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Salofalk

Salofalk

Wirkstoff: Mesalazin (5-ASA)

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Salofalk enthält den Wirkstoff Mesalazin (5-Aminosalicylsäure) und wird zur Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen eingesetzt, insbesondere bei Colitis ulcerosa und mildem bis moderatem Morbus Crohn.

Lokale Entzündungshemmung

Mesalazin wirkt direkt auf die entzündete Darmschleimhaut und hemmt dort die Bildung von Entzündungsmediatoren wie Prostaglandinen und Leukotrienen. Im Gegensatz zu systemischen Immunsuppressiva wirkt Salofalk vorwiegend lokal im Darm.

Verschiedene Darreichungsformen

Salofalk ist als magensaftresistente Tabletten, Granulat, Suppositorien, Rektalschaum und Klysmen erhältlich. Die Wahl der Darreichungsform richtet sich nach der Lokalisation der Entzündung im Darm.

Anwendung & Dosierung

Einnahme der Tabletten

Die magensaftresistenten Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit geschluckt, idealerweise eine Stunde vor den Mahlzeiten. Das Granulat kann direkt auf die Zunge gegeben und mit Wasser nachgespült werden.

Rektale Anwendung

Bei Entzündung im Enddarm werden Suppositorien, Rektalschaum oder Klysmen eingesetzt. Diese werden vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen angewendet und sollten möglichst lange im Darm verbleiben.

In der Akuttherapie der Colitis ulcerosa werden 1,5 bis 4,8 g Mesalazin taglich, aufgeteilt auf mehrere Einzeldosen, eingesetzt. In der Remissionserhaltung genugen in der Regel 1,5 bis 3 g taglich. Die Granulat-Formulierungen und Retardtabletten ermoglichen eine einmal tagliche Einnahme.

Bei rektaler Anwendung (Suppositorien, Klysmen): 0,5 bis 1 g taglich als Zapfchen fur lokale Erkrankungen des Enddarms; 2 bis 4 g als Klysma fur ausgedehntere linksseitige Colitis. Die rektale Anwendung ist besonders wirksam bei distaler Kolitis. Die Behandlungsdauer bei einem akuten Schub betragt acht bis zwolf Wochen.

Die Einnahme kann unabhangig von Mahlzeiten erfolgen; viele Patienten nehmen Salofalk zum Fruhstuck ein. Tabletten und Granulat nicht zerkauen, sondern mit reichlich Wasser schlucken.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen treten gelegentlich auf, sind aber meist mild. Eine vorübergehende Verschlechterung der Darmsymptome kann zu Beginn der Therapie vorkommen.

Seltene Nebenwirkungen

Allergische Reaktionen, Nierenfunktionsstörungen (interstitielle Nephritis), Pankreatitis, Myokarditis und Blutbildveränderungen sind selten. Regelmäßige Blut- und Nierenwertkontrollen sind empfohlen.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Nierenfunktion

Mesalazin kann in seltenen Fällen die Nierenfunktion beeinträchtigen. Vor und während der Behandlung sollten die Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff) regelmäßig kontrolliert werden.

Allergie gegen Salicylate

Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Salicylate (z.B. Aspirin) können auch auf Mesalazin allergisch reagieren. Informieren Sie Ihre Ärztin über bestehende Allergien.

Gegenanzeigen

Salofalk ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Mesalazin, Salicylate (z. B. Acetylsalicylsaure) oder einen der sonstigen Bestandteile des Praparats. Bei schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz ist die Anwendung kontraindiziert, da Mesalazin renal eliminiert wird und sich toxische Konzentrationen ansammeln konnen.

Bei aktiven Magengeschwuren oder einem Ulkusleiden ist die Anwendung vorsichtig abzuwagen. Patienten mit bekannter Sulfonamid-Uberempfindlichkeit konnen kreuzreaktiv auf Mesalazin reagieren. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist die Anwendung nach sorgfaltiger Nutzen-Risiko-Abwagung moglich, obwohl Mesalazin in geringen Mengen in die Muttermilch ubergeht.

Bei Patienten mit pulmonaler oder hepatischer Insuffizienz sowie bei Patienten unter Azathioprin oder 6-Mercaptopurin ist besondere Vorsicht geboten, da Wechselwirkungen das Risiko einer Myelosuppression erhohen konnen.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich Salofalk auch in der symptomfreien Phase nehmen?
Ja, die Einnahme in der Remission ist wichtig, um Schübe zu verhindern. Studien zeigen, dass eine konsequente Erhaltungstherapie mit Mesalazin die Rückfallrate bei Colitis ulcerosa deutlich senkt.
Welche Darreichungsform ist für mich die richtige?
Das hängt davon ab, wo im Darm die Entzündung sitzt. Bei Befall des Enddarms sind rektale Formen am effektivsten, bei ausgedehnterem Befall werden orale Formen oder eine Kombination eingesetzt. Ihre Ärztin berät Sie individuell.
Darf ich Salofalk in der Schwangerschaft nehmen?
Mesalazin kann nach ärztlicher Abwägung auch in der Schwangerschaft eingenommen werden. Unkontrollierte Krankheitsschübe stellen für die Schwangerschaft ein größeres Risiko dar als die Medikamenteneinnahme. Besprechen Sie dies unbedingt mit Ihrer Ärztin.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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