EU-lizenziert
4.7/5
Torasemide

Torasemide

Wirkstoff: Torasemid

Diese Website bietet allgemeine Informationen über Medikamente nur zu Bildungszwecken. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.

Medikament wählen

Dosierung und Menge auswählen

Online-Konsultation

Geprüft von einem qualifizierten Arzt

Schnelle, diskrete Lieferung

Direkt an Ihre Tür geliefert

Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Torasemid ist ein Schleifendiuretikum, das zur Behandlung von Ödemen bei Herzinsuffizienz, Nieren- oder Lebererkrankungen sowie bei Bluthochdruck eingesetzt wird. Es hat gegenüber Furosemid einige pharmakokinetische Vorteile.

Vorteile gegenüber Furosemid

Torasemid hat eine höhere Bioverfügbarkeit (etwa 80 Prozent) und eine längere Wirkdauer (12 bis 16 Stunden) als Furosemid. Die Wirkung ist gleichmäßiger, was zu weniger nächtlichen Toilettengängen führt.

Wirkmechanismus

Torasemid hemmt den Na+/K+/2Cl--Cotransporter in der aufsteigenden Henle-Schleife der Niere. Dadurch wird die Rückresorption von Natrium, Kalium und Chlorid gehemmt und die Wasserausscheidung stark erhöht.

Anwendung & Dosierung

Einnahme

Nehmen Sie Torasemid morgens ein, um nächtliche Toilettengänge zu vermeiden. Die Tablette wird unzerkaut mit einem Glas Wasser geschluckt und kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Regelmäßige Kontrollen

Während der Therapie müssen Elektrolyte (besonders Kalium, Natrium, Magnesium), Nierenwerte und der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden.

Bei Odemen und Herzinsuffizienz wird eine Anfangsdosis von 5 bis 20 mg einmal taglich verordnet. Bei unzureichender Wirkung kann die Dosis schrittweise erhoht werden; bei schwerer Herzinsuffizienz konnen bis zu 200 mg taglich notwendig sein. Bei Bluthochdruck betragt die ubliche Dosis 2,5 bis 5 mg einmal taglich.

Bei Leberinsuffizienz (hepatische Odeme, Aszites) wird Torasemid haufig in Kombination mit einem Aldosteronantagonisten (z. B. Spironolacton) eingesetzt, um Elektrolytverluste zu kompensieren. Regelmasige Kontrollen von Natriumund Kaliumwerten sowie Kreatinin sind essenziell.

Torasemid kann morgens oder tagsber eingenommen werden; spatnachmittags oder abends eingenommen fuhrt es zu storenden nachtlichen Harndrang. Bei Niereninsuffizienz kann eine Dosiserhoung notwendig sein, da Torasemid im Tubuluslumen des Nephrons wirkt und bei eingeschrankter Nierenfunktion hohere Konzentrationen benotigt.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

Häufiges Wasserlassen, Schwindel, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe und Elektrolytstörungen (Kalium-, Natrium- und Magnesiummangel) sind die wichtigsten Begleiterscheinungen.

Seltene Nebenwirkungen

Schwere Dehydratation, Hypotonie, Gichtanfälle durch erhöhte Harnsäure, Hörminderung bei intravenöser Gabe hoher Dosen und allergische Reaktionen sind selten.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Elektrolytverlust

Schleifendiuretika verursachen einen Verlust von Kalium, Natrium und Magnesium. Kaliumreiche Ernährung und bei Bedarf Kaliumsupplemente sind wichtig. Symptome eines Kaliummangels sind Muskelschwäche, Krämpfe und Herzrhythmusstörungen.

Dehydratation

Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Symptome einer Dehydratation sind starker Durst, Schwindel, Verwirrtheit und dunkel gefärbter Urin.

Gegenanzeigen

Torasemid ist kontraindiziert bei Anurie (vollstandige Unfahi-keit zur Urinproduktion), da Schleifendiuretika in Abwesenheit ausreichender Nierenfunktion keine diuretische Wirkung entfalten und Elektrolytstorungen verstarken konnen. Bei schwerer Hypokaliamie und schwerer Hyponatriamie ist eine Anwendung ohne gleichzeitige Elektrolytkorrektur kontraindiziert.

Bei Hypovolamie (erheblichem Volumenmangel) und schwerer Hypotonie ist Torasemid kontraindiziert. Uberempfindlichkeit gegen Torasemid oder Sulfonamidderivate (strukturelle Verwandtschaft) ist eine absolute Kontraindikation. Bei hepatischem Koma oder Pra-Koma ist Vorsicht geboten, da die Elektrolytstorungen durch Torasemid das Koma-Risiko verstarken konnen.

In der Stillzeit sollte Torasemid nicht angewendet werden, da der Wirkstoff in die Muttermilch ubergehen kann. Bei gleichzeitiger Lithium-Therapie ist besondere Uberwachung notwendig, da Schleifendiuretika die Lithiumkonzentrationen durch Dehydratation erheblich erhohen konnen.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist Torasemid besser als Furosemid?
Torasemid hat eine gleichmäßigere und längere Wirkung als Furosemid, was zu weniger Schwankungen in der Harnproduktion führt. Die höhere Bioverfügbarkeit bedeutet, dass die Aufnahme zuverlässiger ist. Studien deuten auf bessere klinische Ergebnisse bei Herzinsuffizienz hin.
Muss ich Kalium supplementieren?
Das hängt von Ihren Blutwerten ab. Schleifendiuretika können den Kaliumspiegel senken. Ihre Ärztin wird regelmäßig Blutwerte kontrollieren und bei Bedarf ein Kaliumsupplement oder einen kaliumsparenden Kombinationspartner verordnen.
Kann ich Torasemid abends nehmen?
Die Einnahme morgens ist empfohlen, um häufiges nächtliches Wasserlassen zu vermeiden. Eine abendliche Einnahme würde den Schlaf erheblich stören. Wenn Ihr Tagesablauf eine morgendliche Einnahme erschwert, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

TopDoctors Profile