
Zyloric
Optionen ansehen
Diese Website bietet allgemeine Informationen über Medikamente nur zu Bildungszwecken. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.
Medikament wählen
Dosierung und Menge auswählen
Online-Konsultation
Geprüft von einem qualifizierten Arzt
Schnelle, diskrete Lieferung
Direkt an Ihre Tür geliefert
Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
Zyloric enthalt den Wirkstoff Allopurinol und wird zur Senkung erhohter Harnsaurewerte (Hyperurikamie) im Blut eingesetzt. Es ist das am haufigsten verordnete Medikament zur Langzeitpravention von Gichtanfallen.
Wirkmechanismus und therapeutische Bedeutung
Allopurinol hemmt das Enzym Xanthinoxidase, das fur die Umwandlung von Xanthin zu Harnsaure im Stoffwechsel verantwortlich ist. Durch die Hemmung dieses Enzyms wird die Harnsaureproduktion erheblich reduziert, der Harnsaurespiegel im Blut sinkt, und die Ablagerung von Harnsaurekristallen in Gelenken, Schleimbeuteln und Nieren wird verhindert. Zyloric kann einen akuten Gichtanfall nicht behandeln, aber regelmaßig eingenommen verhindert es kunftige Anfalle dauerhaft.
Anwendungsgebiete und Behandlungsziel
Zyloric wird eingesetzt bei wiederkehrenden Gichtanfallen, Harnsaurenephropathie, Harnsaurenierensteinen sowie bei sekundarer Hyperurikamie durch Tumorlyse-Syndrom oder intensive Chemotherapie. Das Behandlungsziel ist eine dauerhafte Senkung des Serum-Harnsaurespiegels auf unter 6 mg/dl (360 micromol/l). Die Behandlung ist eine Langzeittherapie, die in den meisten Fallen dauerhaft fortgefuhrt werden muss.
Besonderheiten zu Beginn der Therapie
In den ersten Wochen der Behandlung mit Zyloric kann es paradoxerweise zu vermehrten Gichtanfallen kommen, da sich bestehende Harnsaurekristalle in den Gelenken mobilisieren. Deshalb beginnt man mit einer niedrigen Startdosis und verordnet begleitend oft Colchicin oder ein NSAR als Anfallsprophylaxe. Hautausschlag erfordert sofortiges Absetzen und arztliche Rucksprache.
Anwendung & Dosierung
Einnahme und Nahrung
Zyloric wird einmal taglich nach einer Mahlzeit eingenommen, um Magenreizungen zu vermindern. Die Tablette wird unzerkaut mit einem Glas Wasser geschluckt. Nehmen Sie Zyloric jeden Tag moglichst zur gleichen Uhrzeit ein, um gleichmaßige Wirkstoffspiegel im Blut zu gewahrleisten.
Flussigkeitszufuhr
Trinken Sie taglich mindestens 2 Liter Flussigkeit, um die Ausscheidung von Harnsaure uber die Nieren zu fordern und die Bildung von Nierensteinen zu verhindern. Eine ausreichende Hydratation ist ein wesentlicher Bestandteil der Gichttherapie.
Behandlungsbeginn und Begleitprophylaxe
Beginnen Sie die Behandlung nicht wahrend eines akuten Gichtanfalls - warten Sie, bis der Anfall vollstandig abgeklungen ist. In den ersten Wochen der Behandlung kann es voribergehend zu vermehrten Gichtanfallen kommen, da sich Harnsaurekristalle mobilisieren. Deshalb wird oft eine begleitende Prophylaxe mit Colchicin oder einem NSAR verordnet.
Die Dosierung wird individuell angepasst mit dem Ziel, den Serumharnsaurespiegel unter 6 mg/dl zu senken:
- Startdosis: 100 mg einmal taglich
- Steigerung: Alle 2 bis 4 Wochen um 100 mg, bis der Zielwert erreicht ist
- Ubliche Erhaltungsdosis: 200 bis 300 mg taglich
- Maximaldosis: 800 mg taglich (bei schwerer Gicht in Ausnahmefallen)
Bei eingeschrankter Nierenfunktion muss die Dosis reduziert werden. Ihr Arzt wird die Dosierung anhand Ihrer Blutwerte regelmaßig uberprufen.
Nebenwirkungen
Haufige Nebenwirkungen
Hautausschlag ist die haufigste Nebenwirkung und erfordert besondere Aufmerksamkeit. Setzen Sie Zyloric bei jedem Hautausschlag sofort ab und informieren Sie Ihren Arzt, da sich ein harmlos erscheinender Ausschlag zu einer schweren, lebensbedrohlichen Hautreaktion entwickeln kann. Zu Beginn der Therapie konnen vermehrt Gichtanfalle auftreten.
Weitere Nebenwirkungen
Gelegentlich konnen Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und Schwindel auftreten. Selten sind Veranderungen des Blutbilds und Leberfunktionsstorungen. Sehr selten, aber lebensgefahrlich sind schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxisch-epidermale Nekrolyse (TEN), die insbesondere bei Patienten mit dem HLA-B*5801-Allel gehauft auftreten konnen.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
- Hautausschlag erfordert sofortiges Absetzen und arztliche Beurteilung
- Patienten mit dem **HLA-B*5801-Allel** (haufiger bei Ostasiaten und Afroamerikanern) haben ein erhohtes Risiko fur schwere Hautreaktionen
- In den ersten Behandlungswochen konnen vermehrt Gichtanfalle auftreten
- Regelmaßige Kontrolle der Leber- und Nierenwerte sowie des Blutbilds
- Ausreichende Flussigkeitszufuhr (mindestens 2 Liter taglich)
- Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Azathioprin oder Mercaptopurin (Dosisreduktion erforderlich)
Gegenanzeigen
Zyloric (Allopurinol) ist kontraindiziert bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Allopurinol oder einen der sonstigen Bestandteile. Ein schwerwiegendes, aber seltenes Risiko sind schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse), die bei Patienten mit dem HLA-B*5801-Allel mit erhohter Haufigkeit auftreten - in diesen Bevolkerungsgruppen wird ein genetisches Screening vor Beginn der Therapie empfohlen.
Zyloric sollte nicht wahrend eines akuten Gichtanfalls neu begonnen werden. Bei gleichzeitiger Einnahme von Azathioprin oder 6-Mercaptopurin ist besondere Vorsicht geboten, da Allopurinol die Metabolisierung dieser Immunsuppressiva hemmt und deren Toxizitat erheblich erhohen kann - eine Dosisreduktion auf ein Viertel der ublichen Dosis ist in diesen Fallen zwingend erforderlich.
Häufig gestellte Fragen
Warum bekomme ich am Anfang der Behandlung mehr Gichtanfalle?
Wie lange muss ich Zyloric einnehmen?
Darf ich wahrend der Behandlung Alkohol trinken?
Muss ich meine Ernahrung anpassen?
Was mache ich bei einem Hautausschlag?
Dr. Ross Elledge
Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin
Verifizierter Gesundheitsexperte
TopDoctors Profile