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Tramadol

Tramadol

Wirkstoff: Tramadol
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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Tramadol ist ein verschreibungspflichtiges Opioid-Schmerzmittel, das zur Behandlung maessiger bis maessig starker Schmerzen eingesetzt wird. Es wirkt ueber zwei Mechanismen: Zum einen bindet es an Opioidrezeptoren im Gehirn und Rueckenmark und dampft so die Schmerzwahrnehmung, zum anderen hemmt es die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin, was die schmerzlindernde Wirkung zusaetzlich verstaerkt.

Wirkmechanismus und Einordnung

Tramadol gehoert zur Gruppe der schwach wirksamen Opioide und ist in der WHO-Schmerzleiter der Stufe 2 zugeordnet. Es wird eingesetzt, wenn leichtere Schmerzmittel wie Paracetamol oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) keine ausreichende Linderung mehr bieten. Im Vergleich zu staerkeren Opioiden wie Morphin ist das Abhaengigkeitspotenzial geringer, aber dennoch vorhanden.

Darreichungsformen

Tramadol ist als schnell freisetzende Form (Kapseln, Tropfen) und als retardierte Form (Retardtabletten) erhaeltlich. Retardierte Praeparate geben den Wirkstoff gleichmaessig ueber 12 bis 24 Stunden ab und eignen sich besonders fuer die Dauerschmerzbehandlung. Die schnell freisetzenden Formen wirken innerhalb von 30 bis 60 Minuten.

Anwendungsgebiete

Tramadol wird vor allem bei postoperativen Schmerzen, tumorschmerzen und chronischen Schmerzzustaenden eingesetzt, bei denen schwaecher wirksame Schmerzmittel unzureichend sind. Es wird immer individuell dosiert und fuer den kuerzest moeglichen Zeitraum verordnet.

Anwendung & Dosierung

Einnahme und Dosierung

Nehmen Sie Tramadol genau wie von Ihrem Arzt verordnet ein, ueblicherweise 50 bis 100 mg alle vier bis sechs Stunden bei Bedarf. Schlucken Sie die Tabletten oder Kapseln unzerkaut mit einem Glas Wasser, mit oder ohne Nahrung. Retardtabletten duerfen keinesfalls zerteilt, zerkaut oder zerrieben werden, da sonst der gesamte Wirkstoff auf einmal freigegeben wird, was zu lebensgefahrlichen Nebenwirkungen fuehren kann.

Taeglich maximale Dosis und Anpassung

Die maximale Tagesdosis betraegt 400 mg, ausser in Ausnahmesituationen unter strengster aerztlicher Aufsicht. Beginnen Sie bei der Erstanwendung stets mit der niedrigsten wirksamen Dosis, um Nebenwirkungen zu minimieren. Bei aelteren Patienten ueber 75 Jahren und bei eingeschraenkter Nieren- oder Leberfunktion ist eine Dosisanpassung und ein laengeres Dosierungsintervall erforderlich.

Wichtige Verhaltensregeln

Wichtiger Hinweis: Setzen Sie Tramadol nach laengerer Anwendung niemals abrupt ab, sondern reduzieren Sie die Dosis langsam unter aerztlicher Aufsicht, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Tramadol kann die Reaktionsfaehigkeit beeintraechtigen; verzichten Sie waehrend der Behandlung auf das Fuehren von Fahrzeugen oder das Bedienen schwerer Maschinen.

Die Dosierung von Tramadol wird individuell nach Schmerzintensitaet und Ansprechen des Patienten festgelegt. Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren erhalten in der Regel 50 bis 100 mg alle 4 bis 6 Stunden; die taegliche Gesamtdosis sollte 400 mg nicht ueberschreiten. Retardierte Formen werden zweimal taeglich eingenommen.

Bei aelteren Patienten ueber 75 Jahren ist die Elimination verlangsamt, weshalb grosszuegigere Dosierungsintervalle empfohlen werden. Bei eingeschraenkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) oder Leberfunktionsstoerungen sollte das Dosierungsintervall auf 12 Stunden verlaengert werden. Tramadol sollte nicht langfristig ohne aerztliche Ueberwachung eingesetzt werden, da ein Abhaengigkeitspotenzial besteht.

Nebenwirkungen

Haeufige Nebenwirkungen

Uebelkeit, Schwindel, Verstopfung und Muedigkeit sind die am haeufigsten berichteten Nebenwirkungen von Tramadol. Diese Beschwerden treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf und bessern sich haeufig nach einigen Tagen, wenn sich der Koerper an den Wirkstoff gewoehnt hat. Erbrechen, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Schweissausbrueche koennen ebenfalls auftreten.

Schwere und seltene Nebenwirkungen

Wichtiger Hinweis: Krampfanfaelle koennen bei der Einnahme von Tramadol auftreten, insbesondere wenn die empfohlene Tagesdosis ueberschritten oder Tramadol zusammen mit anderen krampfschwellensenkenden Medikamenten eingenommen wird. Das Serotoninsyndrom, eine potenziell lebensbedrohliche Reaktion mit Symptomen wie Verwirrtheit, Agitation, Muskelzuckungen und hohem Fieber, kann auftreten, wenn Tramadol zusammen mit anderen serotonergen Medikamenten eingenommen wird.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Tramadol hat ein Abhaengigkeitspotenzial; setzen Sie es nie eigenstaendig ab oder reduzieren Sie die Dosis nicht ohne Ruecksprache mit Ihrem Arzt. Das Risiko fuer Krampfanfaelle ist erhoeht, besonders wenn die empfohlene Tagesdosis ueberschritten wird oder wenn Sie gleichzeitig andere Medikamente einnehmen, die die Krampfschwelle senken.

Wichtiger Hinweis: Die gleichzeitige Einnahme mit MAO-Hemmern, serotonergen Substanzen, anderen Opioiden oder zentraldaempfenden Mitteln (einschliesslich Alkohol) ist gefaehrlich und muss mit dem Arzt abgesprochen werden. Tramadol beeintraechtigt die Reaktionsfaehigkeit und darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden.

Gegenanzeigen

Tramadol ist kontraindiziert bei Ueberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Opioid-Analgetika sowie gegen sonstige Bestandteile des Praeparats. Eine absolute Kontraindikation besteht bei akuter Vergiftung mit Alkohol, Schlafmitteln, Analgetika, Opiaten oder psychotropen Substanzen, da das Risiko einer zentralen Atemdepression stark erhoeht ist.

Das Praeparat darf nicht bei Patienten angewendet werden, die MAO-Hemmer einnehmen oder innerhalb der letzten 14 Tage eingenommen haben. Bei schwerer Leberinsuffizienz, unkontrollierter Epilepsie sowie bei Patienten mit erhoetem Krampfrisiko ist Tramadol ebenfalls kontraindiziert. Die Kombination mit zentraldaempfenden Substanzen erfordert groesste Vorsicht.

Tramadol ist nicht zur Behandlung von Entzugserscheinungen geeignet und darf nicht bei Kindern unter 12 Jahren angewendet werden. Stillende Muetter sollten Tramadol nicht einnehmen. Aufgrund des Abhaengigkeitspotenzials ist bei Patienten mit bekannter Suchtneigung eine sehr strenge Indikationsstellung erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

Macht Tramadol abhaengig?
Tramadol hat ein geringeres Abhaengigkeitspotenzial als staerkere Opioide wie Morphin, dennoch besteht bei laengerer Einnahme ein Risiko einer koerperlichen Abhaengigkeit. Halten Sie sich strikt an die aerztliche Verordnung und nehmen Sie das Medikament nur so lange wie noetig ein. Setzen Sie Tramadol niemals eigenstaendig ab, sondern reduzieren Sie die Dosis gemeinsam mit Ihrem Arzt schrittweise.
Kann ich Tramadol zusammen mit anderen Schmerzmitteln einnehmen?
Die gleichzeitige Einnahme von Tramadol mit anderen zentral wirksamen Substanzen, Schlafmitteln oder anderen Opioiden kann gefaehrlich sein und muss stets aerztlich abgeklaert werden. Bestimmte Kombinationen koennen das Risiko von Atemdepression, Krampfanfaellen oder Serotoninsyndrom erhoehen. Informieren Sie Ihren Arzt und Apotheker ueber alle Medikamente, die Sie einnehmen.
Darf ich Alkohol trinken, waehrend ich Tramadol einnehme?
Nein, waehrend der Behandlung mit Tramadol sollten Sie keinen Alkohol trinken. Alkohol verstaerkt die zentraldaempfenden Wirkungen von Tramadol, was zu gefaehrlicher Schlaefigkeit, Atemdepression und anderen schwerwiegenden Nebenwirkungen fuehren kann. Auch andere zentraldaempfende Mittel wie Schlaftabletten oder Beruhigungsmittel sollten nur nach aerztlicher Ruecksprache eingenommen werden.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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