf ich während der Einnahme Sport treiben?
Ja, Sport ist empfohlen. Beachten Sie jedoch, dass Betablocker die Herzfrequenz senken und eine exakte Pulsüberwachung beim Sport weniger aussagekräftig machen. Orientieren Sie sich am subjektiven Belastungsempfinden.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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