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Requip

Requip

Wirkstoff: Ropinirolhydrochlorid

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Requip enthält Ropinirol, einen Dopaminagonisten, der zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und des Restless-Legs-Syndroms (RLS) eingesetzt wird.

Wie wirkt Requip?

Ropinirol stimuliert direkt die Dopamin-D2- und D3-Rezeptoren im Gehirn und ahmt so die Wirkung des fehlenden Botenstoffs Dopamin nach. Bei Parkinson-Patienten kann es sowohl als Monotherapie in frühen Stadien als auch in Kombination mit Levodopa eingesetzt werden.

Restless-Legs-Syndrom

Beim RLS lindert Ropinirol den unangenehmen Bewegungsdrang in den Beinen, der typischerweise in Ruhephasen und abends auftritt. Es verbessert dadurch die Schlafqualität und Lebensqualität deutlich.

Anwendung & Dosierung

Einnahme

Die Tabletten werden dreimal täglich zu den Mahlzeiten eingenommen (Soforttabletten) oder einmal täglich (Retardtabletten). Bei RLS erfolgt die Einnahme ein bis drei Stunden vor dem Schlafengehen.

Einschleichende Dosierung

Die Dosis wird langsam gesteigert, um Nebenwirkungen zu minimieren. Ein abruptes Absetzen sollte vermieden werden, da dies zu einem malignen Neuroleptika-ähnlichen Syndrom führen kann.

Bei Morbus Parkinson beginnt die Therapie mit 0,25 mg dreimal taglich in der ersten Woche. Die Dosis wird wochentlich gesteigert: Woche 2 auf 0,5 mg dreimal taglich, Woche 3 auf 0,75 mg dreimal taglich, Woche 4 auf 1 mg dreimal taglich. Bei Bedarf wird weiter auf bis zu maximal 24 mg taglich (in drei Dosen) erhoht.

Bei Restless-Legs-Syndrom: Anfangsdosis 0,25 mg einmal abends. Steigerung auf 0,5 mg nach zwei Tagen, dann wochentlich um 0,5 mg bis zur Zieldosis. Die maximale Dosis betragt 4 mg pro Tag. Requip Retardtabletten ermoglichen eine einmal tagliche Gabe der entsprechenden Tagesdosis.

Das Absetzen von Ropinirol sollte stets schrittweise uber mindestens eine Woche erfolgen, um Absetzreaktionen zu vermeiden. Bei eingeschrankter Nierenfunktion (GFR 30 bis 50 ml/min) ist besondere Vorsicht geboten und die Dosis engmaschig zu uberwachen.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Übelkeit, Schwindel, Schläfrigkeit, orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen) und Müdigkeit treten besonders in der Aufdosierungsphase auf. Einnahme mit einer Mahlzeit reduziert die Übelkeit.

Besondere Nebenwirkungen

Impulskontrollstörungen wie pathologisches Spielen, Kaufsucht, Essattacken oder gesteigerter Sexualtrieb können unter Dopaminagonisten auftreten. Informieren Sie Ihre Ärztin sofort, wenn Sie solche Veränderungen bemerken.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Impulskontrollstörungen

Dopaminagonisten können Impulskontrollstörungen auslösen. Besprechen Sie mit Ihren Angehörigen, dass diese auf Verhaltensänderungen achten sollen, und informieren Sie Ihre Ärztin bei ersten Anzeichen.

Plötzliches Einschlafen

Ropinirol kann zu plötzlicher, unvorhersehbarer Schläfrigkeit führen. Fahren Sie kein Auto und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Sie auf das Medikament reagieren.

Gegenanzeigen

Requip ist kontraindiziert bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min ohne Dialysepflicht), da Ropinirol im Korper deutlich langer verbleibt und toxische Spiegel erreichen kann. Bei schwerer Leberinsuffizienz ist die Anwendung ebenfalls kontraindiziert, da Ropinirol extensiv hepatisch metabolisiert wird.

Bei Uberempfindlichkeit gegen Ropinirol oder einen der sonstigen Bestandteile ist die Einnahme kontraindiziert. Wie bei allen Dopaminagonisten sind Impulskontrollstorungen (Spielsucht, Hypersexualitat, Esssucht) ein bekanntes Risiko; Patienten mit entsprechender Vorgeschichte benotigen besondere arztliche Uberwachung.

Bei schweren kardiovaskularen Erkrankungen, insbesondere bei unkontrollierten Herzrhythmusstorungen, ist Vorsicht geboten. Plotzliche Einschlafattacken und orthostatische Hypotonie erfordern Einschrankungen beim Fuhren von Fahrzeugen. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Requip mangels ausreichender Daten nicht eingesetzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Kann Requip Parkinson heilen?
Nein, Requip behandelt die Symptome der Parkinson-Krankheit, kann aber den zugrundeliegenden Nervenzellverlust nicht aufhalten. Es verbessert die Beweglichkeit und kann den Einsatz von Levodopa hinauszögern oder dessen Dosis reduzieren.
Macht Requip süchtig?
Requip macht nicht im klassischen Sinne süchtig, kann aber zu Impulskontrollstörungen führen. Zudem kann ein abruptes Absetzen Entzugserscheinungen wie Angst, Depression und Schmerzen verursachen. Die Dosis sollte immer schrittweise reduziert werden.
Hilft Requip sofort beim Restless-Legs-Syndrom?
Eine Besserung der RLS-Symptome tritt häufig schon in der ersten Behandlungswoche ein. Die optimale Dosis wird aber erst nach einigen Wochen der langsamen Steigerung erreicht.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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