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Proscar

Proscar

Wirkstoff: Finasterid 5 mg
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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Proscar ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Behandlung der gutartigen Prostatavergroßerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH). Der Wirkstoff Finasterid 5 mg hemmt das Enzym 5-Alpha-Reduktase und senkt dadurch den Dihydrotestosteron-Spiegel (DHT), der maßgeblich am Wachstum der Prostata beteiligt ist.

Beschwerden bei gutartiger Prostatavergroßerung

Die BPH betrifft viele Manner ab dem 50. Lebensjahr und verursacht typische Beschwerden: haufiger Harndrang, schwacher Harnstrahl, nachtliches Wasserlassen und das Gefuhl einer unvollstandigen Blasenentleerung. Proscar behandelt die Ursache dieser Beschwerden, indem es die Prostata schrumpfen lasst.

Wirksamkeit und Behandlungsdauer

Proscar kann die vergroßerte Prostata um ca. 20 bis 30 % verkleinern, den Harnfluss verbessern und das Risiko eines akuten Harnverhalts sowie die Notwendigkeit einer Prostataoperation verringern. Die volle Wirkung zeigt sich in der Regel nach 6 bis 12 Monaten regelmaßiger Einnahme. Schwangere Frauen durfen Proscar-Tabletten weder einnehmen noch handhaben, da Finasterid die Entwicklung des mannlichen Fotus beeintrachtigen kann.

Anwendung & Dosierung

Proscar wird einmal taglich oral eingenommen. Die Tablette (5 mg) mit oder ohne Mahlzeit schlucken und taglich moglichst zur gleichen Uhrzeit einnehmen, um stabile Wirkstoffspiegel zu gewahrleisten.

Langzeittherapie und Absetzen

Die Behandlung ist als Langzeittherapie angelegt. Ein Absetzen kann dazu fuhren, dass die Prostata wieder wachst und die Beschwerden zuruckkehren. Proscar sollte daher auch bei Beschwerdefreiheit nicht eigenstandig abgesetzt werden. Besprechen Sie jede Veranderung der Therapie mit Ihrem Arzt oder Urologen.

PSA-Wert und arztliche Kontrolle

Proscar senkt den PSA-Wert um etwa 50 %. Informieren Sie jeden behandelnden Arzt uber die Einnahme, damit PSA-Testergebnisse korrekt interpretiert werden konnen. Vor Beginn der Therapie sollte ein Prostatakarzinom durch arztliche Untersuchung ausgeschlossen werden.

Proscar (Finasterid 5 mg) wird einmal taglich als Filmtablette eingenommen, zu jeder Tageszeit, unabhangig von den Mahlzeiten. Die Tablette wird ungeteilt mit ausreichend Wasser geschluckt. Eine regelmaßige, tagliche Einnahme zur gleichen Uhrzeit vereinfacht die Therapietreue und gewahrleistet stabile Wirkstoffspiegel.

Eine klinisch bedeutsame Verkleinerung der Prostata und Linderung der Miktionssymptome tritt in der Regel erst nach 3 bis 6 Monaten regelmaßiger Einnahme ein. Um den maximalen Effekt zu erzielen und die LUTS-Symptome (Miktionssymptome bei benigner Prostatahyperplasie) dauerhaft zu kontrollieren, ist eine Langzeittherapie uber mehrere Jahre erforderlich. Nach Absetzen nehmen die Prostatagroße und die Symptomatik innerhalb von Monaten wieder auf das Ausgangsniveau zu.

Bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich, da Finasterid hauptsachlich biliar ausgeschieden wird. Bei leichter bis maßiger Leberinsuffizienz sind Vorsicht und engmaschige Uberwachung angezeigt; bei schwerer Lebererkrankung sollte Proscar nicht eingesetzt werden. Altere Patienten weisen eine etwas langere Eliminationshalbwertszeit auf, was jedoch klinisch in der Regel nicht relevant ist und keine Dosisanpassung erfordert.

Nebenwirkungen

Proscar kann sexuelle Nebenwirkungen verursachen, die bei einem Teil der Patienten auftreten. Es ist wichtig, diese zu kennen und bei Bedarf arztlich zu besprechen.

Haufige und weniger haufige Nebenwirkungen

Weniger haufig (bei 1 bis 10 von 100 Anwendern) treten verminderte Libido, Erektionsstorungen und eine reduzierte Ejakulatmenge auf. Zudem kann es zu Vergroßerung oder Empfindlichkeit der Brustdruse (Gynakomas tie) kommen. Die meisten sexuellen Nebenwirkungen bessern sich bei Fortsetzung der Behandlung oder verschwinden nach dem Absetzen.

Seltene und schwerwiegende Nebenwirkungen

Selten konnen Hautausschlag, Uberempfindlichkeitsreaktionen (Juckreiz, Nesselsucht) sowie Schwellungen im Gesichtsbereich auftreten. Bei Brustveranderungen wie Knotenbildung, Schmerzen oder Sekretion sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, da seltene Falle von Mammakarzinom beim Mann unter Finasterid berichtet wurden. Depressive Verstimmungen wurden ebenfalls vereinzelt beschrieben.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Frauen und Kinder durfen Proscar nicht einnehmen. Schwangere Frauen sollten zerbrochene Tabletten nicht anfassen, da der Wirkstoff uber die Haut aufgenommen werden und den mannlichen Fetus schadigen kann.

Proscar senkt den PSA-Wert um etwa 50 %. Fur die Prostatakrebsvorsorge muss der gemessene PSA-Wert verdoppelt werden. Bei jedem PSA-Anstieg unter Finasterid-Therapie sollte eine weitere urologische Abklarung erfolgen. Vor Beginn sollte ein Prostatakarzinom ausgeschlossen werden.

Gegenanzeigen

Proscar (Finasterid 5 mg) ist wie alle Finasterid-haltigen Praparate kontraindiziert bei Frauen und Kindern. Schwangere Frauen und Frauen, die schwanger werden konnten, durfen Proscar-Tabletten nicht handhaben, wenn diese gebrochen oder zerkaut sind, da Finasterid durch die Haut resorbiert werden kann und die Maskulinisierung eines mannlichen Fetus storen wurde.

Bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Finasterid oder einen der sonstigen Bestandteile ist Proscar kontraindiziert. Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz durfen Proscar nicht einnehmen, da der Wirkstoff hepatisch uber das CYP3A4-Enzym metabolisiert wird und bei eingeschrankter Leberfunktion zu einer Akkumulation fuhren kann. Obwohl Finasterid die Prostata verkleinert, sollte vor Beginn der Therapie ein Prostatakrebs durch arztliche Untersuchung ausgeschlossen werden.

Proscar reduziert den PSA-Wert um etwa 50 %. Patienten sollten ihren Arzt unbedingt uber die Einnahme von Proscar informieren, wenn PSA-Werte als Krebsscreening-Parameter bestimmt werden, da der naturliche PSA-Spiegel kunstlich gesenkt erscheint. Beim Auftreten von Brustveranderungen (Knotenbildung, Schmerzen, Sekretion) ist ein Arzt aufzusuchen, da seltene Falle von Mammakarzinom beim Mann berichtet wurden.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis Proscar wirkt?
Eine spurbare Verbesserung der Beschwerden beim Wasserlassen tritt in der Regel nach 3 bis 6 Monaten ein. Die maximale Verkleinerung der Prostata wird nach 6 bis 12 Monaten regelmaßiger Einnahme erreicht. Es ist wichtig, das Medikament dauerhaft einzunehmen, auch wenn Sie bereits eine Besserung bemerken.
Was ist der Unterschied zwischen Proscar und Propecia?
Beide enthalten den gleichen Wirkstoff Finasterid, aber in unterschiedlicher Dosierung. Proscar enthalt 5 mg und ist zur Behandlung der gutartigen Prostatavergroßerung zugelassen. Propecia enthalt 1 mg und wird bei erblich bedingtem Haarausfall eingesetzt. Eine eigenstandige Teilung von Proscar-Tabletten zur Behandlung von Haarausfall wird nicht empfohlen.
Kann ich Proscar zusammen mit Tamsulosin einnehmen?
Ja, die Kombination von Finasterid und einem Alpha-Blocker wie Tamsulosin wird haufig bei BPH eingesetzt. Diese Kombinationstherapie kann wirksamer sein als die Einnahme jedes Medikaments einzeln, da beide Wirkstoffe uber verschiedene Mechanismen auf die Prostata wirken. Ihr Urologe wird entscheiden, ob eine Kombination in Ihrem Fall sinnvoll ist.
Beeinflusst Proscar meinen PSA-Test?
Ja. Proscar senkt den PSA-Wert um etwa die Halfte. Wenn Ihr Arzt einen PSA-Test zur Prostatakrebsvorsorge durchfuhrt, muss er den gemessenen Wert verdoppeln, um das tatsachliche Ergebnis abzuschatzen. Informieren Sie jeden behandelnden Arzt uber die Einnahme von Proscar.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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