
Nifedipine
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Nifedipin (häufig auch als Nefidipin bezeichnet) ist ein Kalziumkanalblocker aus der Dihydropyridin-Gruppe, der zur Behandlung von Bluthochdruck, stabiler Angina pectoris und Raynaud-Phänomen eingesetzt wird. Es ist eines der am längsten etablierten Antihypertensiva und hemmt den Kalziumeinstrom in die glatte Gefassmuskulatur, was zu einer Erweiterung der Blutgefasse und damit zu einer Senkung des Blutdrucks fuhrt.
Wie wirkt Nifedipin?
Nifedipin blockiert spannungsabhangige L-Typ-Kalziumkanale in der Gefassmuskulatur und im Herzmuskel. Dadurch verringert sich der intrazelluläre Kalziumgehalt, die glatte Muskulatur entspannt sich, und die peripheren Gefasswiderstand sinkt. Der Blutdruck wird gesenkt, und das Herz muss weniger gegen den Widerstand ankampfen, was den Sauerstoffbedarf reduziert.
Anwendungsgebiete
Nifedipin wird vor allem bei essenzieller Hypertonie und stabiler Angina pectoris als Retardformulierung verordnet. Kurzwirksame Formulierungen kommen noch bei hypertensiven Notfallen und beim Raynaud-Phanomen zum Einsatz. Bei bestimmten Formen der vorzeitigen Wehentatatigkeit kann Nifedipin auch in der Geburtshilfe eingesetzt werden.
Anwendung & Dosierung
Einnahme
Nehmen Sie Retard-Tabletten von Nifedipin unzerkaut mit ausreichend Flussigkeit ein. Die Tabletten durfen weder zerkleinert, zerkaut noch geteilt werden, da sonst zu viel Wirkstoff auf einmal freigesetzt wird. Die Einnahme erfolgt ein- bis zweimal taglich, je nach Darreichungsform.
Grapefruit vermeiden
Vermeiden Sie wahrend der gesamten Behandlung Grapefruit und Grapefruchtsaft. Grapefruit hemmt das Enzym CYP3A4 in der Leber, das Nifedipin abbaut, und kann dadurch zu einem stark erhohten Wirkstoffspiegel und gefährlichem Blutdruckabfall fuhren.
Nifedipin wird in der Regel als Retardtablette ein- bis zweimal taglich eingenommen. Die Retardtabletten mussen im Ganzen geschluckt und durfen nicht geteilt, zerkaut oder zerstossen werden. Die Einnahme sollte moglichst zur gleichen Tageszeit erfolgen, vorzugsweise mit oder nach einer Mahlzeit.
Die ubliche Startdosis betragt 30 mg einmal taglich als Retardformulierung. Die Dosis kann nach klinischem Ansprechen auf bis zu 60 oder 90 mg taglich erhoht werden. Bei alteren Patienten oder bei eingeschrankter Leberfunktion kann eine niedrigere Anfangsdosierung erforderlich sein, da die Elimination verlangsamt ist.
Nebenwirkungen
Haufige Nebenwirkungen
Fussknoechelodeme, Gesichtsrotung (Flush), Kopfschmerzen, Schwindel und Herzrasen (Reflextachykardie) sind die haufigsten Nebenwirkungen und entstehen durch die Gefasserweiterung. Diese Effekte sind bei Retardformulierungen schwacher ausgepragt als bei unmittelbar freisetzenden Formen.
Seltene Reaktionen
In seltenen Fallen kann Nifedipin Zahnfleischuberwucherung (gingivale Hyperplasie) verursachen, besonders bei Langzeitbehandlung. Eine gute Mundhygiene und regelmasige Zahnarztbesuche konnen dem entgegenwirken.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Patienten durfen wahrend der Behandlung keine Grapefruit oder Grapefruchtsaft zu sich nehmen, da die Kombination zu gefährlichen Blutdruckabfallen fuhren kann. Vorsicht bei Herzinsuffizienz und Aortenstenose. Schwangere Frauen sollten das Praparat nur nach arztlicher Abwagung einnehmen.
Gegenanzeigen
Nifedipin ist bei bekannter Uberempfindlichkeit gegenuber Nifedipin oder anderen Dihydropyridinen sowie gegenuber einem der sonstigen Bestandteile kontraindiziert. Schwere allergische Reaktionen konnen sich als Hautausschlag, Juckreiz, Schwellung oder anaphylaktischer Schock manifestieren.
Nifedipin ist kontraindiziert bei kardiogenem Schock, klinisch signifikanter Aortenstenose sowie in den ersten 4 Wochen nach einem Myokardinfarkt. Patienten mit instabiler Angina pectoris und Herzinsuffizienz im Stadium NYHA III-IV sollten Nifedipin nicht erhalten. Eine gleichzeitige Einnahme mit Rifampicin ist wegen des starken CYP3A4-Induktionseffekts kontraindiziert.
Wahrend der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester, und in der Stillzeit ist Nifedipin nur nach strenger arztlicher Nutzen-Risiko-Abwagung einzusetzen. Kinder unter 18 Jahren sollten Nifedipin nur nach ausdrucklicher arztlicher Empfehlung erhalten, da die Datenlage begrenzt ist.
Häufig gestellte Fragen
Warum darf ich kein Grapefruit essen?
Kann ich die Retardtablette teilen?
Wann treten Fussknoechelodeme auf und was kann ich dagegen tun?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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