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Doxazosin

Doxazosin

Wirkstoff: Doxazosin (als Doxazosinmesilat)
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Die medizinischen Informationen auf dieser Website wurden von Dr. Ross Elledge (approbierter Arzt) geprüft und dienen ausschließlich Bildungszwecken. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch mit Ihrem Arzt oder Facharzt. Befolgen Sie stets die Anweisungen Ihres verschreibenden Arztes und lesen Sie die Packungsbeilage Ihres Medikaments.

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Doxazosin ist ein selektiver Alpha-1-Adrenozeptor-Antagonist, der in Österreich zur Behandlung von hohem Blutdruck (arterielle Hypertonie) und zur Linderung der Symptome einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) eingesetzt wird.

Dieser Wirkstoff entspannt die glatte Muskulatur in den Blutgefäßen sowie in der Prostata und am Blasenhals.

Dies führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße, wodurch der periphere Widerstand und somit der Blutdruck gesenkt werden.

Gleichzeitig wird der Harnfluss bei einer vergrößerten Prostata verbessert, da der Widerstand im Blasenhals reduziert wird.

Doxazosin ist sowohl als Standardtablette als auch als Retardtablette (GITS-System, z.B. Cardura XL) erhältlich.

Die Retardformulierung setzt den Wirkstoff gleichmäßiger über den Tag frei, was zu stabileren Blutspiegeln führt und das Risiko von Blutdruckschwankungen sowie orthostatischen Nebenwirkungen, insbesondere bei der ersten Dosis, verringern kann.

Ein weiterer Vorteil von Doxazosin ist sein günstiges metabolisches Profil, das sich positiv auf die Lipidwerte und die Insulinsensitivität auswirken kann.

Anwendung & Dosierung

Nehmen Sie Doxazosin einmal täglich oral ein.

Die erste Dosis sollte idealerweise abends vor dem Schlafengehen eingenommen werden, um das Risiko eines plötzlichen Blutdruckabfalls (orthostatische Hypotonie) zu minimieren, der besonders zu Behandlungsbeginn auftreten kann.

Nachfolgende Dosen können zu jeder Tageszeit eingenommen werden.

Standardtabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Retardtabletten (z.B.

Cardura XL) sollten unzerkaut mit einem Glas Wasser geschluckt werden; zerkleinern, kauen oder teilen Sie diese nicht.

Bei Retardtabletten wird die Einnahme morgens mit einer Mahlzeit empfohlen, da dies die Aufnahme verbessern kann.

Setzen Sie die Einnahme von Doxazosin wie von Ihrem Arzt verordnet fort, auch wenn Sie sich gut fühlen.

Stehen Sie, besonders in den ersten Tagen der Behandlung oder nach Dosiserhöhungen, langsam auf, um Schwindelgefühle durch Blutdruckabfall zu vermeiden.

Die Dosierung von Doxazosin wird individuell von Ihrem Arzt festgelegt und schrittweise angepasst, um die bestmögliche Wirkung bei minimalen Nebenwirkungen zu erzielen.

Für Bluthochdruck (Hypertonie): Die Behandlung beginnt üblicherweise mit 1 mg einmal täglich.

Diese Anfangsdosis sollte abends vor dem Schlafengehen eingenommen werden, um das Risiko einer orthostatischen Hypotonie zu minimieren.

Nach 1 bis 2 Wochen kann die Dosis auf 2 mg erhöht werden, danach bei Bedarf auf 4 mg und bis zu einer Maximaldosis von 16 mg täglich.

Für gutartige Prostatavergrößerung (BPH): Auch hier beginnt die Behandlung mit 1 mg einmal täglich.

Die Dosis kann schrittweise auf 2 mg, dann 4 mg und bis zu einer Maximaldosis von 8 mg täglich erhöht werden.

Die volle Wirkung auf die Harnwegssymptome wird oft erst nach 4 bis 8 Wochen Behandlung erreicht.

Für Retardtabletten (z.B. Cardura XL): Die Anfangsdosis beträgt 4 mg einmal täglich, vorzugsweise morgens mit einer Mahlzeit. Bei Bedarf kann die Dosis nach 3 bis 4 Wochen auf 8 mg erhöht werden.

Die Dosisanpassung sollte immer unter Anleitung Ihres Arztes erfolgen, basierend auf Ihrem Blutdruck und der Besserung Ihrer Symptome.

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist Vorsicht geboten, und die Dosis sollte langsamer titriert werden, da Doxazosin hauptsächlich in der Leber verstoffwechselt wird.

Bei Nierenfunktionsstörung ist in der Regel keine Dosisanpassung erforderlich.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Doxazosin Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jedem auftreten müssen. Die meisten Nebenwirkungen sind mild und nehmen im Laufe der Behandlung ab.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Behandelten): Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, allgemeine Schwäche (Asthenie), Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme), orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen), Schnupfen (Rhinitis), Übelkeit, Benommenheit.

**Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1.

000 Behandelten):** Herzklopfen (Palpitationen), Brustschmerzen, Mundtrockenheit, Bauchschmerzen, Drehschwindel (Vertigo), Schläfrigkeit, Harninkontinenz, Potenzstörungen, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen (Myalgie).

**Selten (betrifft 1 bis 10 von 10.

000 Behandelten):** Ohnmacht (Synkope), schmerzhafte Dauererektion (Priapismus), Leberfunktionsstörungen (Hepatitis, Cholestase), verminderte Anzahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie), verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie), Bronchospasmus, intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom (IFIS) während einer Kataraktoperation.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10.000 Behandelten): Nesselsucht (Urtikaria).

Das Risiko für Schwindel und orthostatische Hypotonie, insbesondere nach der ersten Dosis, wird durch eine niedrige Anfangsdosis und die Einnahme vor dem Schlafengehen minimiert.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Vorsicht ist geboten, da Doxazosin, insbesondere zu Behandlungsbeginn oder bei Dosiserhöhungen, eine orthostatische Hypotonie verursachen kann.

Dies äußert sich in Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht, vor allem beim schnellen Aufstehen. Stehen Sie daher immer langsam auf und setzen Sie sich bei Schwindel sofort hin.

Informieren Sie Ihren Augenarzt vor einer geplanten Kataraktoperation (Grauer Star) unbedingt über die Einnahme von Doxazosin oder anderen Alpha-Blockern.

Es besteht das Risiko eines sogenannten intraoperativen Floppy-Iris-Syndroms (IFIS), das den Eingriff erschweren kann. Ihr Chirurg kann dann entsprechende Vorkehrungen treffen.

Die gleichzeitige Einnahme von Doxazosin mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln, Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (PDE-5-Hemmer wie Sildenafil zur Behandlung von Erektionsstörungen) oder Alkohol kann zu einem verstärkten Blutdruckabfall führen.

Besprechen Sie dies immer mit Ihrem Arzt. Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung sollte Doxazosin mit Vorsicht angewendet werden, da es hauptsächlich in der Leber abgebaut wird.

Seien Sie vorsichtig beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen, bis Sie wissen, wie Doxazosin Sie beeinflusst, da Schläfrigkeit und Schwindel auftreten können.

Gegenanzeigen

Doxazosin darf nicht eingenommen werden, wenn Sie überempfindlich gegen Doxazosin, andere Chinazoline (z.B. Terazosin, Prazosin) oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind.

Es ist auch kontraindiziert bei Patienten mit einer bekannten Vorgeschichte von orthostatischer Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen).

Bei der Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) als Monotherapie darf Doxazosin nicht angewendet werden, wenn Sie gleichzeitig an Überlaufinkontinenz (unwillkürlicher Harnverlust bei überfüllter Blase), Anurie (fehlende Harnausscheidung) oder einer Harnabflussstörung durch Blasensteine leiden.

Die Retardformulierung von Doxazosin sollte nicht bei Patienten mit gastrointestinaler Obstruktion (Verstopfung im Verdauungs-Darm-Trakt) angewendet werden.

Bei schwerer Leberfunktionsstörung ist Doxazosin kontraindiziert, da es in der Leber metabolisiert wird und sich ansammeln kann.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit normalem oder erhöhtem Herzzeitvolumen oder schwerer Aortenstenose sollte Doxazosin nicht zur Behandlung von Hypertonie eingesetzt werden.

Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen, da Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht nachgewiesen sind.

Häufig gestellte Fragen

Warum sollte ich die erste Dosis abends einnehmen?
Die erste Dosis Doxazosin kann einen plötzlichen Blutdruckabfall verursachen, der zu Schwindel oder Ohnmacht führen kann. Wenn Sie die erste Dosis abends vor dem Schlafengehen einnehmen, verbringen Sie die kritischen Stunden im Liegen, was das Risiko eines Sturzes minimiert.
Kann Doxazosin gleichzeitig Blutdruck und Prostatabeschwerden behandeln?
Ja, Doxazosin kann beide Zustände behandeln. Es wirkt sowohl an den Blutgefäßen als auch an der Prostata, da Alpha-1-Rezeptoren in beiden Bereichen vorhanden sind. Bei Männern mit Hypertonie und BPH kann ein einziges Medikament beide Probleme adressieren.
Sollte ich meinem Augenarzt von Doxazosin erzählen?
Ja, informieren Sie Ihren Augenarzt immer, wenn Sie Alpha-Blocker einnehmen oder jemals eingenommen haben. Während einer Kataraktoperation kann das sogenannte intraoperative Floppy-Iris-Syndrom auftreten, und der Chirurg muss entsprechend planen.
Verursacht Doxazosin Schläfrigkeit?
Schläfrigkeit und Müdigkeit sind mögliche Nebenwirkungen, besonders zu Behandlungsbeginn oder bei Dosiserhöhungen. Wenn Sie davon betroffen sind, sollten Sie kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen, bis Sie wissen, wie das Medikament Sie beeinflusst.
Darf ich Doxazosin mit Medikamenten gegen Erektionsstörungen kombinieren?
Alpha-Blocker und Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (PDE-5-Hemmer) können beide den Blutdruck senken. Eine Kombination kann zu einem verstärkten, symptomatischen Blutdruckabfall führen. Ihr Arzt wird Sie über eine sichere Ko-Verschreibung beraten, die üblicherweise eine vorherige Stabilisierung Ihrer Alpha-Blocker-Dosis beinhaltet.
Was ist das Floppy-Iris-Syndrom?
Das Floppy-Iris-Syndrom ist ein Zustand, bei dem die Iris während einer Kataraktoperation erschlafft und die Operation erschweren kann. Informieren Sie Ihren Augenarzt stets über Doxazosin, auch wenn Sie es bereits abgesetzt haben.
Gibt es Vorteile der Retardtablette?
Die Retardtablette (GITS-System) setzt den Wirkstoff gleichmäßiger frei, was Blutdruckspitzen und orthostatische Hypotonie reduzieren kann. Sie erfordert oft keine so langsame Aufdosierung wie die Standardformulierung und kann zu stabileren Blutspiegeln führen.
Reduziert Doxazosin die Größe der Prostata?
Nein, Doxazosin entspannt die Muskulatur der Prostata und des Blasenhalses, wodurch der Harnfluss verbessert wird, aber es verkleinert nicht die anatomische Größe der Prostata. Dafür werden andere Medikamente wie 5-Alpha-Reduktase-Hemmer (z.B. Finasterid) eingesetzt.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte