
Emla Creme
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Medizinische Informationen
Über dieses Medikament
EMLA Creme ist ein topisches Anästhetikum, das eine eutektische Mischung aus Lidocain und Prilocain enthält.
Diese einzigartige Kombination ermöglicht es beiden Betäubungsmitteln, effektiver durch die intakte Haut zu dringen, da ihre Mischung bei Raumtemperatur in flüssiger Form vorliegt.
EMLA betäubt die Haut oberflächlich vor schmerzhaften Eingriffen wie Nadelstichen, Blutabnahmen, Kanülierungen, Impfungen und kleineren chirurgischen Eingriffen.
Sie kann auch bei Laserbehandlungen, der Entfernung von Warzen oder Muttermalen sowie zur Betäubung der Schleimhäute im Genitalbereich vor lokalen Eingriffen eingesetzt werden.
EMLA ist besonders nützlich für Kinder und Patienten mit Nadelphobie, da es das psychische Trauma im Zusammenhang mit medizinischen Eingriffen reduziert.
Die Wirkung basiert auf der Blockade von Natriumkanälen in den Nervenfasern, wodurch die Entstehung und Weiterleitung von Schmerzimpulsen an das Gehirn verhindert wird.
Anwendung & Dosierung
Tragen Sie eine dicke, gleichmäßige Schicht EMLA Creme auf die zu betäubende Hautstelle auf, ohne die Creme einzureiben.
Decken Sie den Bereich sofort mit dem beiliegenden Okklusivverband oder einer Frischhaltefolie ab, um ein Austrocknen der Creme zu verhindern und die Aufnahme zu verbessern.
Befestigen Sie die Ränder des Verbandes sorgfältig. Notieren Sie die Anwendungszeit auf dem Verband.
Bei oberflächlichen Eingriffen, wie Nadelstichen, lassen Sie die Creme mindestens 60 Minuten einwirken.
Bei tieferen Eingriffen, wie kleineren Hautoperationen, kann die Einwirkzeit auf 90 bis 120 Minuten verlängert werden.
Bei Anwendung auf den Schleimhäuten im Genitalbereich ist die Einwirkzeit kürzer, typischerweise 5 bis 10 Minuten, und ein Okklusivverband ist in der Regel nicht erforderlich.
Entfernen Sie den Verband und wischen Sie überschüssige Creme unmittelbar vor dem Eingriff ab. Die betäubende Wirkung hält nach dem Entfernen der Creme etwa 1 bis 2 Stunden an.
Reinigen Sie den Bereich bei Bedarf mit einem feuchten Tuch. Die Tiefe der Betäubung hängt direkt von der Einwirkzeit ab.
Bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren beträgt die übliche Dosis 1,5 bis 2 g Creme pro 10 cm² Haut, abgedeckt mit einem Okklusivverband.
Die minimale Kontaktzeit beträgt 60 Minuten für oberflächliche dermatologische Eingriffe und 120 Minuten für tiefere Eingriffe.
Die maximale Anwendungsfläche für Erwachsene beträgt 600 cm² und die maximale Dosis 60 g pro Anwendung.
Bei Kindern richten sich Dosis und Anwendungsfläche nach Alter und Gewicht: Neugeborene bis 3 Monate: maximal 1 g auf höchstens 10 cm² für maximal 1 Stunde; 3-12 Monate: maximal 2 g auf 20 cm² für maximal 1 Stunde; 1-6 Jahre: maximal 10 g auf 100 cm²; 7-12 Jahre: maximal 20 g auf 200 cm².
Bei der Anwendung im Genitalbereich bei Erwachsenen tragen Sie 5 bis 10 g Creme ohne Okklusivverband auf und warten 5 bis 10 Minuten vor dem Eingriff.
Bei der Entfernung von Kondylomen im Genitalbereich werden 10 g unter Okklusion für 5 bis 10 Minuten angewendet.
Lassen Sie die Creme nicht länger als 5 Stunden auf intakter Haut oder länger als 2 Stunden auf den Schleimhäuten im Genitalbereich einwirken.
Bei schwangeren oder stillenden Frauen sowie bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen ist bei großflächiger, lang anhaltender Betäubung Vorsicht geboten.
Frühgeborene (unter 37 Schwangerschaftswochen) sollten EMLA Creme nicht verwenden.
Nebenwirkungen
EMLA Creme verursacht meist lokale und vorübergehende Nebenwirkungen an der Applikationsstelle.
Sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten) treten vorübergehende Blässe, Rötung und Schwellung der Haut an der Applikationsstelle auf.
Dies sind normale Reaktionen auf die gefäßverengende Wirkung der Betäubungsmittel und verschwinden innerhalb weniger Stunden von selbst.
Häufig (1 von 10 bis 1 von 100 Behandelten) sind Brennen, Juckreiz oder ein Wärmegefühl an der Applikationsstelle. Gelegentlich (1 von 100 bis 1 von 1.
000 Behandelten) treten purpurische oder petechiale Reaktionen auf, insbesondere bei Kindern mit atopischer Dermatitis. Selten (1 von 1.000 bis 1 von 10.
000 Behandelten) können Methämoglobinämie (vor allem bei Neugeborenen oder Kleinkindern oder bei Patienten, die gleichzeitig Methämoglobin-induzierende Mittel einnehmen), allergische Kontaktdermatitis und systemische Toxizität (nur bei stark übermäßiger Anwendung) auftreten.
Systemische Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit und Benommenheit können bei hohen Dosen oder großflächiger Anwendung auftreten.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Wenden Sie EMLA Creme nicht auf geschädigter Haut, offenen Wunden (außer bei Unterschenkelgeschwüren nach ärztlicher Anweisung), Schleimhäuten (außer den Schleimhäuten im Genitalbereich bei bestimmten Eingriffen) oder entzündeter Haut an, da eine schnelle Aufnahme zu systemischer Toxizität führen kann.
Vermeiden Sie den Kontakt der Creme mit den Augen.
Seien Sie besonders vorsichtig bei Neugeborenen, insbesondere Frühgeborenen, und bei Patienten, die gleichzeitig Methämoglobin-induzierende Medikamente (wie Sulfonamide, Dapson oder Nitrate) einnehmen, da Prilocain eine Methämoglobinämie verursachen kann.
Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD)-Mangel haben ein erhöhtes Risiko für Methämoglobinämie.
Überschreiten Sie nicht die empfohlene Höchstdosis oder Anwendungsfläche, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern.
Frühgeborene (unter 37 Schwangerschaftswochen) sollten EMLA Creme nicht verwenden.
Bei Anwendung im Genitalbereich waschen Sie die Creme vor dem Geschlechtsverkehr sorgfältig ab, um eine Betäubungswirkung auf den Partner zu vermeiden und die Reißfestigkeit von Latexkondomen nicht zu beeinträchtigen.
Gegenanzeigen
EMLA Creme ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Lidocain, Prilocain oder andere Lokalanästhetika vom Amidtyp oder gegen einen der sonstigen Bestandteile.
Sie ist auch kontraindiziert bei Patienten mit angeborener oder idiopathischer Methämoglobinämie. EMLA darf nicht auf das Trommelfell bei Patienten mit perforiertem Trommelfell aufgetragen werden.
Ein Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD)-Mangel ist aufgrund des erhöhten Methämoglobinämie-Risikos eine relative Kontraindikation.
EMLA Creme darf nicht auf offene Wunden, in die Augen oder auf Schleimhäute (außer den Schleimhäuten im Genitalbereich bei bestimmten Eingriffen) angewendet werden.
Bei Neugeborenen und Kindern unter 3 Monaten ist die Anwendung aufgrund des Methämoglobinämie-Risikos eingeschränkt: Die maximale Anwendungszeit beträgt 1 Stunde und die Anwendungsfläche höchstens 10 cm².
Bestimmte Medikamente wie Sulfonamide, Dapson, Nitrate und Phenytoin können in Kombination mit EMLA Creme die Methämoglobinbildung erhöhen, weshalb ihre gleichzeitige Anwendung kontraindiziert ist.
Frühgeborene (unter 37 Schwangerschaftswochen) sollten EMLA Creme nicht verwenden.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, bis EMLA Creme wirkt?
Kann ich EMLA Creme bei Kindern verwenden?
Muss ich die Creme mit einem Pflaster abdecken?
Kann ich EMLA auf geschädigte Haut auftragen?
Warum wird die Haut nach der Anwendung von EMLA weiß?
Kann ich EMLA Creme bei vorzeitigem Samenerguss verwenden?
Ist EMLA Creme rezeptfrei erhältlich?
Ist EMLA Creme für Zahnbehandlungen wirksam?
Dr. Ross Elledge
Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie
Verifizierter Gesundheitsexperte






