
Plaquenil
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Plaquenil enthält Hydroxychloroquin und wird zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie systemischem Lupus erythematodes und rheumatoider Arthritis eingesetzt. Es moduliert das Immunsystem, ohne es vollständig zu unterdrücken.
Wie wirkt Plaquenil?
Hydroxychloroquin greift in mehrere Signalwege der Immunzellen ein, hemmt Toll-like-Rezeptoren und reduziert die Produktion proinflammatorischer Zytokine. Dadurch wird die überschießende Immunreaktion bei Autoimmunerkrankungen gedämpft.
Breite Wirkung
Neben der immunmodulierenden Wirkung hat Plaquenil auch positive Effekte auf den Lipidstoffwechsel und den Blutzucker. Es senkt das Thromboserisiko bei Lupus-Patienten und kann die Krankheitsaktivität langfristig reduzieren.
Anwendung & Dosierung
Einnahme
Nehmen Sie Plaquenil zu den Mahlzeiten ein, um Magen-Darm-Beschwerden zu reduzieren.
Geduld erforderlich
Die volle Wirkung tritt erst nach 2 bis 6 Monaten ein. Brechen Sie die Behandlung nicht vorzeitig ab.
Die ubliche Tagesdosis bei Erwachsenen betragt 200 bis 400 mg. Die Maximaldosis sollte 5 mg pro Kilogramm idealem Korpergewicht taglich nicht uberschreiten, um das Risiko einer retinalen Toxizitat zu minimieren. Bei langfristiger Anwendung sind regelmasige ophthalmologische Kontrollen (mindestens einmal jahrlich) erforderlich.
Bei rheumatoider Arthritis und Lupus erythematodes kann die volle Wirkung erst nach mehreren Wochen bis Monaten eintreten; Plaquenil wirkt als langfristiges krankheitsmodifizierendes Mittel. Bei stabiler Erkrankung kann die Tagesdosis auf 200 mg reduziert werden.
Bei Patienten mit Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel besteht ein erhöhtes Risiko fur hamolytische Anamie. Bei eingeschrankter Nierenfunktion kann die Dosis angepasst werden mussen. Plaquenil wird zu den Mahlzeiten eingenommen, um Magenunvertraglichkeiten zu vermindern.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen
Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall und Kopfschmerzen treten am häufigsten auf.
Augentoxizität
Retinopathie (Netzhautschädigung) ist die wichtigste Langzeitnebenwirkung. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind ab dem 5. Behandlungsjahr oder bei Risikofaktoren auch früher erforderlich.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Augenuntersuchungen
Jährliche augenärztliche Kontrollen ab dem 5. Jahr mit OCT und Gesichtsfeldprüfung. Bei Risikofaktoren früher beginnen.
Maximaldosis
Überschreiten Sie nicht 5 mg/kg/Tag, um das Risiko für Retinopathie zu minimieren.
Gegenanzeigen
Plaquenil ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Hydroxychloroquin oder Chloroquin sowie gegen 4-Aminochinolin-Verbindungen. Bei bereits bestehender Retinopathie (unabhangig von deren Ursache) darf Plaquenil nicht eingesetzt werden, da der Wirkstoff die Netzhaut schadigen und zu Sehverlust fuhren kann.
Bei Myasthenia gravis ist die Anwendung kontraindiziert, da Hydroxychloroquin die Muskelschwache verstarken kann. Psoriasis und Porphyrie stellen relative Kontraindikationen dar, da Plaquenil diese Erkrankungen verschlimmern kann. Bei Patienten mit schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz ist die Anwendung vorsichtig zu handhaben.
In der Schwangerschaft kann Plaquenil bei klar definierter Indikation (z. B. systemischer Lupus erythematodes) unter strenger arztlicher Aufsicht eingesetzt werden; ein abruptes Absetzen kann schaden. Kinder unter 6 Jahren sollten Plaquenil nicht erhalten.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich wirklich zum Augenarzt?
Kann ich Plaquenil in der Schwangerschaft nehmen?
Wie lange muss ich Plaquenil nehmen?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
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