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Reminyl

Reminyl

Wirkstoff: Galantaminhydrobromid

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Reminyl enthält den Wirkstoff Galantamin und wird zur Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz eingesetzt. Es gehört zur Gruppe der Cholinesterasehemmer.

Wie wirkt Reminyl?

Galantamin hemmt das Enzym Acetylcholinesterase, das den Botenstoff Acetylcholin im Gehirn abbaut. Zusätzlich moduliert es nikotinische Acetylcholinrezeptoren allosterisch. Durch diesen dualen Wirkmechanismus wird die cholinerge Signalübertragung verbessert, die bei Alzheimer-Patienten gestört ist.

Erwartbare Wirkung

Reminyl kann die kognitiven Fähigkeiten und die Alltagskompetenz stabilisieren oder vorübergehend verbessern. Es handelt sich nicht um eine Heilung, sondern um eine symptomatische Behandlung, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen kann.

Anwendung & Dosierung

Einnahme

Die Retardkapseln werden einmal täglich morgens mit einer Mahlzeit eingenommen und unzerkaut geschluckt. Die Einnahme mit Nahrung reduziert Übelkeit und verbessert die Verträglichkeit.

Dosissteigerung

Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Dosis, die alle vier Wochen gesteigert wird, um die Verträglichkeit zu optimieren. Halten Sie sich genau an das vorgegebene Steigerungsschema.

Die Therapie beginnt mit 8 mg einmal taglich (als Retardkapsel) oder 4 mg zweimal taglich (als Tablette) uber vier Wochen. Anschlieend wird auf 16 mg einmal taglich (oder 8 mg zweimal taglich) gesteigert, wiederum fur mindestens vier Wochen. Bei guter Vertraglichkeit kann auf 24 mg einmal taglich (oder 12 mg zweimal taglich) gesteigert werden.

Die ubliche Erhaltungsdosis liegt bei 16 bis 24 mg pro Tag. Steigerungen sollten nur nach vier bis acht Wochen erfolgen, wenn die vorige Dosis gut vertragen wurde. Die Tabletten werden zu den Mahlzeiten eingenommen, um die Magenvertraglichkeit zu verbessern. Retardkapseln werden einmal taglich, moglichst morgens zum Fruhstuck, eingenommen.

Bei Patienten mit mittelschwerer Niereninsuffizienz (GFR 9 bis 40 ml/min) sollte eine Tagesdosis von 16 mg nicht uberschritten werden. Bei mittelschwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh 7 bis 9) ebenfalls 16 mg als Hochstdosis.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel treten insbesondere in der Aufdosierungsphase auf. Diese Beschwerden sind meist vorübergehend und lassen sich durch Einnahme mit der Mahlzeit reduzieren.

Seltene Nebenwirkungen

Bradykardie (verlangsamter Herzschlag), Synkopen (Ohnmachtsanfälle), Gewichtsverlust und Schlafstörungen können in seltenen Fällen auftreten. Bei Ohnmachtsanfällen muss die Ärztin informiert werden.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Herzrhythmusstörungen

Galantamin kann den Herzschlag verlangsamen. Patienten mit Reizleitungsstörungen, Sick-Sinus-Syndrom oder gleichzeitiger Einnahme herzfrequenzsenkender Medikamente benötigen besondere Überwachung.

Narkose

Informieren Sie den Anästhesisten vor einer Operation über die Einnahme von Reminyl, da es die Wirkung bestimmter Muskelrelaxantien verstärken kann.

Gegenanzeigen

Reminyl ist kontraindiziert bei schwerer kombinierter Leber- und Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 9 ml/min), da in diesem Fall eine extreme Akkumulation von Galantamin droht. Bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Galantamin oder einen der sonstigen Bestandteile ist die Anwendung ebenfalls kontraindiziert.

Bei schwerer Herzrhythmusstorung, insbesondere bei AV-Block zweiten oder dritten Grades ohne implantierten Herzschrittmacher, ist die Anwendung kontraindiziert, da Galantamin als Cholinesterase-Hemmer die Herzfrequenz senken kann. Bei schwerer bradykardie-assoziierter Synkope in der Vorgeschichte ist Vorsicht geboten.

In der Schwangerschaft und Stillzeit mangels ausreichender Sicherheitsdaten zu vermeiden. Gleichzeitige Anwendung mit anderen Cholinesterase-Hemmern (z. B. Donepezil) fuhrt zu additiven cholinergen Wirkungen und ist zu vermeiden. Bei aktiven Magengeschwuren oder Harnverhalt erfordert die Anwendung besondere Vorsicht.

Häufig gestellte Fragen

Kann Reminyl Alzheimer heilen?
Nein, Reminyl kann Alzheimer nicht heilen oder das Absterben von Nervenzellen aufhalten. Es kann aber die Symptome vorübergehend stabilisieren oder verbessern und so die Lebensqualität und Alltagsfähigkeiten für eine gewisse Zeit erhalten.
Wie lange dauert es, bis Reminyl wirkt?
Eine Verbesserung der kognitiven Funktionen zeigt sich meist nach vier bis acht Wochen regelmäßiger Einnahme in der Zieldosis. Die Beurteilung des Therapieerfolgs sollte frühestens nach drei Monaten erfolgen.
Was passiert, wenn Reminyl abgesetzt wird?
Nach dem Absetzen kann sich der kognitive Zustand innerhalb von Wochen verschlechtern, da der Schutzeffekt auf die cholinerge Signalübertragung wegfällt. Eine Unterbrechung der Therapie sollte nur in Absprache mit der Ärztin erfolgen.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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